Sharing- und Mitfahrdienste Daimler und BMW planen Mobilitätskonzern in Berlin

Die Autohersteller bündeln Carsharing und Mitfahrdienste, um Konkurrenten wie Uber zu stoppen. Allerdings fehlt noch eine wichtige Genehmigung.
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BMW und Daimler machen Zugeständnisse bei Carsharing-Fusion Quelle: dts Nachrichtenagentur
DriveNow und Car2Go

Daimler und BMW bauen immer größere Car-Sahring-Flotten auf – und schließen diese jetzt zusammen.

(Foto: dts Nachrichtenagentur)

MünchenDas Projekt ist groß, die Verhandlungen zäh: Seit mehr als einem Jahr arbeiten die Autokonzerne BMW und Daimler am Zusammenschluss ihrer Mobilitätstöchter. Nun ist endlich einer der wichtigsten Punkte geklärt. Am Donnerstag gaben beide Konzerne bekannt, dass der Sitz des neuen Unternehmens in Berlin sein soll. Außerdem sei die Freigabe des Unternehmens bei der EU-Kommission beantragt worden.

Der Zeitpunkt dafür ist jedoch heikel: Erst Anfang der Woche erklärten die Wettbewerbshüter aus Brüssel, dass das Kartellverfahren gegen die beiden Unternehmen und den VW-Konzern wegen möglicher Absprachen bei der Abgasreinigung ausgeweitet werde.

Doch immerhin geht es beim neuen Mobilitätskonzern um ganz andere Geschäfte. Seit einigen Jahren bauen Daimler („Car2go“) und BMW („Drive Now“) immer größere Carsharing-Flotten in Metropolen wie Berlin, Hamburg und München auf. Per Smartphone lassen sich die Autos binnen weniger Minuten im Stadtgebiet anmieten und aufschließen, der Fahrer kann das Auto innerhalb einer definierten Zone überall wieder abstellen.

Außerdem bieten die Autobauer weitere Dienstleistungsangebote per App an: Taxidienste, Parkplatzsuche oder die Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten. Geld haben beide Unternehmen mit diesen Aktivitäten aber bislang kaum verdient. Die Bündelung der Kräfte, so die Hoffnung bei BMW und Daimler, soll die Geschäfte profitabler machen.

„Die Zukunft der Mobilität wird in Metropolen wie Berlin geschrieben“, sagte BMW-Chef Harald Krüger dazu am Donnerstag in München. Es gehe darum einen „global bedeutenden Player für nahtlos und intelligent vernetzte Mobilitätsdienstleistungen zu schaffen“, ergänzte Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Man bewege sich bewusst außerhalb der Konzernstrukturen im dynamischen Umfeld Berlins. Wie viele Beschäftigte an die Spree kommen und wo genau die Zentrale angesiedelt wird, wollte ein Daimler-Sprecher nicht sagen.

Beide Unternehmen wollen mit dem Zusammenschluss auch das Vordringen neuer Konkurrenten wie Uber oder dessen chinesischen Pendant Didi stoppen. Jene Fahrdienstvermittler zielen darauf ab, dass die Mobilität in Städten irgendwann nur noch über ihre digitalen Plattformen läuft.

Der Trend, Autos zu mieten und Fahrten unterschiedlicher Personen zu bündeln, dürfte angesichts der Verkehrsprobleme in den Städten weiter zunehmen. Wenn in einigen Jahren auch noch die Möglichkeit des autonomen Fahrens massentauglich würde, dürfte das die Beliebtheit von Carsharing und Co weiter steigern: Aus dem heutigen Autofahrer könnte dann ein Passagier werden, die Markenbindung an einen Autohersteller verschwände, digitale Mobilitätsanbieter gewännen noch mehr an Bedeutung.

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