Shitstorm für Matthias Müller „Der Anfang vom Ende bei VW“

In der Krise auf die eigenen Kunden losgehen? Keine gute Idee – möchte man meinen. VW-Chef Matthias Müller machte genau das – und muss deshalb in den sozialen Netzwerken viel Spott über sich ergehen lassen.
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Ist Herr Müller noch tragbar?

Düsseldorf„Der Kunde hat immer Recht.“ Dieser Satz stammt von Harry Gordon Selfridge, dem Gründer der gleichnamigen britischen Kaufhauskette, und hat sich ein gutes Jahrhundert als Faustformel im Kundenumgang gehalten. VW-Chef Matthias Müller ließ in einem Interview mit der Frankfurter Sonntagszeitung durchblicken, dass er von dieser Plattitüde offenbar wenig hält Die Quittung für diese Haltung wurde ihm umgehend über die sozialen Medien zugestellt.

In dem Interview nahm der 63-Jährige zu dem Vorwurf Stellung, die deutsche Autoindustrie habe die Elektromobilität verschlafen. Müller sprach in dem Interview von einem „paradoxen Phänomen“, das er noch nicht ganz verstanden habe: „Am Angebot mangelt es nicht, sondern an der Nachfrage: Auf der einen Seite denken und handeln viele Deutsche im Alltag grün, wenn es aber um E-Mobilität geht, haben wir als Verbraucher spitze Finger.“ Was viele Leser so interpretierten: Nicht VW, sondern der Kunde ist doch daran schuld, dass der Konzern so wenig E-Autos verkauft.

In den sozialen Medien kamen diese Aussagen wenig überraschend nicht gut an. Die Grünen-Politikern Rente Künast reagiert umgehend und schrieb auf Twitter: „Echt frech. Keine bezahlbare E-Autos, keine Ladestationen, aber Nicht-Käufer kritisieren.“ Und der Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Jochen Flasbarth, twitterte: „Schummelsoftware statt Zukunftsinvestitionen und dann Verbraucherbeschimpfung. Dreistigkeit von VW-Chef Müller verschlägt einem die Sprache.“

„VW hat eine gesellschaftliche Verantwortung, der Herr Müller nicht gerecht wird“

Auch außerhalb der Politik stießen Müllers Aussagen auf Unverständnis. „Kunden-Bashing ist keine gute Idee“, twitterte Michael B., der zudem feststellte: „Müller wird langsam zur Belastung für den Konzern.“ Denn wie Tina A. bei Facebook zu Recht fragte: „Seit wann gewinnt man als Unternehmen in der Krise mit Kunden-Bashing Kunden zurück?“ Marco M. fragte deshalb: „Kunden kritisieren? Noch grün hinter den Ohren? Auf der letzten Bank der Manager-Schule gepennt?“ Wie das VW-Management von Menschen im Netz gesehen wird, fasste der Tweet von Lorenz M. zusammen: „1) Kunden betrügen 2) Mitarbeiter entlassen 3) Kunden beleidigen 4) Boni kassieren.“

Was die Nutzer besonders wütend macht
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6 Kommentare zu "Shitstorm für Matthias Müller: „Der Anfang vom Ende bei VW“"

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  • Der ganze WOLFSBURGER Entwicklungsbereich ist an Ineffizienz nicht zu überbieten. Konträr hierzu sind die Gehälter außerordentlich hoch. Die gerade in Verhandlungen begriffenen Vorruhestandsregelungen werden wohl geradezu fürstlich ausfallen und wichtige Mitarbeiter für den notwendigen Konzernumbau ohne Not abwandern lassen.

    Ein Desaster ohne Ende...

  • Die Nerven liegen offensichtlich blank.
    Da lassen sich die Top-Manager der Autoindustrie mit den Spitzenpolitikern jahrelang ablichten und gehen wie die Lemminge auf den Unsinn - "Wir schaffen (das) 1.000.000 E-Fahrzeuge bis 2020" - ein, anschliessend beschimpfen sie ihre Kunden und potentiellen Käufer, da diese die Leimspur nicht betreten.

    Warum verpflichten sie nicht die Wähler der Grünen, dass genau diese Gruppe sich ein noch nicht ausgegorenes E-Produkt zulegt?

  • Eine Firma die selbst durch Betrug ihre Vorteile genutzt hat, beschimpft die Bürger ebenfalls ihren Vorteilen nachzugehen.
    Dies ist leider eine Zeiterscheinung und spiegelt sich stark in der Gesellschaft wieder. Was die "Oberen" vorleben erscheint in der Bevölkerung nur als Spiegelbild.

  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr......

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

  • Herr Müller ihre Aussagen sind schon sehr verwunderlich.

    Man hat das Gefühl, dass bei VW noch nicht alle verstanden haben...

  • Der Wut der VW Mitarbeiter und der ganzen Autoindustrie sollte sich gegen die Autovernichtende und Energievernichtende Politik der Grünen richten.
    Es sind die Grünen, die die Autobranche und die Industrie in Deutschland mit ihren absurden CO2 Verbot verschrotten wollen.
    Die Manager sind nur arme Esel die kein Rückgrat haben gegen diese Vernichtungspolitik der Grünen CO2 Verbote aufzubegehren.

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