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SHW und Pierer Tesla-Zulieferer stellt sich im Übernahmekampf quer

Der Autozulieferer SHW stellt Pumpen, Motorkomponenten und Verbundbremsscheiben her. Neben VW zählt auch Elektropionier Tesla zu den Kunden. Erst waren die Schwaben Spielball der Politik, jetzt von Investoren.
27.06.2017 - 16:04 Uhr Kommentieren
Auch Tesla hat Teile der Schwaben in Elektroautos eingebaut. Quelle: Reuters
SHW

Auch Tesla hat Teile der Schwaben in Elektroautos eingebaut.

(Foto: Reuters)

Stuttgart Im Übernahmekampf um SHW hat der Vorstand des traditionsreichen schwäbischen Automobilzulieferers SHW die Offerte des österreichischen Unternehmers Stefan Pierer in einer ersten Stellungnahme als „nicht angemessen“ abgewiesen. Sobald das offizielle Übernahmeangebot der Pierer Industrie AG vorliege, kündigten Vorstand und Aufsichtsrat der SHW eine detaillierte Stellungnahme mit Empfehlung an die Aktionäre an.

Pierer Industrie besitzt bereits indirekt knapp 19 Prozent der Aktien und bietet seit dem 15. Juni 35 Euro je Aktie von SHW. Der SHW-Vorstand, der damals von dem Übernahmeangebot überrascht wurde, hält das Angebot für zu niedrig und verweist jetzt in einer Mitteilung auf die erwartete positive Entwicklung des Unternehmens.

Ab 2018 will SHW Umsatz und Ertrag deutlich steigern. Dafür werden mehr als 30 Millionen Euro in die Internationalisierung der Pumpenaktivitäten investiert. Der Umsatz 2020 soll daher im Vergleich zu den Zahlen von 2017 um 50 Prozent steigen. Der Aktienkurs von SHW gaben zunächst leicht auf 37,33 Euro nach, liegen aber deutlich über dem Angebotspreis.

Der Vorstand bot Pierer Industries Gespräche an. Pierer gehört zu den wichtigen Industriellen in Österreich mit politischem Einfluss. Er ist unter anderem Chef des Motorradbauer KTM. Der Unternehmer will sich aber erst mit dem schwäbischen Management unterhalten, wenn die Angebotsunterlagen veröffentlicht sind.

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    Am Stammsitz in Aalen wird dieses Verhalten – so wie die gesamte Übernahme – als unfreundlich empfunden. Bislang hatten die Schwaben eher befürchtet, von chinesischen Investoren übernommen zu werden. Die Anhui ARN Group hält bereits 9,4 Prozent der Aktien. Die Experten der Commerzbank halten es durchaus für möglich, dass ein zweiter Bieter einsteigt. 

    Zuletzt kam SHW in die Schlagzeilen, als Tesla zu Jahresbeginn einen Großauftrag von über 100 Millionen Euro für elektrische Achsgetriebepumpen stornierte. Als Grund nannte der Elektropionier Qualitätsprobleme, was SHW umgehend dementierte. Es wurde deshalb nach der Ernennung von Donald Trump zum US-Präsidenten auch über politische Gründe spekuliert.

    Das sind die größten Autozulieferer der Welt
    Platz 10: Faurecia
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    Der Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die Franzosen kletterten im Ranking in diesem Jahr um einen Rang nach oben, obwohl es beim Umsatz um 0,3 Prozent nach unten ging. Der Umsatz betrug 2016 insgesamt 18,7 Milliarden Euro.

    Quelle: Berylls Strategy Advisors

    (Foto: picture alliance)
    Platz 9: Michelin
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    Die vor allem für ihre Reifen bekannte Firma aus Frankreich machte 2016 insgesamt 20,9 Milliarden Euro Umsatz. Das bedeutet ein Minus von 1,4 Prozent. Dennoch reicht es für die Top Ten der größten Automobilzulieferer der Welt.

    (Foto: dpa)
    Platz 8: Bridgestone/Firestone
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    Die Japaner, ebenfalls vor allem für ihre Reifen bekannt, bleiben trotz eines Minus von 6,7 Prozent auf dem achten Platz der Rangliste. Der Umsatz betrug zuletzt 22,5 Millionen Euro.

    (Foto: dpa)
    Platz 7: Aisin
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    Die zweite japanische Firma in den Top Ten: Aisin, das zur Toyota-Gruppe gehört, darf sich über ein Plus von 15,9 Prozent freuen. Damit lag der Umsatz im vergangenen Jahr bei 28 Milliarden Euro.

    (Foto: picture alliance)
    Platz 6: Hyundai Mobis
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    Obwohl die Koreaner, die Hyundai und Kia beliefern, ein Plus von 7,6 Prozent machten, fielen sie um einen Rang zurück. Der Umsatz betrug 30,2 Milliarden Euro.

    (Foto: dpa)
    Platz 5: ZF Friedrichshafen
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    Der Stiftungskonzern vom Bodensee konnte Hyundai Mobis überholen, denn das Umsatzplus betrug zuletzt 19,3 Prozent. Der gesamte Umsatz für das Jahr 2016 beläuft sich auf 32,353 Milliarden Euro.

    (Foto: dpa)
    Platz 4: Magna
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    Der kanadisch-österreichische Automobilzulieferer verzeichnete jüngst ein Umsatzplus von 17,6 Prozent. Mit einem Erlös von 34.587 Milliarden Euro verharrt Magna auf dem vierten Rang.

    (Foto: dpa)

    Im vergangenen Jahr liefen die Geschäfte der Schwaben nicht besonders gut. Bei dem Hersteller von Pumpen, Motorkomponenten und Verbundbremsscheiben ging der Konzernumsatz um 12 Prozent auf gut 400 Millionen Euro zurück.

    SHW hatte die Jahresprognose im Juli wegen der Kaufzurückhaltung von Kunden auf die Bandbreite von 410 bis 430 Millionen Euro gesenkt und nicht erreicht. Das bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag mit 43,6 Millionen Euro knapp über dem Vorjahresergebnis.

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