Siemens-CFO Joe Kaeser „Wir wollten sehr schnell sehr viel“

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„Wir können noch deutlich besser werden“
Siemens-CFO Joe Kaeser. Quelle: Reuters

Siemens-CFO Joe Kaeser.

(Foto: Reuters)

Also ist Siemens noch kein ’ganz normales Unternehmen der Spitzenklasse’, von dem Vorstandschef Löscher sprach?

Es kommt auf den Anspruch an. Es hat sich schon viel gebessert, wir sind für viele Unternehmen die Benchmark. Unser Anspruch ist aber die Weltklasse, unser Anspruch ist Exzellenz.

Und da sind Sie noch nicht?

Wir können noch deutlich besser werden.

Die Aktionäre sind unzufrieden. Operativ läuft es gut, aber immer wieder gibt es irgendwo Sonderbelastungen. Schon macht das Wort von der Siemens-Krankheit wieder die Runde.

Im ersten Quartal sind wir unter unseren Ansprüchen geblieben. Denn wer Höchstleistung als Anspruch hat, kann mit Mittelmaß nicht zufrieden sein. Aber eine Siemens-Krankheit gibt es nicht.

Naja, hohe Abschreibungen auf Akquisitionen, die Vertragsstrafe für den schnellen Ausstieg bei Areva, die verspäteten ICE-Züge, nun die Probleme im Windsektor. Da ist schon einiges zusammengekommen.

Es ist uns auch vieles hervorragend gelungen! Wir haben sehr viel sehr schnell gewollt, haben uns eine neue Zielstruktur gegeben, den neuen Infrastruktursektor geschaffen, die europäische IT-Landschaft neu geordnet. Und wir haben im vergangenen Geschäftsjahr netto 24000 Menschen eingestellt und integriert. Da schleichen sich dann leider auch Ineffizienzen ein, die man nicht will.

Auffällig ist, dass die letzten Akquisitionen nicht sehr erfolgreich waren. Auf den Diagnostik-Spezialisten Dade Behring mussten Sie eine Milliarde abschreiben.

Bei der Diagnostik haben wir insgesamt nicht optimal gearbeitet. Das zieht sich durch wie ein roter Faden. Die Strategie war allerdings grundsätzlich richtig.

Würden Sie Dade Behring noch mal zu dem Preis kaufen?

Nein. Da war technisch nicht das drin, was außen draufstand.

„Das Ressourcenwachstum wird etwas flacher“
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1 Kommentar zu "Siemens-CFO Joe Kaeser: „Wir wollten sehr schnell sehr viel“"

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  • Dade Bering war ureigenster Beitrag von Löscher. Er kannte das Unternehmen und hat es für einen Mondpreis (mehr als das 100-fache des Gewinns!!!) gekauft. Allein dieser Kauf zeigt, daß Löscher ein Scharlatan ist. Viele haben es von Anfang an gewußt. Dann dieser ganze Quatsch um die Korruptionsvorwürfe. Das Schauspiel "Siemens spielt Kripo in eigener Sache mit den Hauptdarstellern Cromme und Löscher" hat Milliarden gekostet und dem Ruf der Firma geschadet. Die Praxis: In Nigeria, in Kenia, in Rußland, in Chin und sonstwo wird geschmiert. Punkt, aus! Jetzt machen es halt keine Siemens-Leute mehr direkt, sondern spezielle Agenturen. So what?! Das Schauspiel um von Pierer war schlicht unwürdig. Dann die Umorganisation, die kein Mensch versteht. Die operativen Fehler im Zusammenhang mit den Joint Ventures. Nichts, aber auch rein gar nichts hat Löscher geleistet. Er versteht von Technik nichts, er kennt die Märkte nicht, er kennt das Anlagengeschäft nicht, weder von der technischen, noch von der kaufmännischen Seite. Da ist Käser ja noch der bessere Mann; er hat wenigstens "Stallgeruch" und hat Erfahrung mit Siemens. Als Aktionär ist man stinksauer auf das Management. Die Entlassung von Löscher ist die einzig mögliche Konsequenz. Und Cromme soll gleich mit verschwinden (vgl. Thyssen-Krupp)!

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