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Produktion von Computertomographen bei Healthineers

Vor allem dank der weiter guten Nachfrage nach bildgebenden Systemen stieg der Umsatz der Siemens-Tochter um vier Prozent auf 13,4 Milliarden Euro.

(Foto: Bloomberg)

Siemens Die Healthineers können sich in ihrer Branche sehen lassen

Die Medizintechnik-Sparte des Konzerns hat die Erwartungen der Investoren bislang erfüllt. Doch vieles hängt an der neuen Diagnostik-Plattform.
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München Der größte Börsengang des vorigen Jahres startete mit einer Panne. Als die Aktie der Siemens-Medizintechnik-Tochter Healthineers ihre Erstnotiz an der Frankfurter Börse feiern sollte, versagten im März 2018 die Computersysteme der Deutschen Börse.

Wegen der technischen Probleme startete das elektronische Handelssystem Xetra mit 40 Minuten Verspätung. Immerhin konnte Healthineers-Chef Bernd Montag ein wenig mit Nationaltorwart und Ehrengast Manuel Neuer plaudern, ehe er endlich die Börsenglocke läuten durfte.

Vom technisch holprigen Start abgesehen, ist das Debüt geglückt. Für die Siemens-Aktionäre war das enorm wichtig. Denn der Medizintechnik-Spezialist ist das Flaggschiff im neuen Flottenverband von Joe Kaeser, deutlich wichtiger noch als die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa, die ebenfalls an die Börse vorgeschickt wurde.

Drittes Unternehmen mit strategischer Mehrheitsbeteiligung in der neuen Siemens-Struktur soll der Bahntechnik-Spezialist Siemens Alstom werden. Falls Brüssel die Fusion untersagt, könnte die Siemens-Mobility-Division womöglich allein an die Börse gehen.

Healthineers legte im vergangenen Jahr eine solide Performance hin – operativ wie auch an der Börse. Zu einem Ausgabepreis von 28 Euro war die Aktie gestartet, am Ende eines schwierigen Aktienjahres lag sie zum Jahreswechsel dann bei gut 38 Euro.

Auch geschäftlich lief es gut. Vor allem dank der weiter guten Nachfrage nach bildgebenden Systemen wie zum Beispiel Computertomografen stieg der Umsatz um vier Prozent auf 13,4 Milliarden Euro. In Aussicht gestellt worden war den Investoren ein Zuwachs von drei bis vier Prozent.

Die operative Umsatzrendite ging unter anderem wegen negativer Währungseffekte sowie den Kosten für den Börsengang und für die Einführung der neuen Diagnostikplattform Atellica von 17,7 auf 16,5 Prozent zurück.

Bereinigt um die IPO-Ausgaben und die Kosten für den Stellenabbau lag die Marge bei 17,2 Prozent und damit ebenfalls innerhalb der Prognose von 17 bis 18 Prozent. Im laufenden Geschäftsjahr 2018/19 erwarten die Healthineers ein Umsatzwachstum von vier bis fünf Prozent und eine bereinigte Ergebnismarge von 17,5 bis 18,5 Prozent.

Alles hängt an der Diagnostiksparte

Im Branchenvergleich können sich die Healthineers durchaus sehen lassen. Der Konkurrent Philips kam zum Beispiel in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres auf ein Umsatzwachstum auf vergleichbarer Basis von gut vier Prozent. Die bereinigte operative Umsatzrendite auf Basis des Ebitda lag bei 15,3 Prozent.

Insgesamt also gelang das Debüt der Healthineers. Doch Montag und Kaeser wissen: Ob die Börsenstory wirklich eine große Erfolgsgeschichte wird, entscheidet sich erst auf längere Sicht. Denn alles hängt an Atellica.

Lange schwächelte die Diagnostiksparte von Siemens. Nach teuren Zukäufen betrieb der Konzern zeitweise mehrere Plattformen gleichzeitig. Nun soll die Wende mit Atellica gelingen. Dazu müssen möglichst viele Plattformen verkauft werden – das Geld wird dann ähnlich wie bei Rasierern und den Klingen über die Jahre mit den Reagenzien verdient.

Bislang sind zumindest die Healthineers selbst mit der Auslieferung zufrieden. Bis Ende des Geschäftsjahres wurden mehr als 990 Plattformen verkauft. In einem Jahr sollen es bis zu 3 500 und Ende des Geschäftsjahres 2020 etwa 7 000 sein. Positiv ist, dass mehr als ein Drittel der Systeme von Neukunden gekauft wird. So orderte Primary Health Care in Australien 74 Analysesysteme, Laborizon in Frankreich bestellte im vergangenen Geschäftsjahr 40 Stück.

Insgesamt also haben die Healthineers bislang eine solide Performance hingelegt – auch wenn der Börsenkurs zuletzt unter Druck stand. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit immerhin bei etwa 35 Milliarden Euro.

Allerdings gilt das, was Fondsmanager Christoph Niesel von Union Investment sagt: „Das Börsenlisting von Siemens Healthineers hat trotz deutlicher Wertsteigerung der Healthineers-Aktien nicht dazu geführt, dass Siemens insgesamt wertvoller geworden ist.“

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