Siemens Kapitalmarkt hat große Forderungen an Kaeser

Die Meinungen am Kapitalmarkt über den neuen Siemens-Chef Joe Kaseser gehen auseinander. Fest steht: Die Erwartungen an ihn sind groß. Er brauche ein paar schnelle Siege und müsse den Konzern umbauen.
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Er will Aufbruchsstimmung vermitteln. Der neue Siemens-Chef Joe Kaeser. Quelle: dpa

Er will Aufbruchsstimmung vermitteln. Der neue Siemens-Chef Joe Kaeser.

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Investoren und Analysten verlangen vom neuen Siemens-Chef Joe Kaeser schnell Klarheit über seine Ziele. „Innerhalb des Vorstands war er wahrscheinlich der beste Kandidat für die Rolle. Er ist anerkannt für seine Erfolge bei Portfoliobereinigung und dem Sparprogramm“, lobte Analyst Gael de-Bray von der Societe Generale. „Die Umsetzung des Programms war allerdings relativ langsam und die Probleme bei der Projektumsetzung fressen sich weiterhin in die Bilanz. Das legt nahe, dass die Risikokontrolle gestärkt werden muss.“ Kaeser hatte am Mittwoch zu seinem Amtsantritt erklärt, es gehe ihm vor allem um die Beruhigung des von immer neuen Sparrunden verschreckten Konzerns. Renditen und neue Umbauprogramme hätten keine Priorität.

Die Experten der Deutschen Bank fordern dennoch von ihm eine Verschlankung des Technologieriesen. „Es ist an der Zeit, mit den unfertigen Geschäftsfelder abzuschließen. Obwohl Siemens in den letzten zehn Jahren fokussierter und profitabler geworden ist, gibt es noch viele offene Flanken. Wir denken, Siemens orientiert sich immer noch zu stark am Wachstum und ist zu mannigfaltig. Wir hoffen, dass der neue CEO beide Probleme angeht.“

Der Kapitalmarkt hält überhaupt nichts von der der Forderung der Arbeitnehmervertreter, dass bei den Münchnern künftig der „Mensch vor Marge“ gehen müsse. „Seine dringlichste Aufgabe wird sein, die Siemensianer noch mehr als bisher von der Notwendigkeit eines durchgreifenden und nachhaltig profitablen Konzernumbaus zu überzeugen. Siemens muss schneller, flexibler und zuverlässiger werden, um den Rückstand bei Profitabilität und Wachstum im Vergleich zur Konkurrenz aufzuholen“, fegt Fondsmanager die Sehnsucht nach Sicherheit der Belegschaft vom Tisch. Analyst Andrew Carter von RBC Capital Markets ist sich gewiss, dass Kaeser trotz aller Beschwichtigungen weiter die Rendite in hohen Ehren halten werde. „Kaesers Ernennung beseitigt eine gewisse Unsicherheit. Er tritt sofort an und wir rechnen nicht damit, dass er sich komplett von den Margenziele für 2014 abwendet, da er zur Zeit der Prognose schon Finanzchef war.“

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