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Siemens-Tochter Schwacher Start ins Jahr dämpft die Stimmung bei Siemens Healthineers

Die Aktionäre der Siemens-Tochter treffen sich zum ersten Mal. Zwar bestätigte CEO Bernd Montag die Ziele. Doch das erste Quartal verlief enttäuschend.
Update: 05.02.2019 - 12:07 Uhr Kommentieren
Die Tochter des Industriekonzerns bestätigt auf der Hauptversammlung die Ziele für das laufende Geschäftsjahr. Quelle: Reuters
Siemens Healthineers

Die Tochter des Industriekonzerns bestätigt auf der Hauptversammlung die Ziele für das laufende Geschäftsjahr.

(Foto: Reuters)

München Es war eine Premiere für alle Beteiligten. Bei der ersten Hauptversammlung der Siemens Healthineers stellte Vorstandschef Bernd Montag erst einmal sein Vorstandsteam und sich selbst vor. „Ich bin seit 23 Jahren von Beginn meines Berufslebens ein Teil des Siemens-Healthineers-Teams.“

Der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Sen hatte zuvor bereits die Kontrolleure einzeln präsentiert, von Nathalie von Siemens bis Ex-Wirtschaftsminister Philipp Rösler. Sein Fazit der Verselbstständigung der Siemens-Medizintechnik: „Der Börsengang war außerordentlich erfolgreich.“

Die Healthineers-Aktie hatte im März 2018 zu einem Ausgabepreis von 28 Euro ihr Debüt auf dem Parkett gefeiert. Das erste Jahr verlief operativ und an der Börse ordentlich, derzeit steht das Papier bei 34 Euro. Investoren und Großaktionär Siemens, der weiter die Mehrheit hält, sind bislang zufrieden.

Allerdings wurde die Festtagsstimmung bei der ersten Hauptversammlung ein wenig vom durchwachsenen Start ins neue Geschäftsjahr getrübt. Der Healthineers-Umsatz wuchs im ersten Quartal 2018/19 – die Zahlen wurden am Montag in der vergangenen Woche vorgelegt – nur um gut drei Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Bereinigt um Sondereinflüsse betrug der Zuwachs 2,5 Prozent.

Im gesamten Vorjahr lag die Wachstumsrate noch bei vergleichbar 3,7 Prozent. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis stagnierte bei 545 Millionen Euro. Die entsprechende Ergebnis-Marge sank im Vergleich zum Vorquartal von 17,1 auf 16,5 Prozent.

Vorstandschef Montag sprach auf der Hauptversammlung von einem „gemischten Bild“. Grund für die schwächere Profitabilität: In der Diagnostiksparte sank das Ergebnis um fast ein Viertel auf 76 Millionen Euro, die Ergebnismarge ging von 10,7 auf 7,9 Prozent zurück.

Ursache sind Probleme beim Hochlaufen der neue Diagnostik-Plattform Atellica. Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres wurden zwar mehr als 370 Systeme ausgeliefert. Doch erweist sich die Installation der Plattform gerade bei größeren Laboren mit mehreren Bestellungen als komplex. Die verlängerten Installationszeiten führten zu höheren Kosten. „Hier sehen wir eine zeitlich befristete Kehrseite des frühen Markterfolgs von Atellica, insbesondere in größeren Laboren und bei Neukunden“, sagte Montag.

Von den Aktionären gab es denn auch viele kritische Fragen zu Atellica. Die Anlaufschwierigkeiten seien eine negative Überraschung gewesen, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). „Wir sind etwas unsanft auf dem Boden der Realität gelandet.“ Es sei ein „bisschen ein Armutszeugnis, dass es nicht so supertoll gelaufen ist, wie Sie geplant haben“.

Auch Felix Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) kritisierte: „Die Einführung ist alles andere als gut gelaufen.“ Insgesamt aber zeigten sich die Investoren mit dem ersten Jahr an der Börse zufrieden. „Die Investition hat sich gelohnt“, sagte Aktionärsvertreterin Bergdolt.

Das Thema hat bei Healthineers nun höchste Priorität, die Projekte sind direkt an den Vorstandsvorsitzenden angebunden. Bis Ende des Quartals wurden 1370 Systeme installiert, bis Jahresende sollen es trotz der Probleme 2200 bis 2500 sein. Das Ziel bestehe weiter, sei aber ambitionierter geworden, hatte Montag bei Vorlage der Quartalszahlen gesagt. „Wir durchlaufen eine Lernkurve.“

Atellica soll die Wende in der Diagnostiksparte bringen. Diese hatten die Healthineers teuer zusammengekauft. Die Integration war schwierig, zeitweise betrieb das Unternehmen mehrere Plattformen gleichzeitig. Mit Atellica soll sich das nun ändern. Bis Ende des Geschäftsjahres 2020 sollen 7000 Plattformen verkauft werden. Das Geld verdient das Unternehmen dann vor allem mit den Reagenzien.

Immerhin bestätigte Montag die Prognose für das laufende Jahr. „Die Dynamik wird sich im weiteren Verlauf des Jahres beschleunigen, Wachstum und Profitabilität gegenüber dem Vorjahr erhöhen.“ Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen weiterhin ein vergleichbares Umsatzwachstum zwischen vier und fünf Prozent sowie eine bereinigte Ergebnismarge zwischen 17,5 und 18,5 Prozent. Für das Ergebnis je Aktie wird ein Anstieg von 20 bis 30 Prozent erwartet. Dabei wird unterstellt, dass die Währungskurse stabil bleiben.

Die Siemens Healthineers könnte eines Tages, darauf weist Siemens-Chef Joe Kaeser regelmäßig hin, auch im Dax sein. Nach Börsenwert könnte das Unternehmen dort schon sein, allerdings ist der Siemens-Anteil mit 85 Prozent noch zu hoch, es gibt zu wenig Streubesitz, der gehandelt wird.

Eine Nummer kleiner als die Mutter ist das Unternehmen ja auch. Das zeigten schon die fast komplett leeren Ränge in der Münchener Olympiahalle. Ein paar Tage zuvor waren bei der Siemens-Hauptversammlung weit mehr Aktionäre.

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