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Siemens und Alstom ICE und TGV jetzt unter einem Dach

Gemeinsam wollen Siemens und Alstom der chinesischen Konkurrenz die Stirn bieten. Darum soll ein neuer europäischer Zugkonzern entstehen. Die letzten Details für den Megadeal sollen nun verhandelt werden.
27.09.2017 Update: 27.09.2017 - 09:51 Uhr 4 Kommentare

„Es gibt Doppelstrukturen und da werden Jobs langfristig wegfallen“

München Viele Jahre ist um einen europäischen Zug-Champion gerungen worden. Nun ist er auf den Weg gebracht. Und so wollen Siemens-Chef Joe Kaeser und sein Alstom-Kollege Henri Poupart-Lafarge heute Mittag die Pläne für den neuen Bahntechnikkonzern mit den Schnellzügen ICE und TGV in einem Pariser Hotel persönlich vorstellen.

Am Dienstagabend hatten die Aufsichtsräte von Siemens und Alstom grünes Licht für die Fusion gegeben. Die beiden Konzerne wollen ihre Bahntechniksparten zu einer neuen weltweiten Nummer zwei mit gut 15 Milliarden Euro Umsatz und 62.000 Mitarbeitern zusammenlegen. Siemens soll an dem Gemeinschaftsunternehmen knapp über 50 Prozent halten. Der neue Konzern unter dem Dach von Alstom soll den Namen Siemens Alstom tragen.

Die Arbeitnehmer unterstützen das Projekt und bekommen für vier Jahre Job- und Standortgarantien. Bis zu einem Vollzug gibt es nach der Absichtserklärung vom Dienstagabend aber noch einige Hürden zu nehmen.

Kaeser und Poupart-Lafarge gerieten nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung ins Schwärmen. „Wir setzen die europäische Idee in die Tat um und schaffen gemeinsam mit unseren Freunden bei Alstom auf lange Sicht einen neuen europäischen Champion der Eisenbahnindustrie“, sagte Kaeser. Sein Kollege Poupart-Lafarge ergänzte: „Ich bin stolz darauf, die Schaffung eines solchen Konzerns zu leiten, der zweifellos die Zukunft der Mobilität prägen wird.“ Denn der Alstom-Chef soll auch den mit der Bahntechnik von Siemens fusionierten Konzern führen. Das Unternehmen bleibt auch in Frankreich börsennotiert.

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Standort erkennen
    Das sind die deutschen Patentkönige
    Platz 12: Continental
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    Insgesamt 14.801 Patente wurden im Jahr 2015 durch das deutsche Patent und Markenamt erteilt. Die zwölftmeisten davon erhielt Continental, 172 Stück. Kein Wunder, die Top 50 der Patentanmelder in Deutschland wird durch Firmen der Automobil-, der Zulieferer-Industrie und durch deutsche Firmen dominiert.

    Quelle: Ifi Claims, Patent Services/Fairview Research

    (Foto: dpa)
    Platz 11: Mitsubishi
    2 von 12

    Auch die Japaner sind prominent vertreten, insgesamt kommen acht Unternehmen unter die Top 50 – und drei unter die Top zwölf. Den Anfang macht der Automobilkonzern Mitsubishi, ihm wurden 2015 in Deutschland 175 Patente bewilligt.

    (Foto: dpa)
    Platz 10: Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung Angewandter Forschung
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    Den Auftakt in den Top Ten macht die Fraunhofer-Gesellschaft, Europas größte Organisation für anwendungsorientierte Forschung. 2015 ließ der gemeinnützige Verein sich 220 Entwicklungen patentieren.

    (Foto: dpa)
    Platz 9: Infineon
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    Im Gesamtranking auf Platz neun führt Infineon eine andere Bestenliste sogar an: Der Chiphersteller erhielt die meisten Patente für Entwicklungen in der Halbleitertechnik – in Deutschland der technische Bereich mit den zweitmeisten Patenten überhaupt. Insgesamt gab es für Infineon 225 neue Patente.

    (Foto: dpa)
    Platz 8: Toyota
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    Die gewichtige Rolle der Automobilindustrie wird in Deutschland vor allem in der Top Ten der Patente deutlich. Sieben von zehn Unternehmen sind im Sektor Autobau oder -zulieferung tätig. Der japanische Fahrzeug-Gigant Toyota ließ im letzten Jahr 231 Entwicklungen patentieren.

    (Foto: Reuters)
    Platz 7: Denso
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    Mit Denso auf Platz sieben ist denn auch ein Automobilzulieferer der japanische Konzern mit den meisten neuen Patenten in Deutschland 2015. Der Experte für Automobilelektronik und -mechatronik ließ 2015 240 Entwicklungen schützen.

    (Foto: Reuters)
    Platz 6: VW
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    Noch einmal zwei Patente mehr, 242, sicherte sich im letzten Jahr der Volkswagen-Konzern. Eine wichtige Rolle spielt in Deutschland auch der Umweltschutz: „Technologien zur Klimaveränderung im Bereich Transport und Verkehr“ werden am dritthäufigsten zum Patent angemeldet. Die besondere Stellung wird klar beim Blick auf die USA: Hier liegen Technologien zum Klima- und Umweltschutz nur auf Platz 18.

    (Foto: AFP)

    Vor knapp drei Jahren hatte es schon einmal einen Anlauf für ein Bündnis gegeben. Im Poker um die Energiesparte von Alstom bot Kaeser im Tausch die Züge von Siemens an. Dafür gab es scharfe Kritik der Arbeitnehmer, sie forderten, dass Siemens die Mehrheit und die Kontrolle behalten müsse.

    Dies ist nun für die nächsten Jahre gesichert, und so zeigten sich auch die Arbeitnehmer offen. Angesichts des schärferen Wettbewerbs und des Umbruchs in der Branche müsse sich die europäische und deutsche Bahnindustrie neu aufstellen, sagte IG-Metall-Vorstandsmitglied und Siemens-Aufsichtsrat Jürgen Kerner am Dienstag. „Der Zusammenschluss von Siemens und Alstom kann ein Schritt in diese Richtung werden. Im Rahmen der Verhandlungen seien unter anderem Standortgarantien und ein Verzicht auf Kündigungen für mindestens vier Jahre zugesagt worden. Man erwarte vom Mehrheitseigentümer Siemens ein „zukunftsweisendes Konzept für die Standorte in Europa, das diese langfristig ausrichtet und durch neue Produkte und Investitionen in eine sichere Zukunft führt.“

    Die Fusion ist vor allem eine Reaktion auf den fusionierten chinesischen Weltmarktführer CRRC, der etwa doppelt so groß ist wie Alstom und die Siemens-Bahntechnik zusammen. „Ein marktbeherrschender Akteur in Asien hat die globale Marktdynamik verändert“, drückte es Kaeser aus. Ohne Partner steht nun die kanadische Bombardier da, mit der Siemens ebenfalls verhandelt hatte.

    Stellenabbau ist nicht ganz vom Tisch
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    4 Kommentare zu "Siemens und Alstom: ICE und TGV jetzt unter einem Dach"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Was die Chinesen oder Inder nicht kaufen, schenken wir Frankreich.
      Na, irgendwie muss man Deutschland doch kleinkriegen.
      In ein paar Jahren ist es geschafft.

      Genau wie Airbus wird dann Frankreich diktieren, was mit dem Konzern geschieht.
      Danke Frau Merkel. Vielleicht sollte man mal hier etwas in Deutschland behalten, als Ausgleich für Airbus.

      Aber nein, wir sind zu blöd, die Manger zu gierig um es zu erkennen.
      Wers noch nicht gemerkt hat, Frankreich hat noch nie etwas getan, was nicht zu seinem Vorteil wäre, im Gegensatz zu uns besitzen die Franzosen ein gesundes Nationalbewußtsein.
      Uns wurde das aberzogen, sollte einer doch so etwas entwickeln, hat man die Nazikeule rausgeholt.

    • Wir kennen das bereits von Airbus:

      Vernichtung der deutschen Luftfahrtindustrie. Nun also die Bahnindustrie.

    • "Ein Hund mit Flöhen." Es hat noch nie funktioniert wenn sich Deutsche und Franzosen einigen. Die Airbus Zentrale wurde auch in Toulouse gebaut und die Stellen in München abgebaut. ENBW ging an EdF ohne das der Strommarkt in Frankreich für Deutsche Versorger geöffnet wurde. Der TGV von SNCF brettet durch Deutschland während der ICE kaum Paris erreicht bei der Deutschen Bahn. Mit anderen Worten, viele Versprechen, viele Verluste auf unserer Seite und die deutsche Politik schaut zu, wie immer.

    • Hier gibt es wohl einen Schreibfehler:
      "Ohne Partner steht nun die kanadische Alstom da, mit der Siemens ebenfalls verhandelt hatte."
      Es muss doch Bombardier heißen!

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