Sigmar Gabriel zu VW Doch ein Imageschaden für Deutschland?

Nachdem sich die Aufklärung des VW-Skandals immer länger hinzieht, warnt nun auch die Bundesregierung vor einem Imageschaden für Industrieprodukte „Made in Germany“.
auf der Industriekonferenz des Bundeswirtschaftsministeriums „Zukunftsperspektive Industrie 2030“ in Berlin: VW-Krise schadet deutschem Image. Quelle: dpa
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel

auf der Industriekonferenz des Bundeswirtschaftsministeriums „Zukunftsperspektive Industrie 2030“ in Berlin: VW-Krise schadet deutschem Image.

(Foto: dpa)

BerlinWenn alles gut läuft, dann bringt es Vorteile: Nationale „Champions transportieren ein positives Deutschlandbild, das gut ist für uns alle“, erklärte Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel am Donnerstag auf einer Industriekonferenz in Berlin. „Und wo es nicht funktioniert, wie aktuell bei Volkswagen, ist es auch gleich ein großer Schaden über das Unternehmen hinaus - sozusagen für das Qualitätsgut ’Made in Germany’.“

Erstmals räumt damit ein Mitglied der Bundesregierung einen weitreichenden Imageschaden für Deutschland durch den VW-Skandal ein. Bislang hat Gabriel einen dauerhaften Schaden für die Marke ’Made in Germany’ bestritten.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ging im Oktober vergangenen Jahres davon aus, dass ’Made in Germany’ keinen „Kratzer bekommen“ würde. Merkel machte damals allerdings auch deutlich, dass „volle Transparenz“ notwendig sei, damit VW den Abgasskandal hinter sich lassen könne.

Knapp fünf Monate nachdem der Skandal aufgedeckt wurde, berichtete am Wochenende die Bild am Sonntag, dass Ex-VW Chef Martin Winterkorn bereits am 23. Mai 2014 von einem Mitarbeiter schriftlich über Ermittlungen der US-Umweltbehörden wegen überhöhter Abgaswerte und der Suche nach einer VW- Betrugssoftware informiert wurde.

Diese Autobauer investieren am meisten
Platz 15: Kia
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Ob neue Montagehallen oder Labors: Die Autoindustrie hat ihre Investitionen in den vergangenen Jahren zufolge deutlich hochgeschraubt. 51,9 Milliarden Euro haben die 16 größten Autohersteller der Welt in Fabriken, Forschungszentren und andere Bereiche gesteckt – gut 45 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2010. Das sind die Ergebnisse des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY). Dabei gehören Kia, Mazda (Platz 16) und Mitsubishi (Platz 14) zu den Schlusslichtern. Die Autobauer haben 2015 keine Investitionen getätigt.

Quelle: EY-Studie

Platz 13: Suzuki
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Grund für die höheren Anstrengungen ist die weltweit brummende Autokonjunktur – der Markt wird größer, also strengen sich die Firmen an, um mehr abzubekommenden vom größeren Absatz-Kuchen. Suzuki hat im vergangenen Jahr 500 Millionen Euro in Projekte investiert. Insgesamt waren es 180 Investitionsprojekte.

Platz 12: Renault Group
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Von 2010 bis 2015 gingen die Investitionen Schritt um Schritt nach oben – zuletzt lag das Plus 2015 bei fast 50 Prozent. Einzig 2013 gab es ein Minus. Die französische Renault Group hat 500 Millionen Euro in Projekte gesteckt.

Platz 11: BMW Group
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Einer der Hauptprofiteure des weltweiten Investitionsbooms ist Deutschland: Seit 2010 wurden in Deutschland insgesamt 139 Investitionsprojekte im Gesamtwert von 20,7 Milliarden Euro durchgeführt – allein im vergangenen Jahr belief sich das Investitionsvolumen in Deutschland auf zwölf Milliarden Euro. 600 Millionen Euro kommen von BMW.

Platz 10: PSA Group
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700 Millionen Euro hat die PSA Group im vergangen Jahr ausgegeben. „Die Unternehmen haben jetzt das Geld, um langfristige Investitionen zu tätigen“, sagt Studienautor Peter Fuß.

Platz 9: Honda
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Mit Investitionen in neue Modelle und Produktionsverfahren will Honda jährlich mehr Autos verkaufen. 1,1 Milliarden Euro war das dem japanischen Konzern vergangenes Jahr wert.

Platz 8: Nissan
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Der Nissan Leaf ist das bisher weltweit meist verkaufte Elektroauto. Auch in Zukunft will der Konzern in dieser Sparte führend bleiben. Diese und andere Projekte kosteten den Autobauer im vergangenen Jahr 1,5 Milliarden Euro. Auch in diesem Jahr will Nissan 35 Millionen Euro in sein Elektroauto-Batteriewerk investieren.

Die Opposition hat in einer Aktuellen Stunde des Bundestags zum Dieselskandal der Bundesregierung Zögerlichkeit bei der Aufklärung des Skandals vorgeworfen. Die von Verkehrsminister Alexander Dobrindt eingesetzte Untersuchungskommission diene eher der Beratung als der Aufklärung, sagte der Linke Verkehrspolitiker Herbert Behrens.

  • Bloomberg
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