Skoda Vom Ostauto zur globalen Marke

Viele Inder, Chinesen und Russen, aber auch Deutsche fahren heute einen Skoda. 25 Jahre nach dem Einstieg des Wolfsburger Konzerns bei den Tschechen ist der Skoda der eigentliche Volkswagen, meint ein Experte.
28. März 1991: Der damalige Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Carl Horst Hahn (r.) und der tschechoslowakischen Industrieminister Jan Vraba nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit Skoda. Quelle: dpa
25 Jahre VW-Einstieg bei Skoda

28. März 1991: Der damalige Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Carl Horst Hahn (r.) und der tschechoslowakischen Industrieminister Jan Vraba nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit Skoda.

(Foto: dpa)

PragAls Volkswagen vor 25 Jahren beim Autobauer Skoda einstieg, ahnte kaum jemand, was für ein Erfolg sich innerhalb weniger Jahre einstellen würde. Autos aus dem ehemaligen Ostblock galten als unzuverlässige Rostlauben. Die tschechoslowakische Staatsfirma schrieb Anfang der 1990er-Jahre Verluste und stellte weniger als 200.000 Kompaktwagen des Modells „Favorit“ im Jahr her. Ein Manager einer großen amerikanischen Automarke sagte angesichts der damals 21.000 Beschäftigten nur trocken: „Das machen wir mit 4000 Leuten.“

Die Unkenrufer sollten nicht recht behalten. Heute produziert die Marke mit dem geflügelten Pfeil mehr als eine Million Fahrzeuge im Jahr. Auch die Zeiten, in denen Volkswagen Skoda als Einsteigermarke etablieren wollte, sind längst passé. Skoda zeige die gleiche Wertigkeit wie Ford, Opel und sogar die Konzernmarke VW, sagt der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center der Uni Duisburg-Essen. Und fügt hinzu: „Man könnte sagen, die Tochter Skoda frisst ihre Mutter.“

Doch beinahe wäre Skoda am 16. April 1991 nicht zu 31 Prozent deutsch, sondern französisch geworden. Renault hätte in Mlada Boleslav gerne von den niedrigen Löhnen profitiert und einen Kleinwagen gebaut, den späteren Twingo. Französische Minister und Präsident François Mitterrand gaben sich in Prag die Klinke in die Hand. Die Tschechoslowakei galt als Tor zum vielversprechenden mittel- und osteuropäischen Automarkt.

Gegen Renault sprach, dass Skoda als eigenständige Marke untergegangen wäre, sagte der damalige Ministerpräsident des tschechischen Teilstaats, Petr Pithart, einmal im dpa-Gespräch. Angesichts antideutscher Ressentiments war der Zuschlag für VW für den Christdemokraten eine gewagte Entscheidung: „Es war politischer Selbstmord“, sagte Pithart unverblümt.

Ordnung! Muss! Sein!
Flaggschiff mit Gardemaß
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Mit 4,90 Meter Länge ragt der Superb schon fast aus der Mittelklasse heraus. Unser Testwagen mit 2-Liter-Turbodiesel (140 kW), 6-Gang-DSG, und umfangreicher Extra-Ausstattung vermittelt aber auch in anderer Beziehung eine gewisse Nähe zum Premium-Segment.

Mittelklasse mit Platz wie in der Oberklasse, dafür steht der Superb
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Weil man bei Skoda den Raum dank Quermotor und Vorderradantrieb besser nutzen kann als etwa BMW und Mercedes, ist das Platzangebot großzügiger. Vorne wie hinten. Billige Plätze gibt es hier nicht.

Kurze Anprobe, ein Meter fünfundachtzig sind kein Problem.
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Transportgut mit XXL-Abmessungen profitiert davon, dass die Radhäuser die Ladefläche nur minimal einengen. Spann-Netze halten alles gut fest. Leider lässt sich der Ladeboden aber nicht zur komplett ebenen Fläche machen. Was in diesem Fall der Durchblutung zugute kommt. Als Extra ist aber auch die ebene Fläche zu haben, macht 220 Euro.

Skoda Superb Combi im Detail
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Das weckt den Spieltrieb. Bei all den Haken, Ösen, Klappen, Fächern und Netzen gibt es für viele Dinge des täglichen Bedarfs im Superb gleich mehrere Verstauungslösungen. Herumpoltern muss hier jedenfalls nichts mehr.

Combi im natürlichen Habitat
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Auf dem Baumarkt-Parkplatz macht der Superb einen guten Eindruck. Seine große Klappe öffnet jetzt per Fußschwenk und dahinter verschwinden auch sperrige Sachen. Zwischen 660 und 1.950 Liter stehen zur Verfügung.

Man sieht es sofort, sein Billig-Image hat Skoda längst abgestreift
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Wie VW Golf und VW Passat nutzt der neue Skoda Superb den flexiblen modularen Querbaukasten des Volkwagens-Konzerns – dehnt ihn aber auf die aktuell großzügigsten Dimensionen aus. Und hält jede Menge überraschende Detaillösungen bereit.

Was ist hier an Bord?
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Im Testwagen ist rund um den Automatik-Wählhebel sogar noch Platz für mehr. Jetzt sind drin: Start-Stopp-Automatik, Fahrmodus-Wahlschalter, ESP (Off), Park-Warnpieper, Einpark-Automatik, Klimaanlage. Rechts vor dem Schalthebel liegt ein USB-Anschluss – alles sehr gut erreichbar.

Heute ist das kaum mehr vorstellbar. Skoda ist zu einer globalen Marke geworden. Größter Absatzmarkt ist nicht mehr Tschechien, sondern das bevölkerungsreiche China. Als der chinesische Staatspräsident Xi Jinping Ende März Prag besuchte - sein einziger Zwischenstopp auf dem Weg in die USA - wurden wichtige Verträge unterschrieben. Gemeinsam mit dem staatlichen Autohersteller SAIC will Skoda in den nächsten fünf Jahren rund zwei Milliarden Euro unter anderem in die Ausweitung der Modellpalette investieren.

„Der eigentliche Volkswagen ist der Skoda“
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