Social-Media-Barometer Osram-Chef will keine weiteren Stellen streichen

Osram-Chef Olaf Berlien plant offenbar keinen weiteren Stellenabbau. In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ kündigt er zudem eine neue Osram-Strategie an. Das Netz reagiert.
Kommentieren
Nach der Ausgliederung von der Muttergesellschaft Siemens im Jahr 2013 baut das Münchner Unternehmen Osram weiter stark sein Geschäft um. Quelle: dpa

Nach der Ausgliederung von der Muttergesellschaft Siemens im Jahr 2013 baut das Münchner Unternehmen Osram weiter stark sein Geschäft um.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Chef des Leuchtmittel-Herstellers Osram will im künftigen Konzernumbau auf weitere Stellenstreichungen verzichten. Das sagte Geschäftsführer Olaf Berlien im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe).

Künftig möchte er unter anderem den Dienstleistungsbereich stärken, etwa indem er Kunden per Smartphone-App mehr Möglichkeiten zur Lichtsteuerung gibt. Aktuell investiere Osram sechs Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung, so Berlien. Der Ex-Thyssen-Krupp Technologie-Vorstand trat zum 1. Januar 2015 seinen Chefposten bei Osram an.

Die ehemalige Siemens-Tochter steht vor einem großen Konzernumbau. Insbesondere asiatische Konkurrenten und der Umschwung zu LED-Leuchtmittel haben dem einst führenden deutschen Glühbirnenhersteller in den vergangenen Jahren zugesetzt.

Was aus Siemens-Töchtern wurde
Osram
1 von 12

Im Juli 2013 wurde Osram in die Unabhängigkeit entlassen. Für den Leuchtmittelhersteller lief es zunächst nicht gut. Das Geschäft mit traditionellen Leuchtmitteln brach ein, der Hersteller baut noch immer im großen Stil Arbeitsplätze ab. In einer ersten Sparrunde sollten 8.700 Stellen wegfallen, in einer zweiten weitere 7.800. Das Unternehmen konzentriert sich unter anderem auf das Geschäft mit Leuchtdioden (LED).

BSH Hausgeräte
2 von 12

Die bekannten Waschmaschinen, Kaffeeautomaten oder Staubsauger mit dem Siemens-Logo stammten in der Regel vom Gemeinschaftsunternehmen Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH), das bereits seit 1967 existiert. 2013 lag der Umsatz der Münchner bei 10,5 Milliarden Euro bei 439 Millionen Euro Gewinn vor Steuern. Im September 2014 verkündeten Siemens und Bosch, dass BSH künftig zu 100 Prozent Bosch gehören werde.

Gigaset
3 von 12

Das Geschäft mit schnurlosen Telefonen hat Siemens im Jahr 2008 an den Finanzinvestor Arques verkauft, der seit 2011 als Gigaset firmiert. Ein Streit über den Verkaufspreis zog sich bis weit in das Jahr 2010 hin, Siemens verzichtete schließlich wohl auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

Siemens Mobile
4 von 12

Der Verkauf der Handy-Sparte an den taiwanischen Elektronikkonzern BenQ 2005 war für Siemens ein unrühmliches Kapitel. Im Rennen mit damaligen Branchengrößen wie Nokia konnte Siemens nicht mithalten, doch auch unter dem neuen Besitzer hatte das Unternehmen keine Zukunft. Siemens Mobile mit zuletzt etwa 6.000 Mitarbeitern stellte Ende 2006 die Produktion ein.

Siemens Networks
5 von 12

Das Geschäft mit der Ausrüstung für Telefonnetze brachte Siemens im Jahr 2007 in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia ein. Nokia Siemens Networks machte danach etliche Sparrunden durch. Anfang Juli 2013 kündigte Siemens den Verkauf seines 50-Prozent-Anteil für 1,7 Milliarden Euro an Nokia an. Mit dem Verkauf der Nokia Solutions and Networks-Anteile wollte Joe Kaeser – damals Siemens-Finanzvorstand – die „Fokussierung auf unser Kerngeschäft“ vorantreiben. teilte Joe Kaeser, damals Siemens-Finanzvorstand, mit. Seitdem Nokia seine Mobilsparte 2014 an Microsoft verkaufte, firmiert das die Firma unter dem Namen Nokia Networks.

Infineon
6 von 12

Ähnlich wie Osram erging es auch der Chipsparte von Siemens. Sie wurde aber bereits zum Höhepunkt des Börsenbooms Anfang 2000 unter dem Namen Infineon an die Börse gebracht. Zunächst hielt Siemens noch einen Großteil der Aktien, gab diese aber bis 2006 alle ab. Infineon ist genau wie sein einstiger Mutterkonzern im Dax notiert. Im Jahr 2014 erzielte Infineon 4,3 Milliarden Euro Umsatz.

Epcos
7 von 12

Im Sommer 2008 verkündete der japanische Technik-Konzern TDK den Kauf von Epcos, einer ehemaligen Siemenssparte. Der Kaufpreis betrug etwa eine Milliarde Euro. Siemens hatte den Hersteller passiver Elektronikbauteile im Jahr 1999 gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Matsushita an die Börse gebracht. Im Jahr 2014 beschäftigte Epcos etwa 24.000 Mitarbeiter. Seit 2009 ist die Firma nicht mehr an der Börse geführt.

Die Kosten des Umbaus schlugen sich im Konzernergebnis nieder. Zuletzt fuhr Osram zwischen Juli und September 2014 trotz leicht gestiegenen Umsatzes einen Verlust von 39 Millionen Euro ein.

Die Nachricht, keine weiteren Personalkürzungen vorzunehmen, dürfte nicht nur bei den Arbeitnehmern gut ankommen. Auch im Netz wird diskutiert. Im  Social-Media-Barometer des Handelsblatts legte der Wert von Osram im Vergleich zu Mittwoch um 276 Prozent zu.

2012 arbeiteten noch knapp 40.000 Menschen für das Münchner Unternehmen. In mehreren Sparrunden („Push 1“ und „Push 2“), die zum Teil bereits abgeschlossen sind, streicht der Konzern weltweit bis 2017 insgesamt mehr als 15.000 Stellen.

  • mats
Startseite

Mehr zu: Social-Media-Barometer - Osram-Chef will keine weiteren Stellen streichen

0 Kommentare zu "Social-Media-Barometer: Osram-Chef will keine weiteren Stellen streichen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%