Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Solarbranche Subventionen schützen nicht vor Konkurrenz

Seite 2 von 2:
Direkte Zuschüsse an Unternehmen

Solarwatt setzt auf Standort Deutschland

Auch der Solarkonzern Solarworld mit seinem charismatischen Chef Frank Asbeck hat von solcher Förderung profitiert: Den Berechnungen zufolge strich das Unternehmen zwischen 2003 und 2011 mindestens 130 Millionen an direkter Beihilfe ein. Solarworld war gut durch die Krise gekommen, hatte aber im dritten Quartal des vergangenen Jahres erstmals einen Verlust ausgewiesen.

Dem insolventen Solarkonzern Solon hat der Staat ebenfalls unter die Arme gegriffen. Laut Berliner Senat bürgt der Bund für Kredite des Unternehmens im Umfang von 70 Millionen Euro. Das Land Berlin steht für 37,4 Millionen Euro gerade, Mecklenburg-Vorpommern für 9,3 Millionen Euro. Erst nach Abschluss des Insolvenzverfahrens werde klar sein, wie viel von dem Geld verloren sei, heißt es. Auf diese Weise kosten die Solarfirmen den Staat auch in der Pleite noch Millionen, vom Insolvenzgeld, das die Löhne der Beschäftigten noch bis Ende Februar sichert, ganz zu schweigen.

Angesichts dieser Praxis ist es für Finanzexperten wenig überraschend, dass für die Unternehmen bis zuletzt kaum Druck bestand, sich auf den Wettbewerb einzustellen. Christoph Bruns, Fondsmanager und Chef der Fondsboutique Loys – bekannt als Kritiker von Branchenfonds, vor allem solchen, die auf neue Energien und Solar setzen – sieht den Ursprung der Probleme in den Fördermitteln: „Die Branche wurde zehn Jahre lang mit Subventionen gehätschelt und jetzt ist die Luft raus“, sagte er im Gespräch mit Handelsblatt Online.

In Berlin werden die direkten Zuwendungen kaum thematisiert, zumal sie im Vergleich mit der indirekten Hilfe  durch das EEG gering aussehen. Bis zu acht Milliarden Euro jährlich fließen mittlerweile durch die in dem Gesetz vorgesehene Förderung in die Vergütung von Sonnenstrom. Die Bundesregierung streitet vor allem um die zukünftige Ausgestaltung des Gesetzes. Sie will die staatlich garantierten Abnahmepreise kürzen.

Andere Staaten haben sich von vornherein für Fördersysteme entschieden, die nicht den unbegrenzten Zubau von Anlagen befeuern, sondern etwa durch Ausschreibungen gezielt einzelne Projekte unterstützen. Durch die direkten Zuschüsse an Unternehmen ist das zum Teil auch schon heute in Deutschland Praxis. Eigentlich ist es Zeit für einen Systemwechsel.

 

Mit Material von dpa und Reuters

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

19 Kommentare zu "Solarbranche: Subventionen schützen nicht vor Konkurrenz"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • das hat er ganz richtig formuliert: Die Entwicklung der Kraftwerke... aber wenn wir es auf Tausen Jahre Halbwertzeit hochrechnen, und die Kosten für Sicherung, Entsorgung, Umweltschäden, und ganz deutlich für Gesundheitsschäden dazurechnen, dann lässt das die Nation der Steuerzahler aber deutlich und unwiderlegbar erschaudern. Ich denke, es wird wichtig, wirklich die Dinge bis zu Ende zu denken, und nicht nur bis zum Gedanken der Entwicklungskosten.

  • Unsinn. Die Endlagerfrage ist gelöst - Unschädlichmachung durch Transmutation - machen die anderen.
    Warum zahlen unsere Nachbarn nur 8 Cent pro kWh? Weil Kernkraft so teuer ist?
    Alles nur dumme Propaganda für den Zufallsstrom aus PV und Wind.

  • Das Subventionen nicht vor Konkurrenz schützen war schon immer so. Leider haben sich die Kommentare sehr negativ auf die PV-Branche verteilt, die nicht gerechtfertig ist. Man muss auch mal bedenken, dass die Betreiber einer PV-Anlage gewonnenen Strom in das Netz einspeisen und somit das Netz stabilisieren. Deutschland hat sich nun mal für die Energiewende entschieden, alle die nicht daran teilnehmen wollen sind es selber schuld. Wir werden in den nächsten Jahren noch dankbar sein, dass wir in DE eine innovative Technologie aufgebaut haben, die Arbeitsplätze schafft und Waren ins Ausland exportiert. Daran sollte man auch mal denken

  • die Zahlen sind Fakt.
    Das Erkunden von möglichen Endlagerstätten wurde von den Grünen vor 10 Jahren gestoppt, um ein Abschalten der Kernkraftwerke zu erzwingen. Die gleichen Leute prangern heute die Folgen ihrer Untätigkeit an.
    Statt politischer Querelen, sollte man besser überlegen, wie die Strahlungsenergie der Abfälle sinnvoll genutzt kann. In Karlsruhe und in anderen Teilen der Welt wird daran geforscht und in China ist man bereits sehr erfolgreich. Es bestehen gute Aussichten, die Energiequelle „Restmüll“ soweit zu nutzen, dass keine nennenswerte Strahlung mehr austritt. Aber hierfür bedarf es natürlich kompetenter Ingenieure und Physiker und keiner Sozialpädagogen.
    Ich frage mich, ob bei uns noch rechtzeitig auf eine reale und ideologiefreie Energiepolitik umgeschwenkt wird. Nur eine möglichst preiswerte und jederzeit verfügbare Energie garantiert unseren Wohlstand.

  • Diese Zahlen sind unglaubwürdig, auch wenn ich sie ad hoc nicht wiederlegen kann. Letztlich ist Kernkraft nur günstig, weil die Betreiber Ihre Kosten (Endlagerung, Versicherung) auf die Allgemeinheit externalisieren können. Ähnlich einer Investmentbanken: Gewinn Bank, Verlust Allgemeinheit. Nach Schätzungen wären wir bei einem fairen Atomstrompreis bei über 1 Euro/kWh.

  • Lieber PV-Freund, bitte stelle Deine Stromversorgung zu 100% auf Solar um und lasse die anderen damit in Frieden. Wenn Solarstrom wirklich konkurrenzfähig sein will, dann muss der Strom nach Kosten von Speichern ( die es noch gar nicht gibt) ca. 5-6 ct/kWh betragen. Und das ist noch für sehr lange Zeit nicht in Sicht!


  • 76 Mio. Investitionszuschüsse und jedes Jahr rund 2 Mio. an Förderung der Entwicklungstätigkeit macht einen Solarworld-Aktienbesitzer, wie ich es bin, auch nicht reicher und den Steuerzahler nicht viel ärmer. Belassen wir es also dabei.

  • PV- und Windstrom ist Zufallsstrom. Teuer und nur durch Subventionen am Leben erhalten. Der Rest der Welt macht den Unsinn nicht mit, obwohl viel bessere Standorte vorhanden sind.
    Wir geben unsere Spitzentechnologie ab, schnelle Brutreaktoren und Thoriumtechnologie wird von den Chinesen weiterentwickelt.
    Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit der Verantwortlichen sind berechtigt, andernfalls wäre das kriminelle Energie.

  • Die Entwicklung der Kernkraftwerke hat dem Steuerzahler etwa 25 Milliarden Euro gekostet. Die Kernkraftwerke haben bis heute ca. 5.000 Milliarden kWh jederzeit verfügbaren Strom erzeugt. Jede kWh wurde also mit ca. 0,2 Cent Steuergeldern gefördert.
    Zum Vergleich: Für 1.600 Milliarden kWh regenerativen Strom aus Wind, Sonne und Biomasse muss der Stromkunde in den nächsten 20 Jahren nach dem unsozialen Energie-Einspeisungs-Gesetz (EEG) mehr als 200 Milliarden Euro aufbringen. Pro kWh regenerativer Energie sind dies mehr als 12 Cent. Doch dieser Strom steht nur zur Verfügung, wenn Wind weht und die Sonne scheint. Daher müssen parallel noch konventionelle Schattenkraftwerke bereit stehen, die gleichfalls Geld kosten.
    Die Frage was hier die Nation der Steuerzahler erschaudern lässt, sei somit dahingestellt.

  • Nach dem EU- und EUROdesaster, nach der Energiewende kann nur festgestellt werden - sie können es nicht!
    Wir haben keine Eliten sondern nur egozentrischen, verantwortungslosen Parteienfilz in den Parlamenten!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote