Solarkonzern Q-Cells in schwerer Finanznot

Mit Q-Cells strauchelt ein weiterer Solarkonzern. Für dieses und kommendes Jahr erwartet das Unternehmen hohe Verluste. Finanzielle Schwierigkeiten bringen das Unternehmen in eine Existenz bedrohende Lage.
Update: 24.01.2012 - 09:51 Uhr 13 Kommentare
Produktionslinie für kristalline Module von Q-Cells im Kreis Bitterfeld-Wolfen): Der Konzern hat Finanzprobleme. Quelle: dpa

Produktionslinie für kristalline Module von Q-Cells im Kreis Bitterfeld-Wolfen): Der Konzern hat Finanzprobleme.

(Foto: dpa)

Frankfurt/BitterfeldDer Solarkonzern Q-Cells wird im laufenden Geschäftsjahr wie schon 2011 tiefrote Zahlen schreiben. Für 2012 gehe der Vorstand bei einem Umsatz von 865 Millionen Euro von einem operativen Verlust (Ebit) von 90 Millionen Euro aus, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Erst 2014 werde wieder mit einem operativen Gewinn gerechnet, der dann bei acht Millionen Euro liegen solle.

Zusätzlich bringt ein Gerichtsentscheid Q-Cells in extreme finanzieller Not. Der Konzern hat einen Großteil seines Grundkapitals aufgezehrt, laut der Nachrichtenagentur Reuters mehr als die Hälfte, laut der Nachrichtenagentur dpa das komplette Grundkapital. Deshalb muss er seine Aktionäre zu einer außerordentlichen Hauptversammlung einladen, bei der es um die Existenz der Gesellschaft gehen wird.

Zur Restrukturierung seiner Finanzverbindlichkeiten strebt Q-Cells ein zweistufiges Verfahren an. Danach sollen die Inhaber der Ende Februar fälligen Wandelschuldverschreibung, die das Unternehmen nicht stunden kann, eine zeitlich gestaffelte Teilrückzahlung erhalten, im zweiten Schritt sollen die 2014 und 2015 fälligen Wandelschuldverschreibungen mittels eines Schulden- und Kapitalschnitts in Eigenkapital überführt werden.

Die Aktie von Q-Cells ging daraufhin auf Talfahrt - sie fielen zwischenzeitlich um rund 15 Prozent auf 0,43 Euro. Die Pläne zu einem Kapital- und Schuldenschnitt bei Anleihen verringerten zwar die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz, sagte ein Analyst. Er halte die Umsatzziele des Unternehmens allerdings für sehr ehrgeizig. Außerdem sehe das Management offenbar weniger Raum für Einsparung als er erwartet habe. Im Sog von Q-Cells-Papiere rutschten andere Solarwerte wie Solarworld oder SMA Solar um bis zu 3,5 Prozent ab.

Solon und Solar Millennium
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13 Kommentare zu "Solarkonzern: Q-Cells in schwerer Finanznot"

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  • Sind sie alle von der Atomlobby geimpft? Wir brauchen eine Energiewende und zwar sofort! Es ist ein harter Wettbewerb aber ein paar Deutsche Unternehmen können sich differenzieren und werden überleben. Und die ach so vielen Subventionen hatten Ihren guten Zweck. Nur mit ihr konnte die Energiewende eingeläutet werden. Die Förderung wird doch schon seit Jahren reduziert und dieses Jahr wird schon grid parity erreicht. Die Branche hat dramatisch die Kosten reduziert und ist viel professioneller geworden. Ich habe keine Lust noch 20 Jahre Atom/Kohlestrom zu konsumieren. Ein Blick nach Japan hilft da auch vielleicht.

  • Kaufen wir doch lieber die subventionierten Module aus China. Dann profitieren wir einerseits von der chinesischen Subvention und sparen uns darüberhinaus noch die unsrigen...Wie schön einfach es sein kann.

  • Sie haben vollkommen recht, nehmen wir lieber saubere Kohle, die muß auch nicht subventioniert werden. Oder Strom aus AKW`S für die es schon eine praktikable Lösung zur Endlagerung des Atommülls gibt. Zumal die auch niemals vom Staat subventioniert wurden. und überhaupt, die Chinesen subventionieren ihre Billigmodule ja schließlich auch nicht...

  • Grundschüler ..Sie haben die hohen Strompreise (woher nur?) in Deutschland als Standortnachteil vergessen.

    Vandale

  • Ron777 Die Sonneneinstrahlung ist auf diesem Planeten unzureichend um diese zur Stromerzeugung nutzen zu können. In der Konsequenz wird ein wertloser Zufallsstrom zu extremen Kosten erzeugt.

    Dies ist der Deutschen Solarindustrie auch bekannt. Deshalb hat man das Hauptaugenmerk auf die Pflege der Medien und der Politik geworfen um die lebensnotwendigen Subventionen zu optimieren und der Kostenoptimierung weniger Aufmerksamkeit geschenkt.

    Vandale

  • Genau, lassen wir lieber die deutschen Solarunternehmen Pleite gehen! Und fördern gleichzeitig die Kohle weiter mit mehreren Millarden jährlich!
    Sehr sinnvolle Zukunftspolitik...

  • Es kommt immer wie es kommen muss. Unternehmen,
    die nur mit Subventionen überlebensfähig sind, werden irgendwann immer pleite gehen.
    Profitiert, im Sinne von bereichert, haben dann nur wenige. Die aber massiv. Die Zeche zahlt wie immer der gutgläubige Anleger, bzw. der Steuerzahler!
    Wer in solche, subventionierte, Unternehmen sein Geld investiert muss wissen, dass es auf Dauer nicht gut geht.

  • Wieder ein wunderbares Beispiel für gigantische und unsinnige Industriesubventionierung. Der ganze Solar-Spaß hat den deutschen Stromkunden bislang 100 Mrd. Euro für Einspeisevergütungen gekostet. Das sind pro Haushalt ca. 2000 Euro. Nicht zu vergessen die regiden und teilweise schlicht sinnentleerten Energieauflagen bei Neubauten, die den Bauherren Investitionen in regenerative Energien vorschreiben, nicht weil es sinnvoll ist, sondern als zusätzliche Quersubventionierung für die Ausrüsterindustrie. Alles ganz großes Kino und so GRÜN! Und im Endeffekt stellt sich nun heraus, dass unsere gepäppelten Solarunternehmen fett geworden sind und vergessen haben ihre Produkte weiter zu entwickeln. Nun kassieren Unternehmen aus der USA und China die deutschen Subventionen und überschwemmen den deutschen und internationalen Markt mit Panelen. Für ein paar Tausender gehen in den nächsten Jahren dann noch die verbleibenden Patente der dann insolventen deutschen Firmen nach Fernost und wir sind genau dort, wo wir mal angefangen haben. Ach, doch nicht - wir zahlen dann noch weiter 15 Jahre für chinesische Solarplatten auf deutschen Dächern Einspeisevergütung. Hurra!


  • Ich finde es total unfair, dass die Anleihen zurückbezahlt werden. Q-Cells wäre ein grundsolides Unternehmen, wenn die Schulden, die teuren Arbeitskräfte, der Rückgang der Solarförderung, die chinesische Konkurrenz, die hohen Beschaffungspreise, das Management, der Standortnachteil, die hohen Steuerbelastungen, das Steuerwirrwarr, die Importe der Wettbewerber, das Preisgefälle etc. nicht wären.

  • fairer Weise muss man aber zugeben, dass die
    chinesischen Hersteller massivst von ihrem
    skrupellosen Staat unterstützt werden und zu
    Dumpingpreisen auf dem Markt agieren.
    Auch schwarz,rot,gelb haben über Jahrezehnte hinweg
    durch "Entwicklungshilfe" die Situation erst entstehen
    lassen.

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