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Solarstrom Deutsche Energiewende macht Schweizer Speicherkraft unrentabel

Schweizer Stromkonzerne wollen vom deutschen Atomausstieg profitieren und investieren in neue Speicherkraftwerke. Bisher ein sicheres Geschäft. Doch die Solarenergie könnte das Geschäftsmodell ruinieren.
24.08.2012 - 07:16 Uhr 14 Kommentare
Schweizer Flagge am Genfer See. Quelle: Reuters

Schweizer Flagge am Genfer See.

(Foto: Reuters)

Zürich Jahrzehntelang war das Geschäftsmodell quasi eine Lizenz zum Gelddrucken: Schweizer Elektrizitätskonzerne kauften billigen Nachtstrom aus Deutschland und pumpten damit Wasser aus den Unterseen ihrer Speicherkraftwerke in die Oberseen. Am Morgen oder auch gegen Mittag des folgenden Tages, wenn der Strompreis aufgrund der hohen Nachfrage massiv anstieg, öffneten sie die Schleusen - und lieferten die Elektrizität zurück.

Damit erzielten sie deutlich zweistellige Renditen - schließlich geht beim Hochpumpen kaum Energie verloren. Der Wirkungsgrad der Anlagen liegt bei rund 80 Prozent. Und dank des geplanten Atomausstiegs malten sich die Eidgenossen eine rosige Zukunft aus. Denn während Atommeiler zuverlässig und gleichmäßig Strom liefern, führt ein immer größerer Anteil an erneuerbaren Energien zu starken Schwankungen in den Netzen. Und um die auszugleichen, braucht es Pumpspeicherkraftwerke.

Um bei dem Geschäft dabei zu sein, gingen die Schweizer Stromkonzerne schon mal kräftig in Vorlage. Axpo, das größte Elektrizitätsunternehmen, baut gerade - Potenz verpflichtet - das größte Pumpspeicherwerk des Landes. Zwei Milliarden Franken soll es kosten und 2015 fertig sein. Gleich zwei Werke baut Alpiq für zusammen über zwei Milliarden Franken. Ein viertes Kraftwerk von einem kleineren Betreiber ist ebenfalls im Bau. Fünf weitere sind geplant.

Damit käme die Schweiz auf eine Kapazität von rund 4000 Megawatt - 800 mehr als alle Schweizer Atommeiler zusammen. Doch die Milliarden könnten verloren sein. Denn anders als erhofft, können bereits die bestehenden Pumpspeicherwerke kaum mehr rentabel betrieben werden. Trotz Fukushima und des geplanten Atomausstiegs ist der Strompreis nämlich gesunken.

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    „Die Preisdifferenz zwischen billigem und teurem Strom muss mindestens 30 Prozent betragen. Dieser sogenannte Spread ist aber so stark geschrumpft, dass es fraglich ist, ob sich diese zusätzlichen Pumpspeicherwerke je rentabel werden betreiben lassen“, kritisiert Jürg Buri, Geschäftsführer der unabhängigen Schweizerischen Energie-Stiftung (SES).

    Doppelte Abhängigkeit
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    14 Kommentare zu "Solarstrom: Deutsche Energiewende macht Schweizer Speicherkraft unrentabel"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Schön zu bewundern, welch großes Ausmaß die Photovoltaik haben soll. Ich dachte immer das die Windmühlen -und einige sollen sich sogar schon nachts drehen können- den größten Teil regenerativer Energien liefern. Wir dürfen gespannt sein wie die Schweiz den beschlossenen Atomausstieg meistern wird. Sicherlich werden die genau auf Deutschland schauen, um nicht alle Fehler zu wiederholen. Weil die doppelt soviel Atomstrom haben, nehmen die sich auch doppelt soviel Zeit. Früher hatten wir ja als Nachtspeicheröfen, um die nächtliche Überkapazität weg zu kriegen. Ob demnächst Tagspeicher öfen kommen werden? Spätestens in Kombi mit Wärmepumpen wird dann aus teurem Solarstrom preiswerte Heizenergie die sich in Form von warmen Wasser bestens einspeichern läßt.
      Wie wird eigentlich Belgien den ebenfalls beschlossenen Atomausstieg angehen. Gibt es Neuigkeiten?

    • An der stelle glaube ich dem Artikel nicht.
      Denn hier wird für mich der Fehler gemacht das man sich dabei auf den Strompreis an der Strom Börse bezieht an dem dei Überschüssige Leistung die gerade nicht benötigt wird gehandelt wird.
      Pumpspeicherkraftwerke sind Spietzenlast Kraftwerke die nur für kurtzfristigen Bedarf eingesetzt werden können.
      Diese Kraftwerke düeften rellativ unabhängig vom Preis an der Börse sein.
      Und somit dürfte sich die Schwetzer Kraftwerke rechnen.
      Fraglich ist für mich als Fachmann, ob der Schreiber dieses Artikels etwas von Elektrotechnik und deren komplexität Versteht.
      Das unsere Strom versorgung solansam aber sicher im Chaos versinkt dürfte allerdigs jedem klar werden.

    • Ich glaube nicht das EON, RWE oder ENBW etwas dafür bezahlen das jemand für Kernenergie ist.
      Oder glauben Sie das die "Atom Konzerne" (um mal beim Orwelschen Grünsprech zu bleiben) an Dr Patrik Moore dem mit begründer von Greenpeace geld betahlt haben.

      Sie glauben mir nicht ?

      Dann schauen sie mal

      hier...http://tinyurl.com/3x85qcu
      hier...http://tinyurl.com/3yhsk4l
      hier...http://tinyurl.com/32j8ceq

      Jeder der bei klarem Verstand ist und über die nötigen hientergrung Informationen verfügt wird für Kernenergie sein.
      Besonders dann wenn man die Argumente der Grünen einer kritischen Betrachtunng unterzieht.
      Überprüfen Sie diese doch mal.
      ZB Hier... http://www.aerzteblatt.de/archiv/82286
      Wem dint eigentlich der ewig nicht entsorgbare Atommüll, wärend man weit Giftiegere Sachen schnell entsorgt ?

    • Vattenfall wird den Rückbau sicherlich vollziehen. Vergessen Sie nicht dass Vattenfall einige Milliarden € für die willkürliche Stillegung der Kernkraftwerke zu bekommen hat.

      Vandale

    • @vandale:

      Das ist genau die typische Gewinne machen Rentabilität. Sobald man kein Geld mehr damit verdienen kann, ist die Anlage aus dem Sinn.

      Dass sich Vattenfall aber jetzt der Haftung für die jahrzehntelange Rückbauphase entzieht, zeigt die Ignoranz. Die Anlagen sind immernoch mit radioaktivem Material gefüllt.

      Sie, Vandale, haben immer argumentiert, dass die Atomkonzerne für den Rückbau und die Abklingphase Rücklagen bilden und weiterhin die Haftung übernehmen.

      Bitte schauen Sie jetzt wie ignorant sich Vattenfall der Haftung für die Rückbauphase entzieht und dies auf die dt. Stromkunden und den Steuerzahler sbwälzt. Da haben sie wohl Märchen erzählt oder waren wohl ein bissl naiv.

      Zahlen EON und RWE noch gut an Sie?

    • Hi SGK 10..Die beiden Vattenfall Kernkraftwerke in Deutschland, Brunsbüttel und Krümmel wurden vor 1 Jahr im ökoreligiösen Amoklauf der Kanzlerin stillgelegt.

      Insofern..Guten Morgen

      Vandale

    • http://meta.tagesschau.de/id/64269/vattenfall-keine-haftung-mehr-fuer-deutsche-atommeiler

      Bitte lesen Sie hier: Vattenfall entzieht sich der Haftung für ihre dt. Atommeiler und wälzt diese gänzlich auf den dt. Staat um.

    • Interessant ist am Bericht, dass sich die Speicher in der Schweiz wirtschaftlich nicht rechnen!. Dabei haben sie die schönen Täler, die sie mit Wasser volllaufen lassen können.
      Auf D bezogen , kann man/frau sich gut vorstellen, was passieren muß, wenn der " erneuerbare" Anteil von jetzt ca. 20% auf bald 30% und dann 50% steigen soll, was alles nicht ohne Speicher geht!
      Da müssen einige Alpenländer mit eingebunden werden! Kosten siehe Bericht!
      Vielleicht ruft Fr. Merkel eine Ethikkommission ein, die sie berät, wie das zukünftige Energieproblem von D national und international gelöst werden soll. Die Grün-Anhänger haben ja schon die Täler in Norwegen gedanklich rekrutiert!

    • 20 % Verluste sind kaum relevant, klar doch, wenn man an effektive Nutz-Leistung von unter 10 % gewöhnt ist und der Kunde eh alles zahlt !

    • In einem modernen Stromversorgung werden Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke möglichst gleichmässig rund um die Uhr betrieben. Der Strombedarf schwankt im Tagesverlauf, Nachts wird wenig verbraucht, Tagsüber mehr. In einem derartigem System werden Speicherkraftwerke sehr gleichmässig genutzt. Nachts wird geladen - Tags entladen. Dadurch gibt sich eine gleichmässige Auslastung und eine Kalkulierbarkeit. Ueblicherweise beträgt die Speicherkapazität 6 - 8 Vollaststunden.

      Strom aus Wind- und Solarenergie fällt gem. der Launen des Wetters an. Speicherkraftwerke sind in einem derartigen Scenario sehr hilfreich um Erzeugungs-Nachfrageschwankungen zu dämpfen. Allerdings gibt es Tage und Wochen in denen kaum Wind- Solarstrom anfällt und umgekehrt Tage und Wochen in denen enorme Ueberschüsse anfallen. Die Konsequenz ist dass es grösserer Speicherseen bedürfte, bzw. die Pump/Turbinenanlagen kleiner ausgeführt werden könnten. Die Auslastung der Speicherkraftwerke ist geringer und ungleichmässiger. Die Kosten der Speicherkraftwerke steigen an.

      Vandale

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