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Solarworld und SMA Solarkonzerne atmen einmal tief durch

Die schwarzen Wolken über der Solarbranche lichten sich etwas: Solarworld und SMA Solar haben zum Jahresauftakt mehr verdient als erwartet. Centrotherm dagegen rutscht immer tiefer in die Krise.
Update: 10.05.2012 - 12:04 Uhr Kommentieren
Solarworld-Chef Frank Asbeck. Quelle: dpa

Solarworld-Chef Frank Asbeck.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Solarkonzern Solarworld hat zum Jahresauftakt von einer Sonderkonjunktur vor den anstehenden Förderkürzungen profitiert und mehr verdient als von Experten erwartet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte in den ersten drei Monaten um rund 13 Prozent auf 31,5 Millionen Euro zu, wie der Bonner Konzern am Donnerstag mitteilte.

Netto schrumpfte der Gewinn zwar auf 7,2 Millionen Euro von 12,5 Millionen vor Jahresfrist. Analysten hatten allerdings ein deutlich schlechteres Abschneiden erwartet und ein Ebit von lediglich 4,3 Millionen Euro geschätzt sowie einen Nettoverlust von knapp 13 Millionen Euro. Auch der Solartechnikkonzern SMA Solar hat im Auftaktquartal die Erwartungen übertroffen.

Beim Umsatz verfehlte Solarworld mit 170,5 (Vorjahr: 232,9) Millionen Euro allerdings die Markterwartungen deutlich um mehr als 50 Millionen. Als Grund für die Einbußen nannte Konzernchef Frank Asbeck einen Nachfragerückgang bei Solarwafern, einem Vorprodukt von Solarmodulen. Dagegen sorgten die Förderkürzungspläne der Bundesregierung für Solarstrom für eine Sonderkonjunktur. „In Deutschland war unser Geschäft in den ersten drei Monaten von Vorzieheffekten beeinflusst, die einmal mehr durch die Politik ausgelöst wurden“, kommentierte Asbeck.

Für das Gesamtjahr strebt der Konzernchef unverändert zumindest operativ die Rückkehr in die schwarzen Zahlen an. Er rechne zudem mit weiterhin sinkenden Preisen und einem Umsatz unter Vorjahresniveau. Für das Jahr 2013 strebt der Konzern wieder Umsatzsteigerungen und Ergebnisverbesserungen an. Bei der Beurteilung der Risikolage des Konzerns bekräftigte Asbeck, sie sei beherrschbar, aber hoch.

Wegen des Preisverfalls und hoher Abschreibungen hatte Solarworld 2011 bei einem Umsatzrückgang auf rund eine Milliarde Euro einen Fehlbetrag von knapp 300 Millionen Euro verbucht. Operativ lag das Minus bei 233,2 Millionen Euro.

Centrotherm mit dickem Minus

Der Solartechnikhersteller SMA hat seinen operativen Gewinn verdreifacht. Quelle: dpa

Der Solartechnikhersteller SMA hat seinen operativen Gewinn verdreifacht.

(Foto: dpa)

Auch SMA Solar hat im ersten Quartal überrascht. Umsatz und Gewinn wurden kräftig gesteigert und dabei die Markterwartungen zum Teil übertroffen. Bei einem Umsatz von 405 (Vorjahr: 255,9) Millionen Euro verdreifachte sich der operative Gewinn (Ebit) auf 42,8 Millionen Euro, wie der Hersteller von Wechselrichtern mitteilte. Der Überschuss schnellte auf 29,6 Millionen von 10,3 Millionen Euro vor Jahresfrist.

Vorstandschef Pierre-Pascal Urbon begründete die florierenden Geschäfte in wichtigen europäischen Märkten mit Nachhol- und Vorzieheffekten. Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 394 Millionen Euro gerechnet, ein Ebit von 45,4 Millionen Euro und einen Überschuss von knapp 26 Millionen Euro.

Die Nachholeffekte ergaben sich laut Urbon in Folge der kaufmännischen Inbetriebnahme von Solaranlagen im vierten Quartal ergeben. Die vorgezogene Nachfrage sei mit der Diskussion um Förderkürzungen zu begründen.

Der angeschlagene Maschinenbauer Centrotherm rutscht dagegen immer weiter in die roten Zahlen. Nach den ersten drei Monaten stand ein Nettoverlust 30,6 Millionen Euro zu Buche, wie das im TecDax notierte Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatten die Schwaben noch 12,2 Millionen Euro verdient. Bereits in der zweiten Hälfte 2011 hatte das Unternehmen rote Zahlen geschrieben.

Der Umsatz ging auf 82,5 Millionen Euro zurück, nach 189,3 Millionen Euro vor einem Jahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei minus 42,9 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum gab es noch ein Plus von 17,7 Millionen Euro. Die Firma leidet unter dem Preisdruck in der Photovoltaikbranche. Viele Kunden können sich derzeit keine Investitionen in Maschinen leisten, was auch die Maschinenbauer in Mitleidenschaft zieht.

Trotz der unerwartet hohen Zuwächse zum Jahresauftakt behielt Vorstand auch der Vorstand von SMA Solar seine Prognose für 2012 bei, die Umsatz- und Gewinnrückgänge vorsieht. Aufgrund der Förderkürzungen in Deutschland und anderen wichtigen Absatzmärkten in Europa sei die Entwicklung der Nachfrage nicht absehbar. Daher peile SMA unverändert einen Umsatz von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro an und eine operative Gewinnmarge (Ebit-Marge) zwischen fünf und zehn Prozent. Im besten Falle wäre das rein rechnerisch ein Ebit von 150 Millionen Euro.

Auch Solarworld bekommt nach dem Boom zum Jahresauftakt nun die Kaufzurückhaltung zu spüren. „Wir spüren eine starke Verunsicherung der Kunden speziell im April“, sagte Vorstandschef Frank Asbeck am Donnerstag. Die Kunden wüssten derzeit nicht, wohin die Reise bei den künftigen Einspeisevergütungen für Solarstrom gehe. „Eine Verstetigung der Nachfrage erwarten wir erst im zweiten Halbjahr“.

  • rtr
  • dpa
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