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Sonnenkraftwerke Chinesische Industriepolitik in der Wüste Gobi

China arbeitet hart an seiner Energiewende. Das Reich der Mitte baut gewaltige Sonnenkraftwerke im Westteil des Landes. Doch was für das Weltklima ein Segen ist, verursacht am anderen Ende der Welt Kollateralschäden.
14.06.2012 - 15:43 Uhr Kommentieren
Chinesische Arbeiter beim Errichten einer Solaranlage. Quelle: AFP

Chinesische Arbeiter beim Errichten einer Solaranlage.

(Foto: AFP)

Golmud Wer mitten in der Wüste Gobi arbeiten muss, erwartet einen Gehaltsaufschlag. Für Wang Wei sind es zwölf Euro am Tag. „Ich finde das ganz ordentlich“, sagt der 30-Jährige - im Monat komme eine ganz schöne Summe zustande, und hier in der abgelegensten Region Chinas kosten die Dinge nicht viel. Es gebe in der Einöde auch kaum Gelegenheiten, Geld auszugeben.

Der Verkaufsmanager des chinesischen Solarzellenherstellers Yingli ist für mehrere Jahre in Golmud eingesetzt, einem kleinen Ort um eine Oase in der westchinesischen Präfektur Qinghai. Die nächste größere Stadt ist 750 Kilometer entfernt, dazwischen erstrecken sich Sanddünen unter der Sonne.

Anders als in Südchina oder in Deutschland ist es hier fast nie bewölkt. Im vergangenen Monat hat es in Golmud zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder stark geregnet. Auf dem Wüstensand von Golmud entsteht derzeit das größte Photovoltaikkraftwerk der Welt. Im vergangenen Monat ist hier ein neuer Solarpark mit 200 Megawatt Leistung ans Netz gegangen. Insgesamt liegt die Kapazität der Kraftwerke rund um den Wüstenort nun bei 570 Megawatt. Das größte deutsche Projekt erreicht knapp 100 Megawatt.

China arbeitet hart an seiner Energiewende. Doch was für das Weltklima ein Segen ist, verursacht heute am anderen Ende der Welt Kollateralschäden: Die deutsche Photovoltaikindustrie kann mit den Preisen aus Fernost nicht mithalten. Durch großzügige Förderung der Solarwirtschaft hat China gigantische Produktionskapazitäten aufgebaut.

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    In der Solarbranche wiederholt sich damit, was andere Industriezweige bereits erlebt haben: China kann fast immer in größerer Menge und zu niedrigeren Kosten herstellen. Erst Plastikspielzeug und Turnschuhe, dann Hausgeräte, Fernseher, schließlich Hochtechnik wie das iPad und nun Solarzellen: Die Herstellung in den alten Industrieländern lohnt sich nicht mehr, Asien macht das Rennen.

    China ist der weltweit größte Investor in erneuerbare Energie
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