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Blutzellen

Bei der Bluterkrankheit ist die Blutgerinnung gestört, sodass das Blut aus Wunden gar nicht oder nur sehr langsam gerinnt.

(Foto: Imago)

Spark Therapeutics Warum der Pharmariese Roche für eine kleine Firma 4,3 Milliarden Dollar zahlt

Der Schweizer Konzern übernimmt Spark Therapeutics. Die US-Firma hat sich auf Gentherapien spezialisiert – ein großes Hoffnungsfeld der Pharmabranche. 
Update: 25.02.2019 - 10:35 Uhr Kommentieren

ZürichDer Pharmariese Roche will das junge US-Unternehmen Spark Therapeutics übernehmen. Die Basler zahlen für das junge Unternehmen 4,3 Milliarden US-Dollar – und sichern sich damit ein vielversprechendes Medikament gegen die so genannte Bluterkrankheit. Mit dem Deal sichert sich Roche aber auch Knowhow auf dem Feld der Gentherapien, mit denen Pharmaforscher derzeit große Hoffnungen verbinden.

Spark Therapeutics entstand im Jahr 2013 als Ausgründung des Kinderspitals von Philadelphia. Die Firma beschäftigt rund 350 Mitarbeiter und machte im vergangenen Jahr rund 65 Millionen US-Dollar Umsatz – nun legt Roche für die Firma einen Milliardenbetrag auf den Tisch.

Das zeigt, wie hoch die Erwartungen sind, die die Basler mit dem Zukauf verbinden. Roche bietet je Aktie 114,50 US-Dollar, das entspricht einem Zuschlag von mehr als 120 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Die Verwaltungsräte beider Firmen haben der Transaktion bereits zugestimmt. Sie soll noch im zweiten Quartal des Jahres abgeschlossen sein.

Größter Hoffnungsträger von Spark ist ein Wirkstoff namens SPK-8011, mit dem die Bluterkrankheit vom Typ A behandelt werden kann. Bei der Erbkrankheit ist die Blutgerinnung gestört, sodass das Blut aus Wunden gar nicht oder nur sehr langsam gerinnt. „Das Hämophilie-Programm von Spark Therapeutics könnte eine neue Therapiemöglichkeit für Menschen werden, die mit der Krankheit leben“, sagte Roche-Chef Severin Schwan.

Roche verfügt zwar über ein eigenes Medikament namens Hemlibra, mit dem Typ-A-Hämophilie behandelt werden kann. Das Mittel trug im jüngsten Quartal immerhin rund 100 Millionen Franken zum Umsatz der Basler bei, der Umsatz wächst schnell. Hemlibra ist jedoch ein klassisches Medikament, dem durch neue Gentherapien langfristig Konkurrenz droht.

Bei Gentherapien werden Erbinformationen gezielt in Zellen eingebracht, um durch Gendefekte ausgelöste Krankheiten zu heilen. Mit dem Zukauf von Spark Therapeutics sichert sich Roche nun eine Stellung auf dem boomenden Markt, auf dem bislang Rivale Novartis die Nase vorne hat.

Welche Erfolge die neuen Therapien ermöglichen, zeigt ein anderes Medikament von Spark: Die Amerikaner produzieren die Gentherapie Luxturna, mit dem sich eine bestimmte Augenkrankheit behandeln lässt.

Die betroffenen Patienten können ein für die Sehfähigkeit benötigtes Eiweiß nicht herstellen. Schlimmstenfalls werden sie schon kurz nach der Geburt blind. Luxturna ersetzt die defekten Gene. Eine einzige Anwendung kann ausreichen, um die Krankheit zu stoppen.

Die Übernahme von Spark schafft nun eine kuriose Situation. Denn derzeit wird das Medikament Luxturna außerhalb der USA vom Roche-Konkurrenten Novartis verkauft, der die internationalen Rechte erworben hat. Künftig könnte Roche also ein Medikament produzieren, dass vom Rivalen Novartis vertrieben wird.

Der Vontobel-Analyst Stefan Schneider nennt den Deal für Roche eine „gute strategische Ergänzung“, die aber mit Risiken verbunden sei. Denn auch andere Unternehmen forschen wie Spark an Gentherapien gegen die Bluterkrankheit. „Ob SPK-8011 das Rennen gewinnen wird oder nicht, bleibt abzuwarten.“

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