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Sparmaßnahmen US-Konzerne wildern in Europa

Eine Übernahmewelle rollt aus den USA gen Europa. Ein Schwerpunkt ist die Pharmaindustrie, wo die Entwicklung neuer Wirkstoffe riskant und teuer ist. Es gibt aber auch andere Motive als die Stärkung des Geschäfts.
27.06.2014 - 08:44 Uhr Kommentieren
Pfizer wollte den britischen Konkurrenten AstraZeneca für etwa 117 Milliarden Dollar kaufen - und dies, obwohl die Forschungspipeline der Briten weitgehend leer ist. Pfizer könnte durch die Übernahme Steuern sparen. Quelle: ap

Pfizer wollte den britischen Konkurrenten AstraZeneca für etwa 117 Milliarden Dollar kaufen - und dies, obwohl die Forschungspipeline der Briten weitgehend leer ist. Pfizer könnte durch die Übernahme Steuern sparen.

(Foto: ap)

Frankfurt Nach jahrelanger Zurückhaltung stehen große Übernahmen wieder ganz oben auf der Agenda vieler Unternehmen. Besonders aktiv sind US-Konzerne. Im Visier haben sie vor allem Konkurrenten in Europa. So will der US-Industriegigant General Electric wichtige Teile des französischen Elektronikkonzerns Alstom übernehmen. Zudem schielen zahlreiche Pharmariesen auf Rivalen jenseits des Atlantiks. Doch bei vielen Zukäufen geht es nicht mehr um die Stärkung des eigenen Geschäfts, sondern vor allem darum, dem Fiskus ein Schnippchen zu schlagen: Übernahmen werden zum Steuersparmodell.

Zum Beispiel Pfizer. Der Hersteller der Potenz-Pille Viagra wollte den britischen Konkurrenten Astra-Zeneca für etwa 117 Milliarden Dollar kaufen - und dies, obwohl die Forschungspipeline der Briten weitgehend leer ist. Doch wenn der Deal zustande gekommen wäre, hätte Pfizer große Steuervorteile einstreichen können, wie Analysten unterstreichen.

Denn Pfizer hätte seinen Firmensitz nach Großbritannien verlegen können. Dort liegen die Unternehmenssteuern bei rund 20 Prozent, während sie in den USA bei insgesamt bis zu 39 Prozent und damit so hoch wie in keinem anderen Industrieland liegen. Die Verlagerung des Hauptsitzes ins Ausland - Inversion genannt - gestattet das US-Recht, wenn bei einer Fusion mindestens 20 Prozent der Anteile an die ausländischen Aktionäre übergehen.

Ähnliches wie Pfizer führt der Medizintechnikkonzern Medtronic im Schilde, der für fast 43 Milliarden Dollar den in Irland ansässigen Konkurrenten Covidien kaufen will. Covidien selbst hatte erst 2009 seinen Sitz in das Steuerparadies Irland verlegt, während das Management weiter im US-Bundesstaat Massachusetts arbeitet. Ebenfalls auf Irland hat es der Pharmakonzern Abbvie mit dem geplanten Kauf des Konkurrenten Shire abgesehen. Shire hatte zuletzt eine Steuerquote von 17 Prozent - Abbvie von 22,3 Prozent.

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