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Sparpläne Autozulieferer Bosch streicht weitere 600 Stellen

Betroffen von der Maßnahme ist in erster Linie der Standort Reutlingen. Die Jobs sollen sozialverträglich abgebaut werden.
28.11.2019 Update: 28.11.2019 - 15:37 Uhr 1 Kommentar
Wegen des schwächelnden Automarkts baut das Unternehmen Hunderte Stellen ab. Quelle: dpa
Bosch-Logo

Wegen des schwächelnden Automarkts baut das Unternehmen Hunderte Stellen ab.

(Foto: dpa)

Reutlingen Die Stellenstreichungen beim Autozulieferer Bosch gehen weiter. Deutschlandweit sollen im Geschäftsbereich Automotive Electronics bis Ende 2022 rund 600 Stellen abgebaut werden, wie eine Sprecherin am Donnerstag sagte.

Betroffen ist vor allem der Standort Reutlingen mit 500 Stellen. Die übrigen verteilen sich vor allem auf das fränkische Ansbach und Salzgitter in Niedersachsen. Das Unternehmen reagiere damit auf den rückläufigen Automarkt, hieß es.

„Bosch erwartet bei der weltweiten Automobilproduktion 2019 ein Minus von sechs Prozent auf rund 91 Millionen Fahrzeuge“, sagte Bereichsvorstand Andreas Fischer. „Diese Entwicklungen wirken sich auch auf unser Geschäft aus.“

Ziel sei nun ein sozialverträglicher Abbau der Stellen über Altersteilzeit, Vorruhestandsregelungen und Abfindungen auf freiwilliger Basis. Darüber solle nun mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind in Reutlingen bis 2025 ausgeschlossen.

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Standort erkennen

    Die IG Metall warf Bosch dennoch Wortbruch vor. Trotz der vereinbarten Beschäftigungssicherung habe das Unternehmen nun einen gravierenden Personalabbau angekündigt.

    Am Standort Reutlingen beschäftigt Bosch als größter Arbeitgeber vor Ort rund 8000 Mitarbeiter, die meisten davon in der eigentlich sehr zukunftsträchtigen Halbleiter- und Sensortechnik. . Um so härter fällt die Kritik von Seiten der Gewerkschaft aus. Mit dem angekündigten Jobabbau mache auch der als besonders mitarbeiterfreundlich geltende Bosch-Konzern beim Personalabbau mit. Mit den Worten „Wer Wind säht, wird Sturm ernten“ kündigte die örtliche IG-Metall-Chefin Tanja Silvana Grzesch Konsequenzen an.

    Erst vor wenigen Tagen habe man gegen den Personalabbau demonstriert. „ Nun kommt Bosch in Reutlingen um die Ecke und erklären uns quasi, dass sie auf die von ihnen unterschriebene Beschäftigungssicherung pfeifen“, sagte Grzesch.

    Beim Personalabbau geht Bosch bislang Standort für Standort vor und will sich nicht zu einem großen Sparpaket für den gesamten Konzern drängen lassen. Stefan Hartung, Chef der Mobility-Sparte, hatte im Interview mit dem Handelsblatt zu Wochenbeginn betont, schrittweise über den Personalabbau zu entscheiden. „Wir suchen im engen Austausch mit den Arbeitnehmervertretern Standort für Standort und Erzeugnis für Erzeugnis maßgeschneiderte Lösungen. Dieses Vorgehen trägt der komplexen Situation am besten Rechnung.“

    Reutlingen ist ein weiterer Beleg für die Salamitaktik des Konzerns. Bislang veröffentlicht hat Bosch die Streichung von 1600 Stellen in Feuerbach und Schwieberdingen im Vertrieb und der Entwicklung von Dieselsystemen.

    Darüber hinaus sollen weitere 1000 Stellen bei den Lenksystemen in Schwäbisch Gmünd gestrichen werden. Zusammen mit den 600 Reutlinger Stellen fallen im Konzern insgesamt 3200 Stellen weg. Sorgen gibt es vor allem in Nürnberg, wo Technik für Verbrennungsmotoren gebaut wird.

    Hier steht eine Lösung für die 1700 Beschäftigten noch aus. In Bamberg, dem größten Dieselstandort, arbeiten die 8000 Beschäftigten mit Lohnkürzung drei Stunden kürzer gegen das Versprechen einer Beschäftigungsgarantie bis 2026.

    Hartung erwartet, dass in diesem Jahr nur noch 91 Millionen Fahrzeuge gebaut werden – was einem Rückgang von über sechs Millionen Fahrzeugen entspricht. Im Fall Reutlingen werde der Abbau durch die gesunkene Nachfrage notwendig, sagte eine Sprecherin.

    Pikant ist der Personalabbau auch aus einem anderen Aspekt. Reutlingen ist der Heimatort von Volkmar Denner. Der Bosch-Chef sendet damit auch das Signal an die gesamte Belegschaft aus, dass es keine Bevorzugung gibt.

    Mehr: Stefan Hartung, Chef der Mobilitätssparte von Bosch, spricht im Interview mit dem Handelsblatt über Personalabbau, den neuen Umgang mit Automobilkonzernen und eine Strategie-Entscheidung.

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    1 Kommentar zu "Sparpläne: Autozulieferer Bosch streicht weitere 600 Stellen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich bin wieder einmal erstaunt über die Naivität in Deutschland... Ja, zum Donnerwetter nochmal! Was hat man denn erwartet, was geschehen wird, wenn man Knall auf Fall die Wende in der Autoindustrie hereinprügelt?! Es gibt nichts umsonst auf dieser Welt und das gilt auch für Wende in der Autoindustrie. E-Autos brauchen nicht so viele Teile... Logischerweise wird es weniger Bedarf bei den Autoherstellern und Zulieferern geben.

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