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Sparpläne Schwere Zeiten bei Daimler – Investoren fordern radikale Einschnitte

Der Zetsche-Nachfolger präsentiert am Donnerstag seine Sparpläne. Investoren fordern von Källenius radikale Einschnitte, denn das Margenziel für 2021 ist unhaltbar.
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Källenius und sein neuer Finanzvorstand Harald Wilhelm mussten sich bei den Terminen oft deutliche Kritik anhören. Quelle: Bloomberg
Daimler-Chef Ola Källenius

Källenius und sein neuer Finanzvorstand Harald Wilhelm mussten sich bei den Terminen oft deutliche Kritik anhören.

(Foto: Bloomberg)

München Mit Absatzrekorden, pfiffigen Sprüchen und lässigen Outfits punktete Ex-Daimler-Chef Dieter Zetsche über viele Jahre hinweg bei Mitarbeitern, Medien und Politik.

Nur der Kapitalmarkt versagte dem Langzeitherrscher von Mercedes meist die Zuneigung. Zu schlecht performte die Aktie des Autobauers unterm Strich in der vergangenen Dekade, zu übel nahmen ihm Investoren die Rückrufe im Dieselskandal.

Ola Källenius, der Zetsche Ende Mai an der Konzernspitze in Stuttgart ablöste, will das Verhältnis von Daimler mit seinen Geldgebern entspannen. In den vergangenen Wochen traf sich der 1,95 Meter große Manager mit einer Reihe von Investoren.

Källenius und sein neuer Finanzvorstand Harald Wilhelm mussten sich bei den Terminen zu Beginn oft deutliche Kritik anhören, im Verlauf der Gespräche hellte die Stimmung aber merklich auf, heißt es in Finanzkreisen. Wohlwollend registrieren die Aktionäre, dass Daimler ihnen mittlerweile höchste Priorität beimisst.

„Die neue Managementkultur, die in Stuttgart mit Källenius und Wilhelm entstanden ist, tut Daimler gut“, sagte Stefan Bauknecht vom Vermögensverwalter DWS dem Handelsblatt: „Aber unsere Geduld ist nicht grenzenlos. Bei Daimler müssen die Ineffizienzen jetzt wirklich angegangen werden.“ Am Donnerstag ab 10 Uhr soll genau das passieren. Dann bittet Källenius Analysten und Investoren nach London zum Kapitalmarkttag.

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In der britischen Finanzmetropole will der gebürtige Schwede ein „Update zur Unternehmensstrategie“ präsentieren und konkrete Sparpläne darlegen, nachdem Daimler nach neun Geschäftsmonaten 2019 de facto kein Geld verdient hat, sondern einen negativen Free Cashflow von minus 522 Millionen Euro ausweist. Die Erwartungshaltung an das Event ist intern wie extern riesig.

Skepsis über mögliche harte Einschnitte

„Ola wird eine Zukunftsvision aufspannen und gleichzeitig priorisieren müssen. Das wird seine Regierungserklärung, die muss sitzen“, sagt eine Führungskraft. „Das Management muss radikale Maßnahmen beschließen“, fordert Michael Muders. Der Portfoliomanager von Union Investment, einem der 20 größten Daimler-Aktionäre, ist zugleich skeptisch, ob Källenius harte Einschnitte wagt.

„Unsere Sorge ist, dass Daimler erneut versucht die Probleme des Konzerns mit einigen Pflastern und Schmerztabletten zu heilen anstatt das Unternehmen einer zwar schmerzvollen aber nötigen Operation zu unterziehen“, sagte Muders. Auch DWS-Autoexperte Bauknecht fürchtet, dass Daimler die „die Messlatte beim Sparen womöglich zu tief ansetzt“.

Durchgesickert ist hinsichtlich der Effizienzmaßnahmen bereits, dass Daimler 1.100 Führungsstellen streicht, die Modellpalette anpasst, Fahrzeugplattformen konsolidiert, die Varianz bei Motoren deutlich reduziert und einige Investitionsvorhaben vertagt.

Die Beschäftigten in Deutschland sollen zudem auf die Tariferhöhung 2020 verzichten. All das dürfte aber nicht ausreichen, damit die Autosparte Mercedes wie geplant bis 2021 wieder eine Umsatzrendite von acht bis zehn Prozent einfährt.

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„Wir werden in der Übergangszeit hin zur Elektromobilität keine Chance haben auf eine Marge von acht Prozent zu kommen“, heißt es einhellig in Daimler-Konzernkreisen. Zu hoch seien die Aufwendungen für die Stromoffensive, der zunächst keinerlei Erträge gegenüberstehen.

Bis zu 1,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten würden alleine 2020 fällig, um die CO2-Ziele der EU noch erreichen zu können, verlautet aus Finanzkreisen. Daimler wollte sich auf Anfrage zu keinem der Themen äußern. Investoren haben den Margendämpfer ohnehin längst einkalkuliert.

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