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Sparprogramm Bombardier streicht schon wieder Stellen

Der kanadische Flugzeug- und Eisenbahnhersteller kommt nicht zur Ruhe. Das neue Sanierungsprogramm trifft Deutschland aber nicht so hart.
08.11.2018 - 14:28 Uhr Kommentieren
Bombardier streicht schon wieder Stellen Quelle: Reuters
Bombardier muss sparen

Insbesondere in der Flugzeugsparte will das kanadische Unternehmen Stellen streichen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Das dritte Quartal verlief für den angeschlagenen Flugzeug- und Eisenbahnhersteller Bombardier erfreulich. Der Netto-Überschuss drehte in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres von minus 337 Millionen US-Dollar (2017) in ein Plus von 263 Millionen Dollar. Der operative Cashflow war allerdings weiterhin negativ.

Seit Jahresbeginn hat Bombardier erneut fast 700 Millionen Dollar verbrannt. So erklärt sich auch, warum Konzernchef Alain Bellemare am Donnerstag erneut ein Sanierungsprogramm verkündete, wie auch den Verkauf von Beteiligungen.

In Deutschland werden diese Maßnahmen mit großem Interesse verfolgt. Fiel doch beim letzten Programm zur Effizienzsteigerung aus dem Jahr 2016 ein Großteil der Arbeitsplätze in den deutschen Eisenbahnwerken weg. Von damals 5500 weltweit zu streichenden Stellen entfielen 2200 auf die meist in Ostdeutschland gelegenen Fabriken. Diese Jobs sollen nach einer Betriebsvereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern bis 2020 abgebaut werden.

Jetzt sollen bis zum Jahr 2021 weltweit 5000 Stellen wegfallen, kündigte Bombardier an. Das spare jährlich 250 Millionen Dollar an Kosten. Im Bombardier-Konzern sind 69.500 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz im Neun-Monats-Zeitraum liegt bei fast unverändert 11,9 Milliarden Dollar.

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Standort erkennen

    In der Zugsparte entfallen den Angaben zufolge weltweit etwa 1300 Stellen auf allen Ebenen des Unternehmens, Beschäftigte in Zeitarbeit sowie Renteneintritte eingeschlossen. Der Standort Deutschland ist davon Unternehmenskreisen zufolge nur in geringem Umfang betroffen.  Offiziell versichert Bombardier Transportation, dass an den Vereinbarungen zum bereits bestehenden Abbauprogramm in Deutschland festgehalten werde.  Die in Bombardier Transportation zusammengefasste Zugsparte hat ihre Zentrale seit mehr als zehn Jahren in Berlin.

    Die A220 soll die Modelllücke von Airbus schließen
    Neuer Name, neuer Anlauf
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    Die C-Series, das erste und bislang einzige Verkehrsflugzeug des kanadischen Herstellers Bombardier, wird in A220 umgetauft. Das gab der europäische Luftfahrtkonzern Airbus am Vormittag in Toulouse bekannt. Airbus hatte die Mehrheit (50,01 Prozent) an dem Programm am 1. Juli offiziell übernommen. Bombardier hatte sich mit der Entwicklung des Jets finanziell übernommen. Die kanadische Provinzregierung in Quebec musste helfen. Mit Airbus hofft Bombardier auf bessere Verkaufszahlen.

    (Foto: dpa)
    Bisher erfolglos
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    Die sind bitter nötig. Bislang fliegt der Jet erst in einer Stückzahl von 38 um den Globus. 23 Flugzeuge sind bei der Lufthansa-Tochter Swiss im Einsatz, neun bei Air Baltic und sechs bei Korean Air. Bombardier hat nach eigenen Angaben 390 Bestellungen vorliegen. Die will Airbus massiv ausbauen.

    (Foto: Reuters)
    Airbus will die Hälfte des Marktes erobern
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    Der Konzern kalkuliert einen Bedarf von insgesamt 6000 bis 7000 Flugzeugen in dieser Größenklasse. In den kommenden 20 Jahren würden etwa 3000 Jets benötigt, sagte David Dufrenois, der Verkaufschef des nun A220 genannten Flugzeugtyps. „Wir wollen die Hälfte des Marktes, den wir für die kommenden 20 Jahre prognostizieren“, so Dufrenois.

    (Foto: Reuters)
    Lücke geschlossen
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    Die C-Series bietet in der kleinsten Ausführung Platz für 100 bis 130 Passagiere, in der etwas längeren bis 160. Die Reichweite entspricht der eines üblichen Mittelstreckenflugzeugs. Airbus selbst hat für diesen Markt zwar die A319 im Programm. Doch das Flugzeug ist im Grunde eine verkürzte Version der größeren A320-Familie. Deshalb gilt es als nicht sehr effizient und wird auch nicht gut verkauft. Mit der C-Series kann Airbus diese Lücke nun elegant schließen.

    (Foto: Reuters)
    Sparsamer als die Konkurrenz
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    Denn der Jet genießt einen guten Ruf. Kunden wie Air Baltic berichten, dass das Flugzeug um mehr als 20 Prozent effizienter sei als vergleichbare Flugzeuge. Bombardier selbst hatte einen Effizienzgewinn von 15 Prozent versprochen. Weiterer Vorteil: Das Flugzeug besitzt eine sogenannte „Fly-by-wire-Steuerung“, eine elektronische Steuerung der Maschine. Die nutzt auch Airbus selbst. Das Flugzeug passt also gut in die Airbus-Familie.

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    Zufriedener Airbus-Manager
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    Laut Dufrenois will Airbus im eigenen Werk in Mobile (USA) künftig jährlich zwischen 50 und 60 der A220-Flugzeuge bauen. „Die A220 beginnt eine neue Phase in ihrer Karriere mit den ganzen Ressourcen von Airbus im Rücken, um den kommerziellen Erfolg weltweit fortzusetzen“, sagte Guillaume Faury (im Bild), Airbus President Commercial Aircraft, am Dienstagvormittag bei Ankunft der ersten A220 in Airbus-Lackierung am Konzernflughafen in Toulouse.

    (Foto: Reuters)
    Werbung in Farnborough
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    Nicht nur Faury (im Bild) gibt sich optimistisch: Schon nächste Woche will Konzernchef Tom Enders nachlegen. Auf der Luftfahrtshow im britischen Farnborough könnte er neue Kunden für das jüngste Baby des Unternehmens verkünden.

    (Foto: Reuters)

    Die kanadische Konzernmutter teilte darüber hinaus mit, seine Turboprop-Tochter und eine Trainings-Gesellschaft zu verkaufen. Unterm Strich soll das 900 Millionen Dollar Cash bringen. Auslöser für die nun schon seit Jahren andauernde Krise des Konzerns war die Neuentwicklung der C-Flugzeugserie, die inzwischen unter der Regie von Airbus vermarktet wird.

    Im Bereich Schienenfahrzeuge hatte sich Bombardier durch viele Übernahmen, unter anderem in Deutschland, umfangreiche Fertigungskapazitäten eingekauft. Die waren nicht ausgelastet und müssen auch erst einmal zu einem Fertigungsverbund unter Bombardier-Regie zusammengebunden werden.

    Zeitweise standen zuletzt sogar Werksschließungen in Deutschland zur Diskussion. Bombardier hatte auch mit Siemens über einen Zusammenschluss der Bahntechnik verhandelt. Siemens entschied sich aber am Ende für eine Fusion mit Alstom. Dieser Plan muss aber noch von der EU-Wettbewerbsbehörde in Brüssel genehmigt werden.

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