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Sparprogramm Daimler-Chef will jede zehnte Führungsstelle in Deutschland streichen

Der Mercedes-Hersteller will mehr als tausend Jobs im Management abbauen. Das hat Daimler-Chef Källenius laut einem Schreiben des Betriebsrats intern angekündigt.
Update: 08.11.2019 - 12:35 Uhr 2 Kommentare
Daimler will jede zehnte Führungsstelle in Deutschland streichen Quelle: dpa
Ola Källenius

Der Daimler-Chef setzt auch beim Management den Rotstift an.

(Foto: dpa)

München Daimler-Chef Ola Källenius will massiv im Management sparen. Auf einer Tagung von Mercedes-Führungskräften Anfang der Woche soll der Schwede angekündigt haben, zehn Prozent der Managementstellen in Deutschland abbauen zu wollen. Das geht aus einem Rundschreiben des Betriebsrats von Freitag an die deutschen Beschäftigten hervor, das dem Handelsblatt vorliegt.

„Weltweit betrachtet wären das circa 1100 Stellen über die Ebenen 1 bis 4“, schreiben die Arbeitnehmervertreter.

Daimler selbst lehnte einen Kommentar zu Details ab. „Wir befinden uns mit den Arbeitnehmervertreten im konstruktiven Dialog, werden uns zu Spekulationen des Betriebsrates aber nicht äußern“ erklärte ein Unternehmenssprecher.

Er verwies auf den Kapitalmarkttag von Daimler am 14. November, bei dem der Dax-Konzern Einzelheiten zu dem im Februar angekündigten Sparprogramm sowie einer überarbeiteten Strategie nennen will. Prinzipiell sind die deutschen Daimler-Beschäftigten bis Ende 2029 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt.

„Wir sehen als Gesamtbetriebsrat durchaus die finanziell schwierige Situation sowie die Notwendigkeit von umsichtigen Maßnahmen, aber: Ihr dürft nicht für juristische Streitigkeiten oder Qualitätsprobleme von Zulieferern zur Kasse gebeten werden“, schreiben die Arbeitnehmervertreter um Betriebsratschef Michael Brecht an die 170.000 deutschen Mitarbeiter von Daimler.

Die Betriebsräte sind nach eigenen Angaben vor Kurzem vom Daimler-Vorstand mit der Personal- und Finanzsituation des Unternehmens konfrontiert worden. Gespräche wurden zwar aufgenommen, Ergebnisse gebe es aber noch nicht.

Druck auf die Branche wächst

Finanziell gesehen sei die Situation von Daimler „derzeit schwierig“, heißt es in dem Schreiben der Arbeiterführer: „Das liegt an den vielfach genannten und bekannten Gründen: hohe Investitionen in E-Mobilität und Digitalisierung, die zeitgleiche Weiterentwicklung von bewährten Technologien, die Beseitigung von Altlasten aus juristischen Verfahren sowie Produktions- und Anlaufprobleme in Tuscaloosa, Aguascalientes und Charleston.“

Der Druck auf die Autobranche wachse täglich. „Die Transformation unserer Industrie hält uns alle in Atem“, schreiben die Betriebsräte: „Auch unsere Beschäftigten spüren den Druck des Managements und diskutieren in Produktionshallen und Büros immer häufiger die Frage von drohenden Personalmaßnahmen.“

Um Personalkosten zu reduzieren, soll der Daimler-Vorstand beispielsweise vorgeschlagen haben, Tariferhöhungen nicht an die Beschäftigten weiterzugeben und individuelle Entgelterhöhungen hinauszuzögern. „Dies haben wir kategorisch abgelehnt“, schreiben die Arbeitnehmervertreter.

Die Betriebsräte plädieren für eine Ausweitung der Möglichkeiten, freie Tage zu nehmen statt tarifliches Zusatzgeld zu erhalten. Zudem fordern sie eine weitere Öffnung der Altersteilzeit und wollen derzeit ausgelagerte Dienstleistungen künftig von Daimler-Mitarbeitern erledigt wissen. „Sinnloses Kostenschrubben lehnen wir ab“, heißt es in dem Rundschreiben.

Ein Daimler-Sprecher betonte, dass der Konzern in allen Geschäftsbereichen die Kosten überprüfe und an Gegenmaßnahmen arbeite, um die großen Herausforderungen, vor denen die Autoindustrie und Daimler stehe, bewältigen zu können. Die Analysen würden aber noch andauern.

Mehr: Der Daimler-Vorstand rügte in einer E-Mail Ende September die eigenen Führungskräfte – und bat die Mitarbeiter um Sparvorschläge.

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2 Kommentare zu "Sparprogramm: Daimler-Chef will jede zehnte Führungsstelle in Deutschland streichen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • In Deutschland har sich ein vollkommen absurder Führungskräfte "Wasserkopf" entwickelt. Das schlimme daran ist,(ausser das den Aktionären dadurch Gewinne vorenthalten werden) dieses Führungspersonal ist überhaupt nicht in der Lage zu führen. Die meisten dieser "Experten" fristen ein Dasein in Überforderung,Frustration,Nutzlosigkeit und Produktivitätsverweigerung. Der neue Daimler Chef nimmt hier klug die augenblickliche Gelegenheit wahr, um längst überfällige Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Wollen wir hoffen das am Ende die Eigentümer von Daimler, nämlich die Aktionäre, davon profitieren.

  • In der Realität angekommen. Die Zeit der üppigen Gehälter im Vergleich zu "Normalmetallern" ist auch beim Daimler irgendwann vorbei. Die Betriebsräte geben hier die falschen Empfehlungen.