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Spezialchemie Evonik sendet mit US-Übernahme ein Zeichen der Erholung

Mit der Übernahme von Porocel will Evonik trotz der Coronakrise expandieren. Konzernchef Kullmann konzentriert sich dabei auf die Spezialchemie.
26.08.2020 Update: 26.08.2020 - 17:14 Uhr Kommentieren
Evonik sendet mit Porocel-Übernahme ein Zeichen der Erholung Quelle: dpa
Spezialchemiekonzern Evonik

Evonik will im Geschäft mit Katalysatoren wachsen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Spezialchemiekonzern Evonik verstärkt sich mitten in der Coronakrise mit einem Zukauf in den USA. Die Essener zahlen 210 Millionen Dollar, rund 177 Millionen Euro, für die Porocel-Gruppe mit Sitz in Houston/Texas und erweitern damit ihr Katalysatorgeschäft. Mit diesen Stoffen werden chemische Prozesse gestartet und beschleunigt.

Evonik kann die Übernahme mit Barmitteln aus seinem Liquiditätspolster finanzieren. Dass der Konzern nun einen solchen Schritt wagt, zeigt: Die Essener blicken zuversichtlich in die nähere Zukunft. Zuletzt hat der Auftragseingang in weiten Teilen der Chemieindustrie wieder angezogen. Die Konjunktursignale lassen erkennen, dass sich die Branche aus dem Coronatal herausarbeitet.

Evonik selbst ist bisher ohne große Blessuren durch die Krise gekommen und geht offenbar davon aus, dass die konjunkturellen Einbrüche nicht so schlimm werden wie noch vor Monaten befürchtet. Anfang August hat Vorstandschef Christian Kullmann die Prognose bestätigt, nach der Evonik in diesem Jahr einen bereinigten Gewinn zwischen 1,7 Milliarden und 2,1 Milliarden Euro erzielen wird.

Die vergleichsweise stabile Entwicklung liegt daran, dass Evonik über einige konjunkturrobuste Segmente verfügt, wie etwa Tiernahrungszusätze sowie Inhaltsstoffe für Kosmetika und Arzneimittel. In den vergangenen Jahren hat der Konzern sein Portfolio mehr und mehr auf solche margenstarken Spezialchemiegeschäfte verlagert.

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    In diese Richtung zielt auch die Übernahme von Porocel. Das Unternehmen hat Kunden aus der Raffinerie- und Petrochemie. Evonik hat es vor allem auf eine spezielle Technologie der Amerikaner abgesehen, die als margenstark gilt: Porocel hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Katalysatoren nach ihrem Einsatz bei der Entschwefelung von Kraftstoffen wiederaufbereitet werden.

    Markt für Übernahmen gewinnt an Fahrt

    Bei gleichem Wirkungsgrad ist diese Recyclingtechnik zum einen billiger als der Kauf von frischen Katalysatoren. Zum anderen reduzieren sich nach Firmenangaben die CO2-Emissionen dabei um die Hälfte.

    Das US-Unternehmen hat im vergangenen Jahr 100 Millionen Dollar Umsatz und eine Gewinnmarge von 23 Prozent erzielt. Der Kaufpreis beläuft sich auf das 9,1-Fache des bereinigten Gewinns von 2019, was unter dem langjährigen Schnitt bei Übernahmen in der margenstarken Spezialchemie liegt.

    Neben der Verfahrenstechnik hat es Evonik auf die freien Produktionskapazitäten von Porocel abgesehen. Die Essener wollen diese für den Ausbau ihres bestehenden Katalysatorgeschäfts nutzen. „Evonik wird den Umsatz des erweiterten Katalysatorgeschäfts auf deutlich über 500 Millionen Euro im Jahr 2025 ausbauen können – und das ohne größere Investitionen in neue Kapazitäten“, teilte der Konzern mit.

    Die Übernahme zeigt auch, dass der Markt für Fusionen und Übernahmen in der Chemie langsam wieder an Fahrt gewinnt. Im ersten Halbjahr war das Volumen der Übernahmen in der Chemie um 82 Prozent auf 20 Milliarden Dollar eingebrochen, wie die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG jüngst ermittelte.

    Mehr: Hoffnung für die Weltwirtschaft: Chemiebranche befreit sich aus der Coronakrise

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