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Spezialchemiekonzern Merck sieht sich auf Kurs – trotz des starken Gewinnrückgangs

Zum Jahresauftakt verzeichnet der Spezialchemiekonzern eine Ergebnisdelle. Dennoch hält das Unternehmen an seinen Wachstumszielen fest.
Update: 14.05.2019 - 13:22 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen will dem schwachen Jahresauftakt trotzen. Quelle: Reuters
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Das Unternehmen will dem schwachen Jahresauftakt trotzen.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer Darmstädter Merck-Konzern ist mit einem kräftigen Umsatzwachstum ins neue Jahr gestartet: Das Unternehmen steigerte seine Erlöse im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,5 Prozent. Gleichzeitig verzeichnete Merck einen starken Gewinnrückgang um 44 Prozent auf 190 Millionen Euro nach Steuern. Auch das bereinigte Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) lag mit 929 Millionen Euro um vier Prozent unter Vorjahresniveau.

Dennoch sieht sich der Pharma-, Biotech- und Spezialchemiekonzern weiter voll auf Kurs. Firmenchef Stefan Oschmann spricht von einem „ordentlichen, soliden Start“ ins neue Jahr. Denn Merck sei nicht nur in allen drei Geschäftsfeldern gewachsen, sondern habe auch strategisch wichtige Fortschritte gemacht.

Dazu zählt er insbesondere die mit Glaxo-Smithkline (GSK) vereinbarte Allianz zur Entwicklung eines neuartigen, von Merck entdeckten Krebswirkstoffs sowie die vereinbarten Übernahmen der US-Firmen Versum Materials (für 6,5 Milliarden Dollar) und Intermolecular (für 62 Millionen Dollar). „Das zeigt: Wir sind bereit, entschlossen und beherzt zu handeln, auch gegen Widerstände. Und wir scheuen uns nicht, hohe Summen zu investieren, wenn wir überzeugt sind.“

Oschmann bekräftigte zugleich die bisherige Prognose des Konzerns, die für das Gesamtjahr drei bis fünf Prozent organisches Umsatzwachstum auf 15,3 bis 15,9 Milliarden Euro und eine Steigerung des Ebitda von zehn bis 13 Prozent auf bis zu 4,35 Milliarden Euro vorsieht.

Von der Währungsseite her erwartet Merck nun ein Plus von null bis zwei Prozent, während man bisher noch mit leichten Belastungen kalkuliert hatte.

Die Ertragsentwicklung im ersten Quartal wurde unter anderem durch Restrukturierungskosten, anhaltenden Preisdruck im Bereich Performance-Materialien und durch eine Reihe von Sondervorgängen im Pharmageschäft gebremst. Darüber hinaus belasteten höhere Rückstellungen für langfristige Vergütungsprogramme den Betriebsgewinn. Dabei wirkte offenbar die relativ solide Aktienkursentwicklung von Merck negativ auf das Ergebnis.

In der Summe weist Merck daher für das erste Quartal bei 3,7 Milliarden Euro Umsatz einen Rückgang des Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) um ein Viertel auf nur noch 379 Millionen Euro aus. Der Vorsteuergewinn lag mit 266 Millionen Euro um fast 40 Prozent unter dem Vorjahreswert.

In der Gesundheitssparte (Pharma), deren Erlöse um drei Prozent zulegten, sank der Betriebsgewinn um ein Drittel auf 128 Millionen Euro und das Ebitda um 13 Prozent auf 332 Millionen Euro. Im Geschäft mit Performance-Materialien (Flüssigkristalle, Pigmente, Elektronikchemikalien) lag das Ebit um 30 Prozent unter Vorjahresniveau, während das bereinigte Ebitda knapp gehalten wurde.

Die Life-Science-Sparte, in der Merck das Geschäft mit Laborreagenzien und Biotech-Materialien gebündelt hat, zeigt unterdessen weiter einen stabilen Aufwärtstrend mit einem starken Umsatzplus von zwölf Prozent und einer Steigerung des Betriebsgewinns um knapp 15 Prozent. Das bereinigte Ebitda der Sparte legte um 13,5 Prozent auf 516 Millionen Euro zu.

Beim Pharmageschäft setzte sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres der bisherige Trend fort: Steigende Erlöse mit Altprodukten wie Glucophage (gegen Diabetes), Concor (Bluthochdruck) sowie mit den Neuentwicklungen Bavencio und Mavenclad kompensierten die kräftigen Einbußen beim bisherigen Bestseller, dem Multiple-Sklerose-Medikament Rebif, leicht über.

Der Umsatz der Gesundheitssparte stieg daher um drei Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Im weiteren Jahresverlauf dürfte sich das Wachstum noch beschleunigen. Denn für das neue MS-Medikament Mavenclad hat Merck Ende März auch die Zulassung in den USA erhalten, was zu einem deutlichen Umsatzschub und auch steigenden Ergebnisbeiträgen führen dürfte.

Im ersten Quartal dagegen wurde die Ertragsrechnung der Merck-Gesundheitssparte noch stark davon beeinflusst, dass man erstmals seit längerem keinerlei Meilensteinzahlungen aus Allianzen verbuchen konnte, während im Vorjahr noch 50 Millionen Euro aus einem Deal mit der US-Firma Biomarin angefallen waren. Zudem verbuchte der Konzern Wertberichtigungen von gut 70 Millionen Euro auf eine Option zum Erwerb von Produktrechten aus einer Allianz mit der Biotechfirma F-Star.

Aber auch im Hinblick auf diese unregelmäßigen Effekte aus Kooperationen zeichnet sich für das Gesamtjahr eine deutlich bessere Bilanz ab. Denn ab dem zweiten Quartal wird Merck die Anfangszahlung aus der Allianz mit GSK über zwei Jahre verteilt als Ertrag verbuchen, in Höhe von gut 30 Millionen Euro pro Quartal.

Zudem erwartet der Konzern eine weitere Meilensteinzahlung aus der Kooperation mit dem US-Konzern Pfizer beim Krebsmittel Bavencio. Dabei dürfte eine Zahlung fällig werden im Zusammenhang mit der erwarteten US-Zulassung für den Einsatz des Mittels im Bereich Nierenkrebs.

Auch für den Cashflow zeichnet sich damit eine deutliche Verbesserung im Gesamtjahr ab, zumal man dabei auch im ersten Quartal schon Fortschritte verbuchte. So erhöhte sich der operative Mittelzufluss gegenläufig zum Ergebnis um 30 Prozent auf 493 Millionen Euro.

Der Free-Cashflow verdoppelte sich gegenüber dem schwachen Vorjahreswert auf 275 Millionen Euro. Ein wachsender Cash-Zufluss aus dem operativen Geschäft ist für Merck auch wichtig, um den Anstieg der Verschuldung aufgrund der Übernahme von Versum abzufedern.

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