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Spezialglas-Hersteller Schott-CEO Frank Heinricht: „Die Pandemie hat bei uns ungeahnte Kräfte freigesetzt“

Faltglas für Laptops, mobile Diagnosegeräte für Antikörper: Mit Innovationen sichert der Spezialglas-Hersteller sein Geschäft auch in der Krise.
20.01.2021 - 18:17 Uhr Kommentieren
Der CEO des Mainzer Spezialglasherstellers Schott investiert mitten in der Krise viel Geld, um neue Ideen voranzutreiben. Quelle: SCHOTT AG
Schott-Chef Frank Heinricht

Der CEO des Mainzer Spezialglasherstellers Schott investiert mitten in der Krise viel Geld, um neue Ideen voranzutreiben.

(Foto: SCHOTT AG)

Frankfurt So ganz kann Frank Heinricht nicht verbergen, wie stolz er auf diese Zahl ist: „Wir werden in diesem Jahr bei den Investitionen einen neuen Rekord in Höhe von 350 Millionen Euro aufstellen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Mainzer Stiftungsunternehmens Schott am Mittwochvormittag bei der virtuellen Bilanz-Pressekonferenz.

Seit 2013 führt Heinricht das Stiftungsunternehmen. Seitdem trimmt er den Spezialglashersteller mit immer neuen Innovationen auf Wachstum – auch in der aktuellen Krise. Zwar erreichte das Umsatzplus im Fiskaljahr 2019/2020 (bis September 2020) nicht ganz das vor der Pandemie geplante Niveau von drei bis sechs Prozent. „Aber wir sind zufrieden“, so Heinricht.

Der Umsatz legte um 2,2 Prozent auf 2,24 Milliarden Euro zu, das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern um fünf Prozent auf 288 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote beträgt solide 34 Prozent.

Dass es auch im Jahr der Pandemie gut lief, liegt unter anderem am Pharmabereich. Schott – das Unternehmen gehört zu 100 Prozent der Carl-Zeiss-Stiftung – fertigt Pharmarohre, aus denen die Mainzer selbst aber auch andere Abnehmer die kleinen Flaschen produzieren, in denen je nach Impfstoff bis zu zehn Dosen passen.

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    Immer wieder musste Heinricht zuletzt Zweifel zerstreuen, dass es zu wenig dieser Verpackungen gibt, um die Impfstoffe weltweit zu verteilen. Schott werde genug liefern können und die Produktion weiter ausbauen, versprach er auch am Mittwoch noch einmal. Alleine bis Ende dieses Jahres werde man Fläschchen für zwei Milliarden Impfdosen produzieren.

    Ausbau der Fertigung für Impfstoff-Fläschchen

    Zudem entsteht für rund 40 Millionen Euro am Stammsitz in Mainz eine neue Schmelzwanne für Pharmaglasröhren. Und in China wurde ein komplett neues Werk für die Pharmarohre gebaut. Eine Milliarde Dollar wolle man bis 2025 in den Pharmabereich investieren, so Heinricht. Das habe aber nicht nur mit der Pandemie zu tun. „Diese Entscheidungen, in den Pharmabereich zu investieren, sind zu einer Zeit gefallen, als die Menschen, wenn sie über Corona sprachen, noch ein Bier meinten“, scherzte Heinricht.

    Der 58-jährige gebürtige Berliner ist Physiker und Doktor der Ingenieurwissenschaften. Innovationen sind seine Leidenschaft. Schon als Chef des Hanauer Familienunternehmens Heraeus trieb er die Geschäfte mit neuen Ideen rund um Edelmetalle an. Bei Schott macht er das mit Glas.

    „Wir sind selbst vom Werkstoff Glas fasziniert, und von den immer neuen Anwendungen“, sagte er am Mittwoch und hielt ein Klapphandy in die Kamera. Das ultradünne Glas auf dem klappbaren Display stammt von Schott. „Viele weitere Anwendungen sind möglich, denken Sie nur an Falt-Laptops“, schwärmte der CEO.

    Aus Glassubstrat und Kunststoff hat Schott darüber hinaus einen Träger entwickelt, der die Diagnostik erleichtern soll. Auf der Oberfläche dieses Trägers befinden sich 130 kleine Näpfchen, in die Blut geträufelt werden kann. In einem entsprechenden Diagnosegerät können so bis zu 130 verschiedene Parameter des Bluts parallel analysiert werden.

    Solche Innovationen will Heinricht forcieren, sie sind ein wesentlicher Teil der neuen Strategie, die er Ende vergangenen Jahres den Mitarbeitern und den Stiftungsgremien präsentierte. Das Ziel: eine Verdopplung des Wachstums von bisher drei Prozent pro Jahr auf sechs Prozent.

    Heinricht ist überzeugt, dass das gelingen wird – gerade wegen der Pandemie. „Die Covid-19-Pandemie hat uns vor große Herausforderungen gestellt, aber auch ungeahnte Kräfte freigesetzt“, sagte er: „Erst in einem Sturm findet man heraus, wie gut die Mannschaft und wie gut das Boot ist.“

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