Spielwaren-Trends 2016 Im Kinderzimmer wird aufgerüstet

Was Weihnachten unterm Christbaum liegen wird, ist derzeit auf der Spielwarenmesse zu sehen. Hightech breitet sich rasant in Kinderzimmern aus. Doch Hersteller von traditionellem Spielzeug müssen sich nicht verstecken.
Die Spielwarenbranche ist so kreativ wie seit Jahren nicht mehr. Quelle: Fischertechnik
3D-Drucker von Fischertechnik

Die Spielwarenbranche ist so kreativ wie seit Jahren nicht mehr.

(Foto: Fischertechnik)

NürnbergEin 3D-Drucker zum Selberbauen? In deutschen Kinderzimmern wird das bald Wirklichkeit. Aus 600 Fischertechnik-Teilen können die Kids schon bald solch ein Hightech-Gerät zusammensetzen und anschließend Ihre Konstruktionen ausdrucken.

Das badische Familienunternehmen Fischer ist mit seinem bemerkenswerten 3D-Drucker kein Einzelfall: Die Spielwarenbranche ist so kreativ wie seit Jahren nicht mehr. An diesem Mittwoch beginnt in Nürnberg die Spielwarenmesse, der größte Branchentreff weltweit. Die Stimmung in den Messehallen ist ausgezeichnet, denn dank der vielen Neuheiten strömen die Kunden nur so in die Läden.

„Das vergangene Jahr war wirklich klasse“, sagte Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des Bundesverbands der Spielwarenhersteller, dem Handelsblatt. Um rund sechs Prozent sind die Umsätze in den Geschäften hierzulande in die Höhe geschossen. Zum Vergleich: Die Sporthändler in Deutschland mussten sich 2015 mit einem mageren Plus von einem Prozent zufrieden geben.

Was die Marken besonders freut: Es ist nicht nur die Elektronik, die für gute Geschäfte sorgt. So sind die Erlöse des traditionsreichen schwäbischen Spieleproduzenten Ravensburger um fast ein Fünftel auf 445 Millionen Euro gewachsen. Das lag zwar größtenteils an der Übernahme von Brio, eines Holzeisenbahn-Herstellers aus Skandinavien. Doch auch aus eigener Kraft konnte die Familienfirma ein Plus von acht Prozent ausweisen. Dabei waren es gerade die altbekannten Puzzles, die in der Gunst der Konsumenten ganz oben standen.

Die größten Spielwarenhersteller der Welt
Platz 10: Zapf Creation AG
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Die deutsche Zapf Creation AG aus dem oberfränkischen Rödental ist nach eigenen Angaben Europas größter Puppenhersteller und vertreibt Marken wie die „Baby Born“. 2014 machte das Unternehmen einen Umsatz von 58,9 Millionen Euro.

Quelle: Unternehmensangaben

Platz 9: Bruder
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Auch Bruder hat sich spezialisiert: Das Fürther Familienunternehmen bietet Spielfahrzeuge im einzigartigen Maßstab 1:16 an. Das Unternehmen ist auch international tätig und unterhält für den nordamerikanischen Markt ein Lager in den USA. 2014 wurde ein Umsatz von 75 Millionen Euro erwirtschaftet.

Platz 8: Steiff
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Der 1877 von Margarete Steiff gegründete Plüschtierhersteller erlebte 2014 eine herbe Niederlage: Der Europäische Gerichtshof entschied, dass der Hersteller keinen Schutz des europaweit bekannten Markenzeichens „Knopf im Ohr“ mehr beanspruchen kann. Einem Knopf im Ohr fehle es schlicht an Unterscheidungskraft. Umsatzwerte von Steiff liegen nur für 2013 vor, in diesem Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 93,27 Millionen Euro.

Platz 7: Schleich
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Das international tätige Unternehmen Schleich aus Schwäbisch Gmünd produziert handbemalte, möglichst originaltreue Hartgummifiguren. 2014 wurde Schleich, das 1986 in Konkurs gegangen war, durch den französischen Investor Ardian für 220 Millionen Euro gekauft. 2013 betrug der Umsatz 106 Millionen Euro.

Platz 6: Ravensburger
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Die international tätige Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in, nun ja, Ravensburg, ist auch heute noch weltweit vor allem durch die Herstellung von Gesellschaftsspielen und Puzzles bekannt. Der Umsatz 2014 betrug 373,2 Millionen Euro.

Platz 5: Playmobil
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Der Systemspielzeughersteller der zur Geobra Brandstätter Stiftung mit Sitz im fränkischen Zirndorf gehört, produziert seit 1974 seine nach dem Kindchen-Schema konstruierten Figuren. Mit seinen ursprünglich „Klickies“ genannten Figuren erwirtschaftete Playmobil 2014 einen Umsatz von 535 Millionen Euro.

Platz 4: Simba-Dickie-Group
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Die Simba-Dickie-Group tätigte 2013 einen prominenten Zukauf: Der Spielwarenhersteller, der sich einst durch einen Zusammenschluss der Unternehmen Simba Toys und Dickie Toys gegründet hatte, kaufte den insolventen Modelleisenbahnhersteller Märklin. 2014 betrug der Umsatz der Unternehmensgruppe 602 Millionen Euro.

„Eigentlich dürfte es uns gar nicht mehr geben“, ulkt auch Michael Sieber, Chef und Eigentümer von Simba-Dickie, des mit einem Umsatz 616 Millionen Euro größten deutschen Spielwarenanbieters. Seit Jahren würde den Herstellern angesichts des Smartphone-Booms der Untergang prophezeit. Schließlich verbringt der Nachwuchs immer mehr Zeit mit den mobilen Geräten. Doch das Gegenteil sei der Fall: „Wir wachsen, aber viele Handyhersteller sind schon untergegangen.“ Zu seiner Gruppe gehören bekannte Marken wie Schuco, Noris, Märklin oder Big – fast alles Firmen, die von traditionellem Spielzeug leben.

„2016 wird wieder ein gutes Jahr“
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