Sprudel-Firma Soda-Club Das zischende Imperium zieht weiter

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1992 folgt der Markteintritt in Südafrika, 1993 in der Schweiz, 1994 in Deutschland. 1998 schluckt Soda-Club schließlich seinen einstigen Lieferanten Sodastream.

Die Rendite beziffert Wiseburgh nicht. Dass diese bei einem Jahresumsatz von zuletzt rund 100 Millionen Euro aber stimmt, dafür spricht das voll integrierte Geschäftsmodell. Vom Bau der Sprudler über die Entwicklung der Geschmacksrichtungen bis zur Wiederbefüllung der Gaspatronen – alles macht Soda-Club selbst. Vor zwei Jahren entstand ein neues Werk südlich von Tel Aviv.

Nur: Massenmärkte wie China, Indien oder der Kontinent Afrika blieben dem expansionswilligen Mittelständler bisher verschlossen. Zum Sprudeln braucht es bisher sauberes Leitungswasser. Deshalb will Wiseburgh ins Geschäft mit der Trinkwasseraufbereitung einsteigen.

Experten stehen dem Projekt allerdings kritisch gegenüber. In Ländern wie Indien würde derzeit eher versucht, eine zentrale Wasserversorgung aufzubauen. Erfahrungen in entwickelten Ländern hätten gezeigt, dass eine zentrale Wasserversorgung die geringsten Risiken berge. Für Andreas Kuck, Leiter des Wassersektors bei der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Eschborn, hängt der Geschäftserfolg vor allem von den Kosten ab: „Ähnliche Geräte haben sich in Entwicklungsländern bisher nicht flächendeckend durchgesetzt, da die Betriebs- und Folgekosten für Strom und Wartung zu hoch waren.“

Dass Kosten von drei Eurocent pro Liter für den ganz großen Durchbruch zu hoch sind, weiß auch Soda-Club-Gründer Wiseburgh. Seine Zielgruppe sei deshalb die indische Mittelschicht – rund 200 000 Menschen, die überwiegend in Stadtgebieten leben, sagt er. Bis das Geschäft von Soda-Club auch in Entwicklungsländern zischt und zischt und zischt, wird also noch viel Wasser den Ganges hinunterfließen.

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