Staatsanwaltschaft Ex-Porsche-Chef Wiedeking droht Anklage

Die gescheiterte Übernahme von VW durch Porsche könnte für Ex-Porsche-Chef Wiedeking ein unangenehmes Nachspiel haben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft eine Anklage - eine Entscheidung soll im November fallen.
Update: 06.08.2012 - 11:38 Uhr Kommentieren
Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking Quelle: dpa

Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking

(Foto: dpa)

HamburgÜber eine Anklage gegen Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wird frühestens im November entschieden. Das polizeiliche Ermittlungsverfahren gegen Wiedeking sei mittlerweile abgeschlossen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart am Montag. Zuvor hatte der „Spiegel“ über eine drohende Anklage wegen des Verdachts der Marktmanipulation berichtet. Wiedekings Verteidigung hat nach Angaben des Sprechers bis Ende Oktober Zeit, Stellung zu den Vorwürfen zu beziehen.

Ein Traum wird 30
mid Stuttgart - Die jüngste Generation des Porsche Carrera Cabrio mit dem stabilen Leichtbau-Dach steht ab März bei den Händlern.
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Die jüngste Generation des Porsche Carrera Cabrio mit dem stabilen Leichtbau-Dach steht ab März bei den Händlern. Mit dieser 911er-Variante unterstreicht Porsche die Annahme, dass man mit 30 Jahren in der Blüte des Lebens steht. Denn die bis dahin in drei Jahrzehnten gewonnen Erfahrungen werden in diesem Lebensalter gekonnt umgesetzt.

Dies schafft gegenüber der jüngeren Konkurrenz Vorteile, wobei die vorhandene Energie allemale ausreicht, sich auch mit jüngeren Mitbewerbern messen zu können. Dies beweisen die Stuttgarter mit der neuesten Version des Erfolgscabrios, das fast perfektes Fahrvergnügen nicht nur verspricht, sondern auch liefert ...

mid Stuttgart - Mit der Studie dieses Porsche Turbo Cabrio gaben die Stuttgarter 1981 den Startschuss für die Cabrio-Erfolgsstory.
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Dabei musste die Porsche-Gemeinde auf die offene Version des Porsche 911 sage und schreibe 18 Jahre lang warten. Zwar gab es schon 1965 eine Targa-Version des 911 Carrera, die das erfolgreiche Porsche 356 Cabriolet ablöste, doch mit seinem feststehenden Überrollbügel des Targa konnten sich die echten Cabrio-Enthusiasten nicht wirklich anfreunden.

Der damalige Vorstandsvorsitzende Peter W. Schulz erkannte im Jahr 1981 dieses Manko, und rief zusammen mit Entwicklungschef Helmut Bott ein echtes Cabrio ins Leben. Die Studie des Porsche 911 Turbo Cabrio mit Allradantrieb zeigte der Sportwagenbauer dann auf der IAA 1981. Im folgenden Frühjahr zeigte Porsche dann auf dem Genfer Automobilsalon das 911 SC Cabriolet, das noch im gleichen Jahr in die Serienproduktion ging. Damit fiel der Startschuss für die Cabrio-Erfolgsstory ...

mid Stuttgart - Der Porsche SC war das erste Cabrio der Elferbaureihe. Es kam 1982 auf den Markt.
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it 235 km/h Spitze war das Elfer Cabrio 1982 das schnellste Seriencabriolet der Welt. Für 64.500 D-Mark stand der offene Elfer seinem Coupé-Bruder leistungsmäßig in nichts nach. Und schon damals zeigten sich die Porsche-Konstrukteure bei den technischen Feinheiten des Daches überaus innovativ.

Die sogenannte "Dreispriegeltechnik" und die Tatsache, dass es einen 50-prozentigen Festdachanteil unter dem geschlossenen Stoffverdeck gab, sorgte dafür, dass die Textilmütze überaus formstabil war. Durch die Verwendung von Leichtmetallprofilen war die Konstruktion zudem rund 15 Kilogramm leichter als die Targa-Kappe. Eine selbstnachstellende Verdeckspannung mittels Stahlseilen sorgte dafür, dass der Stoff immer richtig gestrafft war und das Dach sich auch bei Geschwindigkeiten über 200 km/h nicht wie ein Ballon aufblähte. Dies war vor 30 Jahren bei einem Cabrio wahrlich keine Selbstverständlichkeit.

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Niedrige Windgeräusche, Dichtigkeit und eine verwindungssteife Karosserie machten das Porsche 911 SC Cabrio zu seiner Zeit zum Non-plus-Ultra in Sachen offener Autos.

Und auch die Reaktionen der Kunden übertrafen alle Erwartungen der Porsche-Verantwortlichen. Innerhalb weniger Wochen war die Jahresproduktion ausverkauft und die Lieferzeiten betrugen trotz Sonderschichten und Überstunden im Werk bis zu einem Jahr. So lange muss man heute nicht mal auf einen Ferrari warten.

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Seit diesem Erfolg zählt das Cabriolet zum festen Bestandteil jeder neuen Elfer-Generation. Die erste Version des offenen Sportwagens wurde schon nach nur einem Jahr, also im Jahr 1983, vom 911 Carrera Cabriolet mit dem neuen 3,2-Liter-Motor und der seinerzeit unglaublichen Leistung von 170 kW/231 PS abgelöst.

Insgesamt erfreuten sich an dieser Variante 20.000 neue Besitzer. Und auch der Varianteneinfall der Zuffenhausener wurde immer größer. So boten sie den offenen Sportler mit dem begehrten Turbo-Karosserie-Kit an und im Frühjahr 1987 entließen sie dann sogar den echten Turbo "oben ohne" in die freie Wildbahn.

mid Stuttgart - Die intern als 964 bezeichnete zweite Generation des Porsche 911 Cabrio löste den SC 1990 ab. Beliebt war der Turbo-Kit - später gab e
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Die intern als 964 bezeichnete zweite Generation des Porsche 911 Cabrio (hier im Bild) löste den SC 1990 ab. Beliebt war der Turbo-Kit - später gab es ihn sogar als echten Turbo.

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Der bei Porsche hausintern "964" genannte Nachfolger des Elfer-Coupé erschien 1989. Er löste die von 1983 bis 1989 produzierten 911er-Baureihe ab. Die Cabrio-Version des 964 erschien 1990. Die Leistung des Sportlers stieg auf 184 kW/250 PS und erstmals gab es den Carrera auch mit Allrad als Carrera 4.

Aber schon knapp vier Jahre später, nach 4 802 gebauten Cabrios, löste Porsche das Modell durch einen völlig neu konstruierten Elfer mit der Bezeichnung "993" ab ...

Demnach sollen der frühere Chef des Sportwagenbauers und der ehemalige Porsche-Finanzchef Holger Härter den Finanzmarkt über die Porsche-Pläne während der Übernahmeschlacht mit Volkswagen getäuscht haben. Wiedekings Anwälte der Kanzlei Feigen/Graf wiesen die Vorwürfe zurück. Ob Anklage erhoben wird, entscheidet sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft, nachdem die Stellungnahmen geprüft wurden.

Auch gegen Härter solle wegen Marktmanipulation Anklage erhoben werden, berichtete „Der Spiegel“ weiter. Wenn die Akten zugestellt seien, hätten die Anwälte ausreichend Zeit für eine Stellungnahme. Danach erst wolle die Staatsanwaltschaft endgültig entscheiden, was sie tut. Ein Sprecher der Ermittlungsbehörde kommentierte die Informationen am Wochenende auf dpa-Anfrage zunächst nicht.

Anleger fühlen sich betrogen
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