Stada Der Übernahmekampf könnte neu beginnen

Geht der Bieterwettstreit um Stada von vorne los? Laut einem Agenturbericht könnten der unterlegene Bieter Advent zusammen mit einer chinesischen Firma ein Gegenangebot vorliegen. Bis Anfang Juni läuft die Frist.
Update: 16.05.2017 - 14:42 Uhr Kommentieren
Bisher galt Shanghai Pharma als möglicher Bieter für den Arzneimittelhersteller. Ein Gebot legten die Chinesen allerdings nie vor. Quelle: Reuters
Stada

Bisher galt Shanghai Pharma als möglicher Bieter für den Arzneimittelhersteller. Ein Gebot legten die Chinesen allerdings nie vor.

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FrankfurtSpekulationen auf ein zweites, höheres Angebot für Stada erschweren den Finanzinvestoren Bain und Cinven die Übernahme des Arzneimittelherstellers. Die Stada-Aktie stieg am Dienstag erstmals über die Marke von 66 Euro – den Preis, den Bain und Cinven den Stada-Aktionären bieten.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, die chinesische Shanghai Pharma und der unterlegene Finanzinvestor Advent erwögen ein Angebot über rund 70 Euro je Aktie, mit dem sie Bain und Cinven ausstechen würden. So lange die Stada-Aktie an der Börse zu mehr als 66 Euro gehandelt wird, ist es für die Anteilseigner attraktiver, sie an der Börse zu verkaufen statt sie den Finanzinvestoren anzudienen.

Stada setzt weiterhin voll auf die rund 5,3 Milliarden Euro schwere Offerte von Bain und Cinven, die sich gegen das Duo aus Advent und Permira durchgesetzt hatten. „Vorstand und Aufsichtsrat haben den Aktionären die Annahme dieses Angebots empfohlen.“ Ein anderes liege nicht vor, sagte ein Sprecher am Dienstag. „Es wurde uns gegenüber auch kein anderes Angebot angekündigt.“ Analysten von MM Warburg warnten Anleger, auf 70 Euro zu spekulieren. „Es könnte eine riskante Wette sein, auf eine höhere Gegenofferte zu setzen.“ Schließlich sei genügend Zeit dafür gewesen.

Bain und Cinven haben die Übernahme von Stada an die Bedingung geknüpft, dass sie an mehr als 75 Prozent der Anteile kommen. Bis zum vergangenen Donnerstag hatten erst 3,7 Prozent der Stada-Aktionäre ihre Papiere angedient. Die Mehrzahl der institutionellen Investoren warten bis zur letzten Minute, ehe sie sich entscheiden. Sie haben noch bis 8. Juni Zeit, um das Angebot anzunehmen.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Advent und Permira hatten im Tauziehen um Stada bei rund 65 Euro einen Rückzieher gemacht und Bain und Cinven den Vortritt gelassen. Shanghai Pharma hatte Interesse angemeldet, doch aus dem Bündnis mit dem Finanzinvestor CVC war nichts geworden. „Es ist klar, dass ein strategischer Investor wie Shanghai Pharma stärker von Synergien profitieren kann als Private-Equity-Firmen und deshalb ein höheres Angebot vorlegen kann“, schrieben die MM-Warburg-Experten. Unklar ist dagegen, ob Advent noch an seine Zusage gebunden ist, kein feindliches Übernahmeangebot für Stada zu unterbreiten.

„Shanghai Pharma hätte Schwierigkeiten, die nötige Finanzierung für ein Gegenangebot sicherzustellen“, sagte ein Insider. Die chinesische Regierung überwacht derzeit streng den Abfluss von Finanzmitteln aus dem Land. Shanghai Pharma äußerte sich bis Dienstagnachmittag nicht zu dem Bericht. Advent wollte keine Stellung nehmen.

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  • dpa
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