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Stada Die Milliarden-Übernahme droht zu scheitern

Der geplante Verkauf des Arzneimittelherstellers Stada an Finanzinvestoren wackelt gehörig. Kurz vor Ende der Annahmefrist halten sich immer noch viele Aktionäre zurück. Es bleibt nur noch wenig Zeit.
21.06.2017 - 16:58 Uhr Kommentieren
Die Übernahme des Herstellers von Nachahmer-Medikamenten und rezeptfreien Markenprodukten wie Grippostad läuft schon länger schleppend. Quelle: dpa
Stada

Die Übernahme des Herstellers von Nachahmer-Medikamenten und rezeptfreien Markenprodukten wie Grippostad läuft schon länger schleppend.

(Foto: dpa)

Bad Vilbel Einen Tag vor Ablauf der entscheidenden Frist droht die Übernahme des Arzneimittelherstellers Stada am Votum der Aktionäre zu scheitern. Bis Mittwoch haben weniger als die Hälfte der Anteilseigner (41,37 Prozent) die Kaufofferte der Finanzinvestoren Bain und Cinven angenommen, wie die Investoren mitteilten.

Sie wollen den im MDax notierten Konzern für 5,3 Milliarden Euro übernehmen – haben aber die Bedingung gestellt, dass bis Donnerstag (22. Juni) um Mitternacht mindestens 67,5 Prozent der Aktionäre zustimmen. „Das Ding wird unglaublich eng“, hieß es aus mit der Transaktion beschäftigten Bankenkreisen. „Was in den nächsten Stunden passiert, lässt sich kaum voraussagen.“

Die Übernahme des Herstellers von Nachahmer-Medikamenten und rezeptfreien Markenprodukten wie Grippostad läuft schon länger schleppend. Jüngst mussten Bain und Cinven die Annahmequote von 75 auf 67,5 Prozent senken und die Frist verlängern, weil nicht genug Stada-Aktionäre ihre Papiere angedient hatten.

Sollten die Investoren die neue Hürde nicht überwinden, können sie aus rechtlichen Gründen erst 2018 ein weiteres Angebot vorlegen. In Finanzkreisen gilt das aber als wenig wahrscheinlich. Werde die Quote nicht erreicht, scheitere das Angebot, betonten Bain und Cinven.

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    Auch an der Börse zeigte sich Skepsis. Stada-Aktien notierten am Mittwochnachmittag bei 63,70 Euro und damit mit einem Abschlag zur Offerte von Bain und Cinven, die 66 Euro je Anteil bieten. In der vergangenen Woche war zudem bekannt geworden, dass der Stada-Großaktionär AOC seine Anteile vorzeitig verkauft hatte.

    Zwar ist es bei Übernahmen üblich, dass Großanleger die Frist ausreizen. Doch an Stada halten auch Privatanleger laut Firmenangaben mit 27 Prozent einen relativ hohen Anteil. Unter ihnen sollen viele traditionsbewusste Ärzte und Apotheker sein. Von den Privatanlegern hätten bisher nur etwas mehr als die Hälfte Aktien angedient, hieß es in den Bankkreisen. Mit weiteren Zuläufen sei kaum zu rechnen.

    Die größten Pharmakonzerne der Welt
    Platz 20: Astellas
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    Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

    (Foto: dpa)
    Platz 19: Boehringer
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    Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

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    Platz 18: Takeda
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    Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

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    Platz 17: Allergan
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    Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

    (Foto: AP)
    Platz 6: Bayer
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    Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

    (Foto: dpa)
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    Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

    (Foto: Reuters)
    Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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    Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

    (Foto: ap)

    Eine zusätzliche Hürde sind Indexfonds, die 12 Prozent der Anteile besitzen und die Entwicklung des MDax abbilden. Sie sind aus rechtlichen Gründen gebunden, bestimmte Annahmequoten abzuwarten. Die Finanzinvestoren rechneten nicht mehr damit, die Papiere noch angedient zu bekommen, verlautete es in den Kreisen. Als Problem gilt auch, dass Hedgefonds in der Hoffnung auf ein höheres Angebot zu hohen Kursen eingestiegen seien und nun zögerten.

    Sollte der Deal platzen, befürchten Analysten einen Kursrutsch der Aktie. Stada-Papiere hatten zuletzt stark zugelegt, weil Anleger auf einen Erfolg der lukrativen Übernahme gesetzt hatten.

    • dpa
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