Stada-Verkauf Großaktionär attackiert Vorstand und Aufsichtsrat

Für den Pharmakonzern Stada liegt das erste verbindliche Übernahmeangebot vor. Großaktionär AOC erhöht nun den Druck auf Vorstand und Aufsichtsrat – sie sollen bei einem Verkauf einen möglichst hohen Preis erzielen.
Update: 24.02.2017 - 17:12 Uhr Kommentieren
Für den deutschen Pharmakonzern gibt es mindestens drei Interessenten. Quelle: dpa
Stada

Für den deutschen Pharmakonzern gibt es mindestens drei Interessenten.

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FrankfurtIm Gerangel um den Pharmakonzern Stada drängen einzelne Aktionäre nun auf eine aktivere Rolle des Stada-Managements. So forderte der Finanzinvestor Active Ownership Capital (AOC) jetzt den Vorstand und Aufsichtsrat des Bad Vilbeler Unternehmens auf, einen „ergebnisoffenen, transparenten und strukturierten Verkaufsprozess“ für die Firma aufsetzen. Nachdem bereits ein Bieterkampf um das Unternehmen in Gang gekommen ist, fordert AOC den Vorstand nun auf, aktiv nach weiteren potenziellen Käufern zu suchen, auch unter möglichen strategischen Käufern. Der Stada-Führung wirft AOC indirekt vor, zu passiv zu agieren.

Für den mit 2,1 Milliarden Euro Umsatz viertgrößten deutschen Pharmahersteller liegen inzwischen drei Übernahme-Offerten von Finanzinvestoren vor. Advent International unterbreitete dem Konzern am Donnerstag ein verbindliches Angebot in Höhe von 58 Euro je Aktie, wobei die Offerte bis kommenden Montag befristet ist und von einer Zustimmung des Stada-Vorstands und Aufsichtsrat abhängig gemacht wird. Die Advent-Offerte entspricht einer Bewertung von rund 3,6 Milliarden Euro für Stada.

Die britische Private-Equity-Gruppe Cinven und ein weiterer Bieter haben unverbindliche Übernahme-Vorschläge in Höhe von 56 und 58 Euro unterbreitet.

Ein Stada-Sprecher verwies in Reaktion auf den AOC-Vorstoß auf die Stellungnahme des Konzerns zur Advent-Offerte. Darin bekräftigt das Unternehmen, dass man ergebnisoffene Gespräche mit allen Interessenten führen werde „im Hinblick auf weitere Wertsteigerungspotenziale, die Werthaltigkeit der strategischen Konzepte und Wahrung der Interessen aller Stakeholder“.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Hintergrund des AOC-Vorstoßes ist offenbar die Sorge, dass sich der Stada-Vorstand zu sehr von einzelnen Finanzinvestoren treiben lässt und damit das Potenzial für eine noch höhere Bewertung nicht ausschöpft.

AOC hält mindestens fünf Prozent des Stada-Kapitals und hat 2016 mit Gegenanträgen zur Hauptversammlung eine weitgehende Neubesetzung des Stada-Aufsichtsrats durchgesetzt. Auf Initiative von AOC wurde zudem die Vinkulierung der Namensaktien von Stada abgeschafft. Eine Übertragung von Aktien muss seither nicht mehr vom Stada-Vorstand genehmigt werden – eine Satzungsänderung, die nach Einschätzung vieler Beobachter letztlich den Weg zu einer möglichen Übernahme des Konzerns frei gemacht hat.

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