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Stahl-Joint-Venture Thyssen-Krupp und Tata arbeiten Angebot an Brüssel aus

Die Fusion der Stahlriesen Thyssen-Krupp und Tata nimmt immer konkretere Formen an. Doch beim Autostahl droht Streit mit Brüssel.
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Thyssen-Krupp und Tata auf Kollisionskurs zur EU Quelle: Reuters
Thyssenkrupp und Tata Steel

Die Unternehmen müssen sich mit den EU-Wettbewerbshütern auseinandersetzen.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfBis zum 20. März haben Thyssen-Krupp und Tata Steel Zeit, die Bedenken der EU-Kommission wegen des geplanten europäischen Stahl-Joint-Venture auszuräumen. Dann geht es in die Verhandlungen mit der Kommission – bis am 29. April die letzte Frist abläuft.

Für beide Partner geht es um viel: Nicht nur stehen bei einem Scheitern erhoffte Synergien von bis zu 500 Millionen Euro auf dem Spiel. Auch die mühsamen Verhandlungen, die im vergangenen Sommer nach mehr als zwei Jahren Verhandlungszeit erst in letzter Minute gelangen, wären dann vergeblich gewesen.

Schon im Oktober hatte EU-Wettbewerbskommissarin Margarete Vestager mitteilen lassen, dass es Bedenken in drei Bereichen gebe: Autostahl, kornorientiertem Elektroband und Verpackungsstahl. Wie nun Reuters am Donnerstag unter Berufung auf Insider berichtete, wollen die Konzerne allerdings vor allem Zugeständnisse beim Verpackungsstahl machen.

Ein Sprecher von Tata Steel Europe erklärte dem Handelsblatt zudem, dass der Konzern weiterhin auf der Suche nach einem Käufer für die Elektrostahl-Tochter Cogent sei, die alle Tata-Aktivitäten in dem Bereich umfasst. Damit bliebe als strittiger Punkt vor allem das Geschäft mit Autostahl – hier ist gleichzeitig wohl mit den größten Synergien zu rechnen.

Bei Thyssen-Krupp hieß es dazu, das Unternehmen befinde sich weiterhin in einem konstruktiven Dialog mit Brüssel: „Wir sind zuversichtlich, die Transaktion im Frühjahr abschließen zu können.“

Allerdings hatte Vorstandschef Guido Kerkhoff in der vergangenen Woche auch Grenzen aufgezeigt. „Wir wollen natürlich nicht die Synergien, die wir uns erhoffen, aufs Spiel setzen“, erklärte der Manager vor Journalisten in Düsseldorf. „Bringt es uns um, wenn es nicht stattfindet? Nein.“

Scheitert der Deal am Veto der Wettbewerbshüter, wäre es nach Siemens/Alstom und Aurubis/Wieland bereits die dritte geplatzte Fusion innerhalb kurzer Zeit, an der ein deutsches Unternehmen beteiligt ist.

Unklar ist auch, wie Zugeständnisse beim Verpackungsstahl konkret aussehen können. So zitiert Reuters mehrere Personen, nach denen Thyssen-Krupp eine Trennung der Verpackungsstahl-Tochter Rasselstein ablehne.

Auch die Gewerkschaften sehen zu große Zugeständnisse kritisch. So hatte der IG-Metall-Generalsekretär und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Markus Grolms schon vor einigen Wochen erklärt, dass die roten Linien der Gewerkschaft nicht überschritten werden dürfen. „Sonst gibt es von uns keine Zustimmung mehr.“

Mit einem jährlichen Ausstoß von 21 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr wäre Thyssen-Krupp Tata Steel Europe der zweitgrößte europäische Stahlkonzern nach Arcelor-Mittal. Das Joint Venture käme auf einen Umsatz von rund 17 Milliarden Euro und 48 000 Mitarbeiter an den drei Hauptstandorten im Ruhrgebiet, Großbritannien und den Niederlanden.

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