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Stahlbranche IG Metall-Chef lehnt Fusion von Thyssen-Krupp mit Salzgitter ab

Thyssen-Krupp will mit Salzgitter fusionieren, um die Krise in der Branche besser zu bewältigen. IG-Metall-Chef Hofmann fordert eine andere Lösung.
07.09.2020 - 10:30 Uhr Kommentieren
Thyssenkrupp: IG Metall-Chef Jörg Hofmann lehnt Fusion mit Salzgitter ab Quelle: dpa
IG-Metall-Chef Jörg Hofmann

„Über Fusionen kann man einen angeschlagenen Konzern nicht stärken.“

(Foto: dpa)

Hamburg IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hat sich gegen einen von Thyssen-Krupp angestrebten Zusammenschluss mit dem niedersächsischen Rivalen Salzgitter ausgesprochen. „Über Fusionen kann man einen angeschlagenen Konzern nicht stärken“, sagte Hofmann in einem am Montag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Thyssen-Krupp sei „ein Thema für sich“, das auch eine eigene Lösung benötige, fügte er hinzu. Hofmann machte zugleich deutlich, dass er eine Kooperation der Stahlkonzerne beim Wechsel in eine klimaschonende Stahlerzeugung begrüßen würde. Dafür sei staatliche Hilfe nötig.

„Für die Umstellung auf 'grünen' Stahl sind Milliardeninvestitionen nötig, das geht nicht ohne staatliche Hilfe“, sagte der IG-Metall-Chef. Die einzelnen Anbieter – ob Saarstahl, Salzgitter oder Thyssenkrupp – könnten das nicht alleine stemmen. „Eine Kooperation zwischen den Stahlherstellern sehe ich dafür als geboten an.“

Thyssen-Krupp hat sich wiederholt für eine Fusion der beiden größten deutschen Stahlerzeuger ausgesprochen. Der Essener Traditionskonzern sucht nach neuen Strategien, um aus der Krise zu kommen. In der von Überkapazitäten gebeutelten Schwerindustrie sei eine Konsolidierung dringend nötig, hatten schon die früheren Thyssen-Krupp-Chefs Heinrich Hiesinger und Guido Kerkhoff betont. Sie waren aber mit dem Versuch einer Stahlfusion zwischen Thyssen-Krupp Steel Europe und dem indischen Stahlkocher Tata Steel am Widerstand der EU-Kommission gescheitert.

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    Die jetzige Thyssen-Krupp-Chefin, Martina Merz, hält sich angesichts der hohen Verluste im Stahl alle Optionen offen – eine Partnerschaft, eine Fusion und ein Verkauf. Ein Argument ist dabei auch, dass die Stahlindustrie für den Umbau auf eine CO2-freie Produktion milliardenschwere Kosten stemmen müsse, was kein Konzern alleine schaffe.

    Salzgitter lehnt einen Zusammenschluss ab, bei dem Thyssen-Krupp die Bedingungen bestimmt. Das sei nur dann eine Option, wenn ein Konzept gefunden würde, das auch Salzgitter perspektivische Vorteile biete, hatte Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann erst im Juli einer Zeitung gesagt. Das habe es bislang nicht gegeben.

    Auch die bei den Stahlerzeugern stark vertretene IG Metall steht einer Fusion skeptisch gegenüber. Sie fürchtet einen massiven Personalabbau, wenn sich beide Konzerne zusammenschließen, um die Kosten zu senken.

    Mehr: Thyssen-Krupp soll Hilfe vom Staat bekommen

    • rtr
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