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Stahlindustrie Thyssen und Salzgitter beziehen Stellung zu Gerüchten um Stahlfusion

Einem Bericht zufolge sollen die Chefs der beiden deutschen Stahlriesen demnächst zusammenkommen. Dabei könnte es sich um Sondierungsgespräche handeln.
10.01.2020 - 18:00 Uhr Kommentieren
Erwägt der Stahlriese eine Mega-Fusion mit Thyssen-Krupp? Quelle: dpa
Salzgitter-Mitarbeiter mit Stahlpfanne

Erwägt der Stahlriese eine Mega-Fusion mit Thyssen-Krupp?

(Foto: dpa)

Essen, Salzgitter Die angespannte Lage der Stahlindustrie hat einmal mehr Spekulationen über ein mögliches Bündnis der beiden deutschen Branchenführer Thyssenkrupp und Salzgitter angeheizt.

„Thyssenkrupp lotet Fusion mit Salzgitter aus“, berichtete der „Spiegel“ am Freitag vorab: Demnächst solle es ein Treffen zwischen Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz und Salzgitter-Chef Hans Jörg Fuhrmann geben. Bei dem Gespräch könnten entsprechende Möglichkeiten ausgelotet werden.

Der Essener Industriekonzern Thyssen-Krupp und sein Branchenrivale Salzgitter reagierten auf den Bericht zurückhaltend. „Die Umsetzung der im Dezember angekündigten Stahlstrategie steht für uns im Vordergrund“, erklärte ein Thyssen-Krupp-Sprecher am Freitag. Das Unternehmen will seine schwächelnde Stahlsparte umbauen, Stellen streichen und einzelne Anlagen schließen.

Bei Salzgitter hieß es, ein Treffen der Vorstandsvorsitzenden im vergangenen Jahr sei vor allem auf eine persönliche Bekanntschaft zwischen ihnen zurückzuführen. Das Unternehmen betonte: „Frau Merz und Herr Prof. Fuhrmann kannten sich persönlich, bevor Frau Merz Vorstandsvorsitzende der Thyssen-Krupp AG wurde. Beide haben sich bereits im letzten Jahr getroffen, was selbstverständlich und daher wenig spektakulär ist.“ Ein Folgegespräch sei nicht vorgesehen.

„Richtig ist aber auch, dass wir eine Konsolidierung der Europäischen Stahlindustrie nach wie vor für vorteilhaft halten“, hieß es bei Thyssen-Krupp. Die EU-Kommission hatte 2019 die lange vorbereitete Fusion der Thyssen-Krupp-Stahlsparte mit dem europäischen Zweig des indischen Konkurrenten Tata zum Schutz des Wettbewerbs untersagt.

Ein mögliches Zusammengehen von Thyssenkrupp und Salzgitter war in der Vergangenheit mehrfach im Gespräch. Fuhrmann hatte in einem Interview gesagt, für eine Fusion mit einem Wettbewerber habe er bisher kein Konzept gesehen, das Vorteile für beide Seiten biete. „Aber ich kann und will natürlich nicht ausschließen, dass es das eines Tages doch geben könnte.“

Mehr: Der Weg zur klimaneutralen Produktion in der Stahlindustrie ist technisch anspruchsvoll. Der Vorstandschef des Salzgitter-Konzerns fordert daher eine Anschub-Finanzierung.

  • dpa
  • rtr
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