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Stahlkonzern Arcelor Mittal und italienische Regierung wollen Stahlwerk Ilva gemeinsam retten

Noch vor wenigen Tagen stieg Arcelor Mittal aus einem Übernahmeabkommen aus – jetzt erfolgt nach einem Spitzentreffen in Rom die Kehrtwende.
23.11.2019 - 14:33 Uhr Kommentieren
Mit einer Übernahme des Werkes in Tarent könnten knapp 10.000 Arbeitsplätze gesichert werden. Quelle: Reuters
Arcelor Mittal

Mit einer Übernahme des Werkes in Tarent könnten knapp 10.000 Arbeitsplätze gesichert werden.

(Foto: Reuters)

Rom Die italienische Regierung und der weltgrößte Stahlkonzern Arcelor Mittal wollen das Stahlwerk Ilva im süditalienischen Tarent (Taranto) gemeinsam retten. Ein Spitzentreffen in Rom am Freitagabend sei konstruktiv verlaufen, teilte ArcelorMittal am Samstag mit. Man wolle sobald wie möglich zu einem Abkommen über eine stabile Stahlproduktion in Tarent gelangen.

Der italienische Konzern hatte 2018 angekündigt, das verlustreiche Stahlwerk mit rund 10.000 Beschäftigten zunächst zu mieten, dann zu kaufen und einschließlich des Kaufpreises 4,2 Milliarden Euro zu investieren. Anfang November teilte der Konzern aber mit, aus dem Übernahmevertrag aussteigen zu wollen.

Er begründete den Schritt mit einer Entscheidung des italienischen Senats, die Immunität aufzuheben, die die Betreiber bei Verstößen gegen Umweltbestimmungen genießen sollten. Hinzu komme ein Gerichtsentscheid, nach dem einer der Hochöfen schon bis zum 13. Dezember geschlossen werden müsste. Dadurch sah sich ArcelorMittal berechtigt, von einer Ausstiegsklausel Gebrauch zu machen.

An dem Spitzengespräch in Rom nahmen der Vorstandsvorsitzende Lakshmi Mittal, sein Sohn und Finanzvorstand Aditya Mittal sowie Ministerpräsident Giuseppe Conte, Finanzminister Roberto Gualtieri und Industrieminister Stefano Patuanelli teil.

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    Die Regierung will nun eine im Vertragsstreit schon für nächste Woche angesetzte Gerichtsverhandlung verschieben. Außerdem sei über die Möglichkeit einer öffentlichen Unterstützung im Sanierungsprozess gesprochen worden. Die Regierung sei ferner zu „sozialen Maßnahmen“ bereit - also zu staatlichen Auffangprogrammen für Arbeitnehmer, die ihren Job verlieren.

    Mehr: Drei Chefs und drei Umbaupläne in kurzer Zeit: Bei Thyssen-Krupp herrscht Chaos.

    • dpa
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