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Stahlkonzern Suche nach dem „Mythos Krupp“

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Bertha Krupp: Alleinerbin als strenge Patriarchin mit Familiensinn

Der Name Bertha muss in der Industriellenfamilie Krupp beliebt gewesen sein: Friedrich Alfred Krupp nannte seine älteste Tochter so - zugleich wurde im Ersten Weltkrieg eine Kanone aus dem Hause Krupp "die dicke Bertha" genannt. Dass die junge Frau damals wegen des Geschütznamens beleidigt gewesen sein könnte, verneinte ihre Enkelin jetzt in einem Interview: "Das war ein Marketing-Gag, der keine Bedeutung hatte", sagte Diana Maria Friz.

Die 67-Jährige hat eine Biografie über ihre Großmutter herausgebracht, über Bertha Krupp, verheiratete Krupp von Bohlen und Halbach. Über die Frau, die als geachtet und gefürchtet bezeichnet wird - die im Alter von 16 Jahren nach dem frühen Tod ihres Vaters Friedrich Alfred Krupp Alleinerbin des Krupp-Imperiums wurde.

Die Enkelin Friz, die in Argentinien lebt und das Leben ihrer Großmutter in der Biografie mühevoll rekonstruiert hat, zitiert aus vielen Briefen Berthas an ihren Mann und anderen unveröffentlichten Dokumenten. 330 Fußnoten zählt das Werk, zudem verwendet die Autorin Dutzende Fotos aus dem Familienbesitz. Persönlich, sagt die Autorin, habe sie die Oma weitaus weniger streng erlebt.

Über 200 Jahre Krupp in Bildern
200 Jahre Krupp-Dynastie Pressebilder Handlesblatt Online "Vom Stammhaus zum Quartier"
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"Stammhaus" und Schmelzbau um 1819.

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Friedrich Krupp um 1820.

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"Vom Stammhaus zum Quartier": Ein Gemälde von Julius Grün, es zeigt Alfred Krupp in den 1880er-Jahren.

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Ein Plan der Gussstahlfabrik, 1889

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Innerer Bereich der Gussstahlfabrik in Essen, 1864

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Friedrich Alfred Krupp seiner Verlobte und Margarethe von Ende 1882

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Die Friedrich-Alfred-Hütte in Rheinhausen ca. 1910

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Mit Handkuss habe sie sie dennoch begrüßen müssen. Bertha Krupp, geboren 1886, gestorben 1957, hat in einer bewegenden Zeit gelebt: Zwei Weltkriege, das Ende der Kaiserzeit, die große Wirtschaftskrise, die Weimarer Republik, das Dritte Reich und die Anfänge der Bundesrepublik Deutschland. Ihr Vater ist 1902 auf skandalumwitterte Weise gestorben. Friz erwähnt die "Verleumdungskampagne" kurz, nach der Friedrich Alfred Krupp der Homosexualität beschuldigt worden war. Nach seinem Tod gab es weitere Gerüchte, auch weil er keines natürlichen Todes gestorben sein soll.

Er hinterlässt neben seiner Frau Margarethe seine Töchter Bertha und Barbara. Als Alleinerbin wird Bertha zügig verheiratet. Fortan fungiert ihr Ehemann Gustav von Bohlen und Halbach, genannt Taffy, als Leiter des Unternehmens. Bertha bleibt im Hintergrund, hat zwar an strategischen Entscheidungen teil, kümmert sich aber um die Familie. Sie bringt acht Kinder zur Welt und hält die Familie zusammen. Mal von der Villa Hügel in Essen aus, mal vom Schloss Blühnbach in Österreich oder dem Jagdschloss Sayneck in Neuwied. Stets ist die Familie umringt von Personal, von Gouvernanten, Hauslehrern und persönlichen Bediensteten.

"Ich genieße das Zusammensein mit den Kindern sehr, so ganz ohne störende Zwischenpersonen", schreibt sie ihrem Taffy mal aus den Ferien, "könnte man das nur öfters haben". Bertha Krupp, die häufig als strenge Patriarchin dargestellt wird, der in den Kriegen als Waffenproduzentin mehr als eine zweifelhafte Rolle zugeschrieben wird, kommt in Friz' Buch besser weg: menschlicher, mit einem hohen Verantwortungsgefühl. Aus Enkelinnen-Sicht.


Diana Maria Friz: Bertha Krupp und ihre Kinder. Das Leben meiner Großmutter dtv, München 2011, 344 Seiten, 19,90 Euro

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