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Stahlkonzern Salzgitter vervierfacht den Gewinn

Mit einem Gewinn von rund 201 Millionen Euro hat der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern seinen Gewinn deutlich ausgebaut. Auch im laufenden Geschäftsjahr wird ein positives Ergebnis angepeilt - trotz Risiken.
Update: 05.03.2012 - 11:18 Uhr Kommentieren
Ein Schmelzer im Stahlwerk der Salzgitter Flachstahl GmbH, einer Tochter der Salzgitter AG. Quelle: dapd

Ein Schmelzer im Stahlwerk der Salzgitter Flachstahl GmbH, einer Tochter der Salzgitter AG.

(Foto: dapd)

DüsseldorfDer zweitgrößte deutsche Stahlkonzern Salzgitter hat mit einem vagen Geschäftsausblick seine Aktie am Montag auf Talfahrt geschickt. Eine detaillierte Prognose sei wegen der unsicheren Konjunkturentwicklung nicht möglich, teilte das Unternehmen mit. Sollte es nicht zu einer Rezession kommen, könne der Umsatz aber mindestens stabil gehalten werden und das Vorsteuerergebnis positiv sein. Dies war den Anlegern zu wenig: Mit einem Minus von zeitweise fast sieben Prozent führte das Papier mit deutlichem Abstand die Verliererliste im MDax an. Dabei legte Salzgitter 2011 einen Gewinnsprung hin.

Im vergangenen Jahr konnte der Stahl-, Röhren- und Maschinenbaukonzern den Vorsteuergewinn (Ebt) auf 201,6 (Vorjahr: 48,9) Millionen Euro mehr als vervierfachen. Die Erlöse kletterten auf 9,84 (8,31) Milliarden Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 9,67 Milliarden Euro gerechnet und das Ebt auf 196 Millionen Euro taxiert. Nach Steuern verdiente das Unternehmen 236 (30) Millionen Euro. Salzgitter profitierte im vergangenen Jahr aber nicht nur von überwiegend günstigen Rahmenbedingungen für Stahl- und Röhrenprodukte, sondern auch von einem Steuersparmodell, das den Konzern mit 100 Millionen Euro entlasten sollte. Den kompletten Jahresbericht will Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann am 30. März vorlegen.

Für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung 2012 sei eine neuerliche Verschärfung der Schuldenkrise in Europa das größte Risiko, erläuterte Salzgitter. Eine detaillierte Prognose könne der Konzern daher derzeit nicht vorlegen. „Unterstellt man jedoch, dass es im Prognosezeitraum nicht zu einer drastischen rezessiven Entwicklung kommt, gehen wir auf Grundlage der Erwartungen der einzelnen Divisionen von einem mindestens stabilen Umsatz sowie einem positiven Ergebnis vor Steuern im Jahr 2012 aus.“ Das Vorjahresergebnis zu erreichen sei aber angesichts der aktuellen Belastungen im Stahl- und Röhrenbereich eine Herausforderung. Das Fehlen konkreter Ergebnis-Ziele überschatte die vorgelegten Zahlen, die über den Markterwartungen lägen, schrieb Equinet-Analyst Stefan Freudenreich daraufhin.

In der Stahlbranche hat sich die Nachfrage in den vergangenen Monaten eingetrübt. Die Preise haben nachgegeben. Wegen der unsicheren Konjunkturentwicklung halten sich Kunden mit Bestellungen zurück und bauen stattdessen ihre Lagerbestände ab. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl rechnet in Deutschland 2012 mit einer Stagnation der Rohstahlproduktion. Unter der schwächeren Nachfrage leidet auch der deutsche Branchenführer ThyssenKrupp, dem allerdings zudem hohe Verluste bei seinen neuen Stahlwerken in Übersee zu schaffen machen. Der Mischkonzern hatte im vergangenen Geschäftsjahr 2010/11 (per Ende September) einen Nettoverlust von 1,8 Milliarden Euro verbucht. Auch ThyssenKrupp traut sich bislang keine Prognose zu. Am Mittwoch legt der Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co seine Zahlen für 2011 vor. Analysten rechnen mit deutlichen Gewinneinbußen.

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