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Stahlkonzern Voestalpine baut neues Edelstahlwerk

In Österreich will der Linzer Stahlkonzern Voestalpine ein neues Edelstahlwerk bauen. Die Investition soll rund 350 Millionen Euro hoch sein. Dabei die Branche leidet an Überkapazitäten.
27.09.2017 - 15:17 Uhr Kommentieren
Das neue Werk soll direkt neben dem Werksgelände entstehen. Quelle: Reuters
Konzernzentrale Voestalpine

Das neue Werk soll direkt neben dem Werksgelände entstehen.

(Foto: Reuters)

Wien Die Überkapazitäten sind seit Jahren das Hauptproblem der Stahlindustrie in Europa. Die Stahlkonzerne stehen unter gewaltigem Druck, ihre Belegschaft anzupassen – mit einer Ausnahme namens Voestalpine. Der österreichische Stahlkonzern plant entgegen dem Branchentrend den kompletten Neubau eines Stahlwerkes. Dabei handelt es sich um die erste nagelneue Stahlhütte seit Jahrzehnten in Europa.

Erst nach langem Zögern wegen der hohen Strompreise hat sich Voestalpine doch für ein neues Stahlwerk in Österreich entschieden. Das Linzer Unternehmen wird zwischen 330 bis 350 Millionen Euro im österreichischen Kapfenberg investieren. Das hatte der Aufsichtsrat am Mittwoch entschieden.  Das neue Edelstahlwerk, das ab 2021 das bestehende Werk ersetzen wird, soll Hochleistungsstähle für die Luftfahrt-, Auto- und Energiebranche produzieren. Das Werk wird 205.000 Tonnen Stahl jährlich liefern. Mit der Entscheidung bleiben die 3000 Arbeitsplätze in der steirischen Stadt erhalten. „Es wird keine Freisetzungen von Mitarbeitern geben“, sagte Wolfgang Eder, CEO der Voestalpine.

Mit dem neuen Werk kann die Voestalpine noch kostengünstiger und technisch noch anspruchsvoller Spezialstähle herstellen. Die Kapazitäten im neuen Werk werden nicht zunehmen. Wie Eder in einer Telefonkonferenz am Mittwoch sagte, werde sein Konzern keinen Beitrag zu den bestehenden Überkapazitäten leisten. Voestalpine hat sich seit Jahren auf hochqualitative Spezialstähle konzentriert, die eine höhere Gewinnmarge liefern.

Die Voestalpine hatte mit der Standortentscheidung lange gewartet. Der Konzern hatte Alternativen durchgespielt. In der Branche wurden insbesondere die USA genannt. „Wir haben über außereuropäische Standorte nachgedacht“, sagte Eder. Auf Nachfrage wollte er aber keine Länder nennen. Den Ausschlag hat am Ende vor allem die Qualität der Mitarbeiter gegeben. „Nirgendwo auf der Welt gibt es in Europa, vielleicht sogar in Österreich, so viele Fachleute“, sagte Eder zur Begründung. In den USA wäre die schnelle Rekrutierung von 3000 Facharbeitern „ein Ding der Unmöglichkeit“.

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Standort erkennen

    Das neue Edelstahlwerk wird das bisherige Böhler-Edelstahlwerk ablösen, welches das Ende seiner Lebenszeit erreicht hat. „Ein perfektes Umfeld und ein hoch motiviertes und qualifiziertes Mitarbeiterteam hat den Ausschlag gegeben“, sagte CEO Eder zur Entscheidung. Im benachbarten Leoben gibt es eine angesehene Montanuniversität. „Die europäische Klima- und Energiepolitik hat dazu beigetragen, dass wir so lange überlegt haben“, begründet Eder, warum die Entscheidung sich über mehrere Jahre hingezogen hat. „Österreich ist ein extremes Hochpreisland“, resümierte Eder. Er kritisierte die kaum erträgliche Regelungswut insbesondere in der Alpenrepublik. Der Stahlmanager mahnte die Politik grundsätzlich, die Kosten für den Standort noch weiter nach oben zu treiben. „Wir erwarten uns in Österreich und Europa eine industriefreundlichere Politik. Den Ankündigungen müssen endlich Taten folgen“, sagte Eder.

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