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Stahlproduzent Großaktionäre ebenen Weg für Kapitalerhöhung bei Schmolz + Bickenbach

Der kriselnde Schweizer Stahlkonzern braucht mehr Kapital. Nun haben die Aktionäre der Ausgabe neuer Aktien zugestimmt. Das könnte Millionen Euro in die Kasse bringen.
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In Deutschland produziert das Schweizer Unternehmen an den vier Standorten Witten, Siegen, Krefeld und Hagen. Quelle: Reuters
Schmolz + Bickenbach

In Deutschland produziert das Schweizer Unternehmen an den vier Standorten Witten, Siegen, Krefeld und Hagen.

(Foto: Reuters)

Zürich Der mit einer branchenweiten Nachfrageschwäche und Verlusten kämpfende Schweizer Stahlproduzent Schmolz + Bickenbach ist der benötigten Kapitalerhöhung einen wichtigen Schritt nähergekommen. Nach einer Einigung der beiden rivalisierenden Großaktionäre stimmten am Montag auf einer außerordentlichen Generalversammlung knapp 80 Prozent der anwesenden Aktionäre der Ausgabe neuer Aktien zu.

Schmolz + Bickenbach sollen durch die Transaktion mindestens 325 Millionen Franken (295 Millionen Euro) zufließen, teilte das Unternehmen und die beiden größten Anteilseigner Martin Haefner und Liewet Holding mit.

Wie viele Aktien schlussendlich ausgegeben werden, hängt auch vom Ausgabepreis ab. Vor Beginn der Aktionärsversammlung legte der Verwaltungsrat dafür drei Varianten fest: 0,20, 0,25 oder 0,30 Franken. Freigemacht wurde der Weg für die Transaktion durch eine Vereinbarung von Haefner und Liwet in buchstäblich letzter Minute: Die Generalversammlung starte wegen der Verhandlungen der beiden größten Anteilseigner rund eine Stunde später als ursprünglich geplant. Haefner wird demzufolge im Rahmen der Kapitalerhöhung seine Beteiligung auf höchsten 37,5 Prozent aufstocken und Liwet ein Paket von 25 Prozent behalten.

Wie es weitergeht, hängt nun maßgeblich von der Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) ab. Diese muss darüber befinden, ob sie eine Entscheidung der Übernahmekommission kippt, keine Ausnahmen von einer Angebotspflicht an die Streubesitzaktionäre im Zusammenhang mit der geplanten Kapitalerhöhung zuzulassen. Gegen das Verdikt der Übernahmekommission hatten sowohl Haefner als auch Liwet Beschwerde eingelegt.

In der Schweiz muss ein Aktionär, der ein Drittel der Aktien erwirbt, den übrigen Anteilseignern üblicherweise ein Pflichtangebot unterbreiten. Eine Entscheidung der Finma wird bis 9. Dezember erwartet.

Um Schmolz + Bickenbach hatte sich im Zuge der Kapitalerhöhung ein Machtkampf abgezeichnet. Haefner wollte 325 Millionen Franken frisches Kapital einschießen, allerdings zur Bedingung gemacht, dass seine Beteiligung im Rahmen der Transaktion auf mindestens 37,5 Prozent steigt von derzeit 17,5 Prozent. Gegen das Vorhaben stellte sich anfangs der mit 26,9 Prozent momentan größte Eigentümer Liwet, über die der russische Milliardär Viktor Vekselberg an Schmolz + Bickenbach beteiligt ist.

Die Aktien von Schmolz + Bickenbach waren am Montag vom Börsenhandel suspendiert. Zum Freitag-Schlusskurs von 0,22 Franken ist das Unternehmen an der Börse 205 Millionen Franken wert. Dem Konzern macht die Krise in der Automobilbranche zu schaffen – im dritten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von 420 Millionen Euro. In Deutschland produziert Schmolz + Bickenbach an den vier Standorten Witten, Siegen, Krefeld und Hagen.

Mehr: Arcelor Mittal und italienische Regierung wollen Stahlwerk Ilva gemeinsam retten.

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