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Stahlproduzent Voestalpine-Gewinn bricht um mehr als 50 Prozent ein

Der neue Voestalpine-Chef Eibensteiner muss zum Einstand überraschend schlechte Zahlen verkraften. Als Reaktion darauf verordnet er dem Stahlkonzern ein Sparprogramm.
Update: 07.08.2019 - 13:15 Uhr 1 Kommentar
Eine Folge des harten Sparkurses ist auch ein Arbeitsplatzabbau. Quelle: dpa
Voestalpine

Eine Folge des harten Sparkurses ist auch ein Arbeitsplatzabbau.

(Foto: dpa)

Düsseldorf, Wien Nur wenige Wochen nach der Übernahme des Chefsessels beim Stahlkonzern Voestalpine muss Herbert Eibensteiner seine Feuertaufe erleben. Denn die Bilanz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 fiel überraschend negativ aus.

Als Reaktion darauf verordnet der seit Juli amtierende CEO dem Linzer Konzern ein Sparprogramm von jährlich 100 Millionen Euro. Die Hälfte soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden. „Wir arbeiten bereits intensiv daran, dem Marktdruck über Kosten- und Effizienzsteigerungsprogramme im gesamten Konzern entgegenzuwirken“, sagte der 55-Jährige.

Eine Folge des harten Sparkurses ist auch ein Arbeitsplatzabbau. Wie Eibensteiner in einer Telefonkonferenz verkündete, wird der Konzern die Zahl der Mitarbeiter reduzieren. „Teilweise werden wir frei werdende Stellen nicht nachbesetzen“, kündigte der CEO an. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben. Außerdem soll Leasingpersonal eingespart werden. Voestalpine beschäftigt 52.000 Mitarbeiter. Im Juli wurde bereits in einem Werk in der Steiermark 125 Mitarbeitern gekündigt.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 im Vergleich zum Vorjahresquartal um annähernd 52 Prozent auf 157 Millionen Euro ein. Auch der Umsatz fiel mit rund 3,3 Milliarden Euro um fast vier Prozent niedriger aus als im Jahr zuvor. Die Zahlen waren schlechter als es viele Analysten erwartet hatten.

Die Stahlexperten von Erste Group, Raiffeisen Centrobank, Baader Bank und Deutschen Bank prognostizierten einen durchschnittlichen Umsatzrückgang auf 3,42 Milliarden Euro. Die Voestalpine-Aktie brach an der Wiener Börse bis Mittag bereits um 4,35 Prozent auf 21,50 Euro ein.

Der neue Voestalpine-Chef Eibensteiner muss derzeit gleich an mehreren Fronten kämpfen. Zum einen machen ihm hohe Rohstoffkosten, geringere Stahlpreise und steigende Preise für CO2-Zertifikate zu schaffen. Zudem spürt der Konzern die schlechtere Entwicklung der Autoindustrie. Die von US-Präsident Trump ausgelösten Handelskonflikte belasten zusätzlich. Hinzu kommen noch hausgemachte Probleme wie im US-Werk in Cartersville.

Wie in Linz sieht es derzeit in vielen Unternehmen der Branche aus: Auch der weltgrößte Stahlhersteller Arcelor-Mittal musste seine Produktionsprognose für das laufende Jahr angesichts der schwachen Nachfragesituation deutlich kürzen. Ähnliche Signale erwarten Analysten in Kürze auch vom Essener Industriekonzern Thyssen-Krupp, der am Donnerstag seine Zahlen für das dritte Quartal des bis zum September laufenden Geschäftsjahres bekanntgibt.

Herbert Eibensteiner war im Juli bei der Voestalpine zum Vorstandsvorsitzenden ernannt worden, nachdem der langjährige Vorstandschef Wolfgang Eder seinen Posten nach fast 40 Jahren im Konzern abgegeben hatte. Zuvor leitete er die Stahldivision der Voestalpine, die im vergangenen Jahr mit rund 4,8 Milliarden Euro den größten Teil zum Konzernumsatz beigetragen hat.

Mehr: Österreich will Wasserstoff-Nation werden. Um CO2 einzusparen, geht die Voestalpine mit einem eigenen Wasserstoff-Projekt voran.

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1 Kommentar zu "Stahlproduzent: Voestalpine-Gewinn bricht um mehr als 50 Prozent ein"

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  • Dieses absolute Festhalten an der Autoindustrie als heilbringender alleiniger Kunde rächt sich bitterlich . Mit einem 10 Jahrestief an der Börse kommt der Konzern ganz nahe an eine Übernahmediskussion. Außerdem ist das Engagement in den USA schlecht geplant, die Prozesse zur Inbetriebnahme sind eines Großkonzernes unwürdig.

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