Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Stahlunternehmen Stahlhändler Klöckner & Co. startet mit roten Zahlen ins Geschäftsjahr

Der Stahlhändler Klöckner rutscht im ersten Quartal wegen der mauen Autokonjunktur in die Verlustzone. Doch einem Großinvestor könnte das womöglich gelegen kommen.
30.04.2019 - 15:03 Uhr Kommentieren
Der Duisburger Stahlhandelskonzern Klöckner leidet unter sinkender Nachfrage. Quelle: dpa
Stahlhändler unter Druck

Der Duisburger Stahlhandelskonzern Klöckner leidet unter sinkender Nachfrage.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Am Dienstagmorgen hatte Klöckner-Vorstandschef Gisbert Rühl schlechte Nachrichten zu verkünden: Der Duisburger Stahlhändler schließt das erste Quartal des Geschäftsjahres 2019 mit einem Verlust von zehn Millionen Euro ab. „Wir hatten einen sehr schlechten Start in das neue Jahr“, erklärte Rühl. „Das Ergebnis ist unbefriedigend.“

Bereits wenige Tage zuvor hatte Klöckner die Anleger mit einer Gewinnwarnung darauf vorbereitet, dass sich das wirtschaftliche Umfeld spürbar verschlechtert habe. Am Dienstag bestätigte Rühl nun die gesenkte Prognose für den Jahresgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 180 bis 200 Millionen Euro. Ursprünglich hatte das Unternehmen mit einer leichten Steigerung des Ebitda im Vergleich zum Vorjahr (227 Millionen Euro) gerechnet.

Dass dieses Ziel nach derzeitiger Lage nicht gehalten werden kann, liegt vor allem an der schwächelnden Autokonjunktur. Zwar ist der Quartalsumsatz von Klöckner im Vorjahresvergleich um rund 4,6 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gestiegen. „Das lag allerdings allein an einem insgesamt höheren Preisniveau“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Insgesamt hat Klöckner zwischen Januar und März rund 1,5 Millionen Tonnen Stahl verkauft – und damit rund 5,3 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2018.

Schon kurz nach der Gewinnwarnung am Donnerstag hatte die Klöckner-Aktie nachbörslich bis zu elf Prozent im Minus notiert und sich nach Bekanntgabe der Zahlen auch nicht wirksam erholt. Doch was für die meisten Klöckner-Aktionäre ein Ärgernis sein dürfte, könnte dem größten Investor des Stahlhändlers, dem hessischen Unternehmer Friedhelm Loh, möglicherweise entgegenkommen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    So wird in der Branche schon länger über eine mögliche Übernahme spekuliert, nachdem Loh im vergangenen Jahr seinen Anteil von ursprünglich 25,25 Prozent deutlich ausgebaut hatte. Nach Handelsblatt-Berechnungen hält Loh derzeit über seine Beteiligungsgesellschaft Swoctem mindestens 28,34 Prozent der Klöckner-Aktien. Der Wert ergibt sich aus der Summe der Aktienkäufe, die Loh als Mitglied des Klöckner-Aufsichtsrats zu melden verpflichtet ist.

    Überschreitet er die 30-Prozent-Marke, muss er den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot in Höhe des gewichteten Kursdurchschnitts der jeweils vergangenen drei Monate unterbreiten. Je niedriger der Kurs, desto niedriger fällt entsprechend auch das Pflichtangebot aus – zuzüglich etwaiger Aufschläge, um die Mitaktionäre von einem Verkauf ihrer Anteile zu überzeugen.

    Für eine Stellungnahme war Loh kurzfristig nicht zu erreichen. Doch vor wenigen Wochen hatte der Unternehmer eine Komplettübernahme von Klöckner im Interview mit dem Handelsblatt zumindest nicht explizit ausgeschlossen. So sagte der 72-Jährige im März, er betrachte Klöckner als „strategische Investition“. An Spekulationen über eine Übernahme wollte er sich damals nach eigener Aussage nicht beteiligen: „Ich habe das Privileg, Familienunternehmer zu sein und habe gelernt, dass an vielen Stellen Schweigen wirklich Gold ist.“

    Neben Großinvestor Loh zählen derzeit vor allem institutionelle Anleger zu den Aktionären vom Klöckner. So hält etwa die US-Fondsgesellschaft Franklin Templeton als zweitgrößter Teilhaber rund 5,4 Prozent. Darauf folgen Blackrock und der norwegische Staatsfonds mit jeweils rund 3,6 Prozent.

    Insgesamt kommt der Duisburger Stahlhändler nach dem jüngsten Kurseinbruch auf eine Marktkapitalisierung von nunmehr gut 636 Millionen Euro, von denen im Moment ein gutes Viertel auf Lohs Beteiligungsgesellschaft Swoctem entfällt.

    Den verbleibenden Betrag könnte der Unternehmer wohl problemlos stemmen. So weist Lohs Unternehmensgruppe allein für 2017 einen Netto-Jahresüberschuss von mehr als 300 Millionen Euro aus. Hierzu gehört auch das Stahl-Servicecenter Stahlo, das teilweise in ähnlichen Märkten aktiv ist wie Klöckner.

    Interessiert dürfte der Großinvestor daher vor allem den Digitalisierungsprozess des Duisburger Konkurrenten beobachten: Hier gilt das Unternehmen mit dem rotnasigen Hund als Logo branchenweit als führend. „Die einzige erfreuliche Nachricht“, erklärte denn auch Klöckner-Vorstandschef Rühl bei Vorlage der Zahlen, „betrifft unsere Digitalumsätze: Hier konnten wir den Anteil von 19 Prozent am Gesamtumsatz auf jetzt 27 Prozent erhöhen“.

    Startseite
    Mehr zu: Stahlunternehmen - Stahlhändler Klöckner & Co. startet mit roten Zahlen ins Geschäftsjahr
    0 Kommentare zu "Stahlunternehmen: Stahlhändler Klöckner & Co. startet mit roten Zahlen ins Geschäftsjahr"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%