Starke Bilanz Alles wieder gut bei Thyssen-Krupp?

Thyssen-Krupp hat die Intensivstation verlassen. Der Konzern hat überraschend starke Zahlen präsentiert, der Gewinn liegt so hoch wie seit über drei Jahren nicht mehr. Alles gut also bei den Essenern? Nicht ganz.
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Der Kurs von Heinrich Hiesinger zeigt erste Erfolge – noch ist die Wende aber nicht endgültig geschafft. Quelle: dpa
Thyssen-Krupp

Der Kurs von Heinrich Hiesinger zeigt erste Erfolge – noch ist die Wende aber nicht endgültig geschafft.

(Foto: dpa)

EssenEs geht voran bei Thyssen-Krupp, das ist die gute Nachricht. Die größten Altlasten sind abgearbeitet, die aufgelegten Kostensenkungsprogramme greifen, die recht stabile Weltkonjunktur plus der exportfördernden Euroschwäche greifen dem Essener Traditionskonzern helfend unter die Arme.

So präsentierte Finanzvorstand Guido Kerkhoff am Dienstagmorgen überraschend gute Zahlen für das zweite Quartal. Der Umsatz legt auch währungsbedingt deutlich zu, noch besser entwickelte sich der operative Gewinn, der das höchste Niveau seit 14 Quartalen erreichte. Alles gut also beim Traditionskonzern? Nicht ganz.

Thyssen-Krupp hat zwar die Intensivstation dank harter Sanierungsschritte inzwischen verlassen. Nun kommt die mühselige Kleinarbeit, um den Konzern langfristig in eine sichere Zukunft zu führen. Zwar weisen fast alle Finanzkennziffern nach oben, auch operativ läuft es rund, wie die Auftragszahlen vor allem die Industriesparten zeigen.

Aber noch hat der Konzern zu wenig Substanz, um auch eine längerfristige Konjunkturdelle zu überstehen oder sich an entscheidender Stelle zu verstärken. Der operative Free Cashflow legt zwar kräftig zu, ist aber immer noch negativ, das notorisch schwache Eigenkapital wird durch die Anpassung der Pensionslasten wegen des niedrigen Zinsniveaus belastet.

Insofern ist das laufende Geschäftsjahr eine Zeit des Übergangs: Die großen Krisen gehören der Vergangenheit an. Jetzt geht es für Vorstandschef Henirich Hiesinger und seine Mannschaft darum, weitere Einsparungen zu erzielen, die Führungsstrukturen zu straffen und operativ zu wachsen. Damit der Konzern irgendwann wieder genug Spielräume hat, sich auch mal nach größeren Zukäufen umzuschauen. Erst dann ist die Sanierung des Konzerns wirklich geglückt.

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1 Kommentar zu "Starke Bilanz: Alles wieder gut bei Thyssen-Krupp?"

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  • Nichts ist gut bei Thyssen!
    Es ist kein Wirtschaftwachstum, wenn ich auf Grund von Kostensenkungen ein besseres Ergebnis erziele. Das ist kein Ausdruck von Stärke, sondern von Schwäche.
    Der Auftragseingang, die Marge, der Gewinn, der Cashflow....diese Werte müssen steigen. Die Kosten machen zwar die Basis dafür aus aber es geht darum neue Märkte zu erschließen und die alten auzubauen bzw. neu zu gewinnen.

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