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Der erste Porsche mit Elektroantrieb

Mit dem Taycan will Porsche der elektrischen Konkurrenz die Stirn bieten.

(Foto: AP)

Start der E-Auto-Produktion Taycan gegen Tesla – Bei Porsche beginnt das Elektro-Zeitalter

In Stuttgart-Zuffenhausen hat die Vorserienproduktion des ersten Elektro-Porsche begonnen. Der Taycan soll das gesamte Unternehmen verändern.
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Stuttgart Zuerst müssen die Kameralinsen der Handys abgeklebt werden. Dann folgt eine Sicherheitseinweisung wegen der gefährlichen Hochspannung. „Die rot gekennzeichneten Fahrzeuge bitte bloß nicht berühren und immer schön Abstand halten“, sagt der Porsche-Mann im Arbeitsoverall, „bei diesen Autos liegt Spannung an“. Und für den Fall der Fälle wird sogar eine interne Notrufnummer verteilt – sollte es doch jemanden geben, der sich nicht an die strengen Sicherheitsvorschriften hält.

Porsche gestattet einen Einblick ins Allerheiligste, in die Vorserienfertigung des neuen Elektrosportwagens Taycan. Es dauert noch etwa ein Jahr, bis das wichtige neue Porsche-Modell bei den Händlern steht und zu kaufen sein wird. Für die Stuttgarter Volkswagen-Tochter markiert der Taycan einen zentralen Einschnitt in der Unternehmensstrategie: Mit dem ersten rein batteriegetriebenen Sportwagen beginnt bei Porsche das Elektro-Zeitalter.

Unweit des markanten Porsche-Museums im Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen hat die VW-Tochter in der Pilothalle mit der Vorserienfertigung des Taycan begonnen. Schon ein gutes Jahr vor dem offiziellen Verkaufsstart haben dort etwa 100 Mitarbeiter die Fertigung einer Kleinserie gestartet.

Die Produktionszyklen und die zeitlichen Vorläufe sind lang. Das gilt auch für den Taycan. 2015 hatte sich Porsche für den Bau des neuen E-Sportwagens entschieden. Immerhin dauert es mehr als vier Jahre bis zum Verkaufsstart.

„Wir fertigen hier einige Hundert Vorserienmodelle“, erläutert Bernd Würsching, der Leiter der Montage in der Pilothalle. Porsche brauche diese Autos in erster Linie für interne eigene Zwecke. Zum Testen, zum Üben, zum Verbessern. Dazu braucht jeder Autohersteller – und nicht nur Porsche – bei jedem Modell Hunderte von Vorserienfahrzeugen.

So fährt sich der zweite Elektrostreich von Porsche
Porsches erstes E-Auto
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Ende nächsten Jahres soll Porsches erstes Elektrofahrzeug auf den Markt kommen. Der Porsche Mission E Cross Turismo ist nur sein Vorbote, eine Studie und ein millionenschweres Einzelstück. Porsche will mit seiner E-Sparte Fahrspaß demonstrieren, der Reiz am Rasen soll nicht verloren gehen durch den elektrischen Antrieb.

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Leistung
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600 PS schafft das E-Auto mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 in weniger als 3,5 Sekunden. Damit könnte er ein Spitzentempo von 250km/h erreichen. Zum Vergleich: Die Top-Ausstattung von Teslas Model X schafft 773PS mit einer 100kWh-Batterie.

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Batterie
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Der Akku des Wagens hat eine Kapazität von rund 90kWh und soll damit eine Reichweite von 500 Kilometern erzielen können. Am Entwicklungsort Kalifornien hapert es aber noch an der 800 Volt-Ladung. Damit könnte der Wagen Strom für 400 Kilometer in 15 Minuten tanken.

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Prototyp
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Außergewöhnlich gut fährt sich der Cross Turismo für eine Studie. Das liegt vor allem daran, dass sie auf dem normalen Mission E basiert. Das Fahrzeug wurde für einen Messeauftritt nur neu eingekleidet. Am Innenraum bemerkt man die Verarbeitung, weniger dafür beim Fahren.

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Inneneinrichtung
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Hohe Ansprüche hat Porsche an seine Studie gestellt und den Innenraum entsprechend eingekleidet: Futuristische Sitze, an der Decke ein großes Glas-Panoramadach. Hinter dem Lenkrad, an der Mittelkonsole und beim Beifahrer zeigen drei Bildschirme alle wichtigen Infos.

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Bedienung
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Schalter und Knöpfe sind in dem Konzept-Auto Mangelware, alles erfolgt über digitale Touchscreens und Sensoren im Innenraum.

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Innenraum
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Vier Einzelsitze bietet der Innenraum des Mission E.

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Für die Serienproduktion des Taycan mit großen Stückzahlen hat Porsche in Zuffenhausen für 700 Millionen Euro ein eigenes neues Werk gebaut, einige Hundert Meter von der Pilothalle entfernt. Die Bauarbeiten dort sind abgeschlossen, im Moment werden dort die ersten Anlagen installiert.

Mitte kommenden Jahres müssen im neuen „Bau 70“ alle Vorbereitungen für den tatsächlichen Produktionsstart abgeschlossen sein. 20.000 Stück vom Taycan will Porsche im ersten vollen Jahr produzieren. Wenn die Nachfrage es zulässt, könnten es später auch bis zu 30.000 sein.

Der kalifornische Konkurrent Tesla, der gegen Porsche im Oberklasse-Segment antritt, lieferte allein im vergangenen Quartal 83.500 Elektroautos aus – und war damit beim Absatz an Porsche vorbeigezogen.

Doch mit dem neuen Taycan will Porsche das Elektrozeitalter einläuten. Denn die sportliche E-Limousine mit vier Türen – von der Größe her zwischen dem 911er und dem Panamera angesiedelt – wird bei den Stuttgartern nicht das einzige rein batteriegetriebene Modell bleiben. Außerdem soll die Zahl der Hybridautos – mit Benzin- und Elektroantrieb – weiter nach oben gehen. Branchenbeobachter schätzen, dass der elektrischen Porsche um 100.000 Euro kosten soll.

Vor wenigen Wochen hatte Porsche seinen Ausstieg aus dem Diesel bekanntgegeben. Dieser Abschied fällt den Zuffenhausenern nicht schwer. Bei ihren Sportwagen spielte der Diesel im Vergleich zu anderen Herstellern stets eine untergeordnete Rolle.

Sechs Milliarden Euro will Porsche in den kommenden Jahren in den Ausbau der Elektromobilität investieren. „Bis 2022 ist das Elektrothema ausgeplant“, sagt Finanzvorstand Lutz Meschke. Bis zum Jahr 2022 soll es auch das erste SUV von Porsche geben, das ausschließlich mit einem Elektromotor angetrieben wird. Noch fehlt die offizielle Bestätigung des Stuttgarter Sportwagenherstellers: Doch wahrscheinlich dürfte es das kleinere SUV sein, der Macan.

Meschke prophezeit, dass bis zum Jahr 2025 etwa die Hälfte aller Porsche-Modelle elektrifiziert ist, also mindestens einen Hybridantrieb bekommen hat. Zudem gibt sich Meschke optimistisch: Porsche werde seine im Branchenvergleich hohe operative Rendite von etwa 15 Prozent halten können – trotz der hohen Anfangsinvestitionen beim Einstieg in das Elektrozeitalter.

Investiert wird nicht nur in den Elektroantrieb. Einher geht damit auch eine zunehmende Digitalisierung der Autos, an deren Ende das vollständige autonome Fahren stehen dürfte. Der Porsche-Finanzvorstand hält es für unverzichtbar, dass sein Unternehmen deshalb verstärkt in IT und Software investieren muss. Vom jährlichen Forschungsbudget von zwei bis drei Milliarden Euro müsse künftig etwa ein Drittel auf die IT-Entwicklung entfallen.

Porsche produziert seine Elektroautos gerade auch für China. Die Volksrepublik ist schon länger der wichtigste Einzelmarkt für den Stuttgarter Sportwagenhersteller. Und: Stärker als andere Länder forciert China die Elektromobilität. Von den Porsche-Erfolgen in der Volksrepublik profitiert der gesamte VW-Konzern.

Während die meisten anderen Marken im dritten Quartal zum Teil recht kräftige Renditeverluste hinnehmen mussten, hält Porsche voraussichtlich sein hohes Niveau. „Porsche ist die positive Ausnahme wegen der starken Nachfrage aus China“, sagt Arndt Ellinghorst, Automobilanalyst von Evercore ISI.

Mehr Personal

Für das erste rein batteriegetriebene Sportwagen-Modell, den Taycan, braucht Porsche zusätzliches Personal. Für die neue Fabrik in Stuttgart-Zuffenhausen will die VW-Tochter bis zum Produktionsstart im kommenden Jahr etwa 1200 Beschäftigte zusätzlich einstellen.

Personalvorstand Andreas Haffner setzt dabei zum großen Teil auf neue Kräfte. Innerhalb des Konzernverbundes soll aber auch die Marke Volkswagen helfen: Aus dem nicht mehr vollständig ausgelasteten Passat-Werk in Emden sollen Mitarbeiter zur Aushilfe nach Stuttgart geschickt werden.

„Wir glauben nicht, dass es bei Porsche wegen des Wechsels zur Elektromobilität zu einem Personalabbau kommen wird“, sagt Haffner. In den kommenden zehn Jahren sei das Unternehmen mit seinem Dreier-Mix aus Benzin-, Hybrid- und Batterieantrieb „gut aufgestellt“. Auf längere Sicht sei allenfalls zu erwarten, dass es dann bei Porsche keinen zusätzlichen Personalaufbau mehr geben werde.

Der Porsche-Personalvorstand schätzt die Lage damit anders ein als der VW-Konzernchef. Herbert Diess hatte in der vergangenen Woche gesagt, dass Volkswagen ein Arbeitsplatzabbau von bis zu 100.000 Stellen drohe, wenn die EU-Kommissionen mit verschärften Klimavorgaben einen zu schnellen Wechsel auf Elektroautos verlange.

Porsche hat alles darauf gesetzt, dass das erste rein batteriegetriebene Modell am Stammsitz in Zuffenhausen gebaut wird. Auch die Belegschaft in Stuttgart leistet ihren Beitrag dazu. Sie verzichtet freiwillig auf Lohnzuwächse aus Tariferhöhungen, um damit einen Teil der Taycan-Investitionen zu finanzieren. Damit kommt am Ende eine ganze Menge Geld zusammen. „Das wird ein dreistelliger Millionenbetrag“, sagt Produktionsvorstand Albrecht Reimold.

Die Batteriezellen für den elektrischen Porsche kommen zwar vom südkoreanischen Partner LG. Doch bei der Abstimmung der Batterie nehme man großen Einfluss. Man wolle keine Lösung von der Stange, heißt es aus dem Konzern. Die Energiespeicher des Taycan seien schließlich auf dauerhafte Höchstleistung angelegt. Darum werden die Batterien in Sachsenheim bei Ludwigsburg von Porsche selbst optimiert.

Die neue Taycan-Fabrik wird zum Testlauf für das gesamte Unternehmen, weil Porsche dort auch neue Produktionsabläufe einführt. In der Fertigung des Taycan verabschiedet sich die VW-Tochter von der starren Bandmontage und läutet eine neue Epoche in der Fahrzeugfertigung ein.

Das klassische Fließband hat beim Taycan ausgedient. Porsche setzt als erster Hersteller in der Großserienfertigung stattdessen auf „fahrerlose Transportsysteme“ (FTS). Das sind selbstfahrende Plattformen, auf denen die Autos langsam durch die Fabrik rollen und dann Schritt für Schritt zusammengesetzt werden. Porsche verspricht sich davon mehr Flexibilität in der Produktion, Modell- und Variantenwechsel sind einfacher möglich. Diese FTS sollen später überall bei Porsche eingesetzt werden.

Trotzdem gibt es auch ein Problem bei Porsche. Die neuen Mitarbeiter für die Taycan-Fertigung brauchen eine Wohnung in Stuttgart oder Umgebung. Aber auch in Schwaben fehlt es an neuen Quartieren. Also geht Porsche jetzt auch auf Wohnungssuche für seine neuen Mitarbeiter.

Personalvorstand Andreas Haffner hofft auf eine schnelle Lösung: „Die Bürgermeister in der Region haben ihre Kooperationsbereitschaft bereits zugesagt.“ Vielleicht schafft es Porsche, auch für dieses Problem eine Lösung zu finden.

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  • Klar T& T - Konkurrenz belebt das Geschäft! Allerdings die Batterien dieser beiden Fahrzeuge haben immer noch begrenzte Reichweite und müssen an Ladestationen Aufladen. Solange wir unseren Strom mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe und Atomkraft herstellen, rauchen die Abgase und Schadstoffe aus den Schornsteinen. Das ist Fake - Green Mobility. Und es bleibt wohl bei der Tatsache, dass Lobbyisten aus Politik und Wirtschaft weiterhin den milliardenschweren Gewinn reinholen wollen, der sich die nächsten Jahre noch aus der Verstromung der Bodenschätze ergibt. Das der Erhalt der Umwelt vor der Profitgier der Energiekonzerne und anderer Partizipanten nachhaltiges Gehör findet ist eher unwahrscheinlich. Die Bevölkerung muss endlich aufgeklärt werden und nachhaltige Investitionen von Politik und Wirtschaft fordern. Alte Machtstrukturen verhindern den Einstieg von innovativer Neutrino -Energy. Sie wäre die Lösung vieler Komplikationen und vor allem Emissionsfreie Energie als UNENDLICHE RESSOURCE für die mobile, dezentrale Haushaltsenergie und für die Elektromobilität. Dazu liegen spannende,internationale Forschungsergebnisse und Patente der Berliner Neutrino Energy Group bereit. Mit einem ersten Fahrzeug PI, mit unendlicher Reichweite, quasi "aus der Luft betankt" und angetrieben von Tag und Nacht milliardenfach strömenden Neutrinos, welche Energie abgeben, wird ein Meilenstein in der Elektromobilität gesetzt werden. Mit dieser neuen Technologie können weltweit herkömmlichen Material aufwendige Akkus und Batterien abgelöst werden. Auch der kürzlich verstorbene Prof.Hawking, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats, war überzeugt von dieser grossartigen Entdeckung für die Menschheit des 21Jahrhunderts.

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