Start des Ampera Warum Elektroautos zum Flop werden könnten

Ab heute wird Opels Ampera verkauft – das erste Elektroauto in Großserie Mehr als eine Million solcher strombetriebenen Renner soll es bald geben. Doch die Pläne drohen zu scheitern.
Update: 02.11.2011 - 15:17 Uhr 13 Kommentare
Der Opel Ampera unter Strom: Wird das Modell an fehlenden Ladestationen scheitern? Quelle: dpa

Der Opel Ampera unter Strom: Wird das Modell an fehlenden Ladestationen scheitern?

(Foto: dpa)

DüsseldorfBis 2020 sollen eine Million Elektroautos durch Deutschland rollen – derzeit sind es gerade einmal 2.307. Ein Grund für den bisher mäßigen Erfolg dürfte sein, dass viele Autofahrer nicht genug Ladestationen in ihrer Nähe haben. Dahinter steckt ein schwer zu lösendes Problem: Für die Betreiber sind die Stationen nicht rentabel.

Mit den Ladestationen und den Elektro-Autos verhält es sich ein bisschen so wie mit der Henne und dem Ei – was sollte zuerst da sein? Wer einen Blick auf die in Deutschland betriebenen Ladestationen wirft, erkennt große Lücken: Im Osten Deutschlands etwa müssen Fahrer von E-Autos lange nach einer Tankstelle für ihren Wagen suchen, auch im Saarland gibt es riesigen Bedarf. Nordrhein-Westfalen und Bayern sind da schon üppiger besetzt

Von Ausnahmen abgesehen sind Ladepunkte in Deutschland derzeit noch eine Rarität. "Absolut gesehen, gibt es bisher sehr wenige öffentliche Ladestationen" sagt Florian Klausmann, Mitarbeiter des Bereichs Mobility Innovation vom Fraunhofer Institut IAO. Die meisten Besitzer von elektrischen Fahrzeugen nutzen ihre private Steckdose zuhause.

Gerade einmal 2210 öffentliche Ladestationen sind derzeit für Deutschland im Verzeichnis von lemnet.org eingetragen, dem größten deutschen Online-Verzeichnis für Elektro-Tankstellen. Das ist gemessen an der Anzahl der zugelassenen E-Autos in Deutschland zwar durchaus vertretbar.

Nur 2307 von ihnen werden laut Kraftfahrtbundesamt derzeit von ihren Besitzern über die deutschen Straßen gelenkt. Aber: "ein Laternenparker in der Stadt ohne eigene Steckdose in der Garage wird sich eher kein E-Auto kaufen, weil er derzeit nicht viele Möglichkeiten zum Aufladen hat“, sagt Fraunhofer-Experte Klausmann.

Gibt es ein Geschäftsmodell?
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13 Kommentare zu "Start des Ampera: Warum Elektroautos zum Flop werden könnten"

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  • Wie sieht es mit der Garantie der Batterie aus ?

    Was passiert, wenn die vorzeitig kapuut geht. Muß man dann streiten, wer schuld ist ? Sagen dann die Hresteller, der kunde hätte die Batterie zu schnell geladen und ist schuld ?

    Batterie kostet 10000 Euro aufwärts !

    Alles zu unsicher ! Das ist was Millionäre, die zuviel Kohle haben. Wer ein ALltagstaugliches Auto braucht - wartete einfach, ob der Spielkram sich durchsetzt. Ich sage zu 99,999% - klappt nicht !

  • Wo ist das Problem eine Steckdose zu finden? Wenn ich mich in meinen 4 Wänden umsehe finde ich auf jeder Wand eine und es wird sicher möglich sein eine Außensteckdose zu installieren.
    Auch in Mietshäusern ist es durch ein wenig Eigeninitiative möglich an seinem Parkplatz eine Steckdose (versperrbar) zu installieren.

    Wo ein Wille ist da ist auch ein Weg!

  • Wenn man die Last berücksichtigt, die ein Schnellladen möglich machen würde, welche Voraussetzungen muesste den das Strometz haben um das möglich zu machen? Gerade in der Stadt und tagsüber wenn sowieso viel Strom verbraucht wird

  • Zumindest für den mittelfristigen Zeitraum hat er mit dem Flop nicht unrecht. Was in hundert Jahren ist, weiß natürlich noch keiner. Aber die nächsten zehn Jahre werden keine deutlichen Verbesserungen in der Energiespeicherung für einen vertretbaren Preis ermöglichen. Es war ja auch von der Politik ganz anders gedacht. Erstmal wurde für die E-Mobilität Stellung bezogen und Werbung gemacht. Natürlich in der Hoffnung, dass durch hohe Absatzzahlen eine schnelle Entwicklung vorangetrieben wird. Der Autofahrer und Kunde als Versuchskaninchen. Die Politik hat leider nicht bedacht, dass sie das Autofahren inzwischen so teuer gemacht hat, dass ein Autokauf für immer längere Zeiträume kalkuliert werden muss. Da ist kein Geld übrig für Experimente. Außerdem tut sich am Straßenausbau in Deutschland so gut wie nichts. Wie soll man dann glauben, dass in Ladetechnik usw. investiert wird? Es werden nur ein paar Trottel gesucht, die für E-Mobil-Versuchsobjekte viel Geld bezahlen. Viel Spaß dabei. Ich halte mich da raus.

  • Wenn nun mehr ale 3 Leute "tanken wollen" wieviel Batterien soll denn ein Tankstelle vorhalten ? Alle Tankstellen, wieviel Batterien ergibt das ?

  • Und ich dachte schon, ich sei naiv. Das Elektroauta mit all den strukturellen Problemen wie Lademöglichkeit, Fahrleistungen usw. ist eine einzige Schimäre.

  • Ohne die im ersten Kommentar beschriebene Akku-Wechseltechnik wird das Elektroauto nie die Reichweite haben die ein Auto mit Verbrennungsmotor heute hat. Wenn es Wechselstationen gibt, gibt es keine Reichweitenbeschränkung mehr. In Israel wird solch ein System gerade aufgebaut.
    Das Elektroauto lohnt sich für die Pendler die pro Weg 60-100 km zurücklegen. Das sind diejenigen die am meisten Sprit verbrauchen und bei denen sich der größte positive Effekt durch den elektrischen Antrieb realisieren lässt.
    Daß selbst Elektroautos mit einer Reichweite von 150 km Alltagstauglich sind wurde im Feldtest von BMW mit dem Mini-E nachgewiesen. Warum würde sonst eine Firma wie BMW oder Renault so viel Geld in die Hand nehmen um Eletroautos zu entwickeln und auf den Markt zu bringen ?
    Ihre hellseherischen Fähigkeiten in allen Ehren, aber mit Ihrer Einschätzung dass dies ein Flop wird liegen sie wohl weit daneben.
    Es zwingt Sie ja niemand solch ein Fahrzeug zu kaufen. Für mich wäre ein Elektroauto für das tägliche Pendeln ideal.
    Jeder Liter Öl der weniger verbraucht wird ist ein Gewinn!

  • Ein Elektroauto wird nie und nimmer langstreckentauglich sein. Also eignen sich Elektroautos nur für Kurzstrecken. Nehmen wir doch einmal einen Pendler, der an 200 Tagen im Jahr jeweils 30km fährt und mit seinem Kleinwagen dafür rund 400 Liter Diesel im Jahr verbraucht. Bei 1,50 € je Liter hat er jährliche Verbrauchskosten von rund 600 €. Wenn er davon (für das E-Fahrzeug gut gerechnet!) die Hälfte beim Umstieg auf ein Elektroauto spart, könnte er jährlich 300 € für die Mehrkosten (Batterie mit kurzer Lebensdauer, höhere Anschaffungskosten) zurücklegen. Damit ist auch für Kurzstreckenfahrer als Zielklientel der E-Autos der Umstieg nicht sinnvoll. Wenn dann noch ein knackiger Winter mit entsprechendem Heizbedarf (hält denn die Batterie -25 Grad Celsius überhaupt aus?) hinzukommt, dürfte der Spass schnell vorbei sein.
    Aus meiner Sicht ist das E-Auto vom Ansatz her ein politisch getriebener Flop, zumal keine Innovationen bei der Speichertechnik diesen Hype rechtfertigen.
    Ähnlich wie bei der vor etwa 10 Jahren politisch gepuschten Brennstoffzelle oder bei der Wasserstofftechnologie fehlt die praxistaugliche und wirtschaftliche Realisierung. Dies gilt gleichermaßen für die Röttgen´sche Energiewende.

  • Den Start des Opel Ampera als Anlass zu nehmen um mal wieder die ganzen schon bekannten Argumente GEGEN Elektromobilität aufzuzählen ist schon fast als tendenzielle Berichterstattung zu sehen. Die Autorin ist wohl nicht ganz auf der Höhe der Zeit.
    1. Der Opel Ampera ist gerade dann im Vorteil wenn es nur wenige öffentliche Ladepunkte gibt, weil er ja zur Not auch mit Benzin fahren kann.
    2. Der Ampera könnte den elektrischen Antrieb und seine Vorteile (Effizient, leise, hohes Drehmoment) populär machen. Es sind immerhin (angeblich) 6000 Ampera vorbestellt.

  • Ja aber nur so lässt sich das E-Mobil überhaupt schmackhaft machen. Wenn neben der Lüge das die Dinger emissionsfrei fahren auch noch klar wird, dass der Kraftstoff "Strom" mit allen Nebenkosten doch nicht günstiger ist, dann ist das E-Mobil vom Tisch. Ich freue mich über jeden der so ein Teil fährt. Es gibt kaum noch eine bessere Möglichkeit, öffentlich zu bekunden, dass man nicht mehr alle Tassen im Schrank hat.

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