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Start in Deutschland Polestar eröffnet seine erste Niederlassung

Die neue Elektromarke Polestar hat ihre erste deutsche Niederlassung in Düsseldorf eröffnet. Ähnlich wie Tesla geht die Marke in die Innenstädte.
20.08.2020 - 15:56 Uhr 1 Kommentar
Polestar hat den Anfang in Düsseldorf gemacht. Insgesamt in sieben deutschen Städten will die neue Elektromarke künftig vertreten sein. Quelle: Handelsblatt/Stefan Menzel
Polestar startet in Düsseldorf

Polestar hat den Anfang in Düsseldorf gemacht. Insgesamt in sieben deutschen Städten will die neue Elektromarke künftig vertreten sein.

(Foto: Handelsblatt/Stefan Menzel)

Düsseldorf Die beiden Ausstellungsräume sind schlicht und einfach gehalten. Gerade einmal drei Autos passen hinein. Das matte Dunkelgrau der großflächigen Wände bestimmt die gesamte Atmosphäre. Einige Felgen, ein Stoßdämpfer und ein Elektromotor erinnern in kleinen Nischen daran, dass es doch um Autos geht.

Die neue Elektromarke Polestar, Schwester von Volvo und damit ebenfalls eine Tochter des chinesischen Geely-Konzerns, hat am Donnerstag in Düsseldorf ihre erste Verkaufsniederlassung in Deutschland eröffnet. Weitere sechs Vertretungen in den größten deutschen Städten werden in den kommenden Wochen folgen.

„Wir bieten ein völlig neues Verkaufserlebnis“, sagte Polestar-Deutschlandchef Alexander Lutz bei der Eröffnung in Düsseldorf. Wer als Kunde eine Polestar-Niederlassung betrete, der fühle sich eher an eine Design- oder Kunstausstellung erinnert. „Pur und minimalistisch soll es wirken, eben skandinavisch“, betonte Lutz.

Polestar geht mit seinen Deutschland-Niederlassungen mitten in die Innenstädte. In Düsseldorf ist die Haupteinkaufsmeile Königsallee nicht weit entfernt. Vergleichbare Standorte soll es auch in Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt und Stuttgart geben.

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    Mit dem Filialkonzept in den Innenstädten erinnert Polestar an den amerikanischen Elektropionier Tesla, der dieses Prinzip der kleinen City-Niederlassungen schon seit mehreren Jahren vertritt. Auch deutsche Hersteller wie Volkswagen und Mercedes haben diese Idee inzwischen übernommen.

    Verkauf weiter im Autohaus

    Dieses Konzept bedeutet zugleich, dass es in der Innenstadt nur reine Schauräume für die Autos gibt. Service, Ersatzteilverkauf und die Werkstatt gehören nicht mit dazu. Wegen der vergleichsweise hohen Mietkosten bleiben diese Zusatzleistungen rund um das Auto in den Vororten oder an den Stadträndern.

    Das neue Polestar-Konzept unterscheidet sich allerdings in einem wesentlichen Punkt von der Tesla-Grundidee. Die Amerikaner betreiben ihre City-Niederlassungen komplett selbst, ohne eine Verbindung zu irgendwelchen Händlern.

    Polestar ist dieser Schritt zu gewagt. Die neue Elektroschwester von Volvo verlässt sich beim Aufbau des eigenen Vertriebsnetzes auf die Händler der schwedischen Automarke. Die Düsseldorfer Polestar-Vertretung betreibt die mittelständische Moll-Gruppe, bislang auch der wichtigste Volvo-Händler in der Stadt am Rhein. Ähnliche Kooperationsvorhaben sind auch in den anderen deutschen Städten geplant.

    „Wir können dadurch einen eingespielten Werkstatt-Service anbieten“, sagte Firmenchef Timm Moll. Es gebe keine langen Wartezeiten bei der Ersatzteilversorgung, wie es sie bei anderen Wettbewerbern geben könne.

    Polestar verspricht, dass in seinen neuen Niederlassungen die Beratung im Vordergrund stehe. Für die Kunden gebe es überhaupt keinen Verkaufsdruck, weil die Polestar-Autos ausschließlich über das Internet und nicht vor Ort verkauft würden, so Deutschlandchef Lutz. Die Aufgaben der Filialen konzentrierten sich auf Testfahrten, Auslieferung und die Koordination von Werkstattterminen.

    Die Mitarbeiter könnten die Kunden nicht zum Kauf drängen, weil in den Filialen überhaupt kein Verkauf der Fahrzeuge vorgesehen sei. Der mittelständische Handelspartner – in Düsseldorf also die Moll-Gruppe – wird von Polestar entsprechend für die geleisteten Service- und Beratungsaufwendungen entschädigt.

    Ein Herausforderer für Tesla

    Polestar soll sich als Premiummarke bei Elektrofahrzeugen durchsetzen. Das Unternehmen glaubt an einen schnellen Erfolg, weil die Karten im Geschäft mit E-Fahrzeugen grundsätzlich neu gemischt würden. Neue Marken könnten sich in einem neuen Markt viel eher durchsetzen, so Lutz.

    Der Polestar-Deutschlandchef nannte keine genauen Verkaufszahlen, die für dieses Jahr geplant sind. Lutz sprach von einem „vierstelligen Bereich“. Weltweit wolle die Volvo-Schwester in diesem Jahr „einige Zehntausend“ Fahrzeuge verkaufen.

    Der „Polestar 2“ ist derzeit das wichtigste Modell der neuen Marke. Das neue rein batteriebetriebene Auto soll es als Limousine vor allem mit dem Model 3 von Tesla aufnehmen. Später kommen bei Polestar noch weitere Modelle wie etwa ein SUV dazu. Auch als Premiumfahrzeug kann für den „Polestar 2“ die aktuelle deutsche Umweltförderung beantragt werden, das Auto kostet dann in der Grundausstattung weniger als 50.000 Euro.

    „Wir sind in diesem Jahr fast schon ausverkauft“, sagte Alexander Lutz. Die aktuelle Lieferfrist reiche bis November. In anderen europäischen Ländern wie etwa Norwegen sei der „Polestar 2“ schon komplett für dieses Jahr ausverkauft. Der Wagen wird in China in einem bestehenden Volvo-Werk und auf einer Plattform der schwedischen Automarke produziert.

    Mehr: Elektro-Schwede zum Porsche-Preis – das kann der Polestar 1

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    1 Kommentar zu "Start in Deutschland: Polestar eröffnet seine erste Niederlassung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wenn ich das richtig verstanden habe, darf ich also nach Düsseldorf pilgern, um mein möglicherweise nächstes Auto ansehen zu dürfen. Warum nicht in Mönchengladbach, Krefeld, Aachen oder eben vor Ort beim Kunden? Eine Probefahrt darf man dann vereinbaren, muß aber auch wieder x-km zur Niederlassung wallfahren. Und für die ganzen Mühen, muß ich dann auch noch den Listenpreis bezahlen. Schön ausgedacht von der Autoindustrie. Das klappt bei den eingefleischten Fans, aber nicht in der Breite. Das Problem kommt spätestens mit dem Service, wenn mal was ist... womöglich in der Eifel... oh je!

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