Start-ups: Stefan Lampa wird neuer CEO des Wearable-Herstellers Proglove
Der ehemalige Kuka-Manager wird CEO des Wearable-Anbieters Proglove.
Foto: ProGloveDüsseldorf. Stefan Lampa wird neuer CEO des industriellen Wearable-Herstellers Proglove. Der ehemalige Kuka-Manager tritt die Nachfolge von Andreas König an, der aus persönlichen Gründen aufhört. Lampa übernimmt bereits zum 1. März das 2014 als Start-up gegründete Unternehmen, das vor allem als Handschuhe tragbare Scanner für die Logistik herstellt. Nach eigenen Angaben ist es darin führend.
Der Manager bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung in leitenden Positionen bei großen Automatisierungs- und Logistikunternehmen wie ABB, Kuka und Cargotec ein. „Das Unternehmen befindet sich aktuell in einem Wachstumsmodus und kann die Industrie bei der Digitalisierung auf dem Weg zur Industrie 4.0 sehr gut unterstützen“, erklärte Lampa dem Handelsblatt.
„Es ist ein junges Team. Ich freue mich darauf, wieder mehr von dem frühen Unternehmertum zu erleben, das ich zu Beginn meiner Karriere erfahren habe“, sagte Lampa. Bei Proglove sehe er die Möglichkeit, Lösungen für die Kunden zu entwickeln, mit denen diese sich stark für die Zukunft aufstellen könnten.
Zu den Kunden gehören bislang Konzerne wie BMW, DHL, Gap Inc. und Lufthansa. Dem Unternehmen zufolge können gerade in Lägern Mitarbeitende mit den sogenannten Wearables ergonomischer, schneller und genauer arbeiten. Insidern zufolge soll Proglove auch Amazon sowie Standorte des Autobauers Tesla in den USA und in Brandenburg beliefern. Äußern wollte sich das Unternehmen dazu allerdings nicht.
Der gelernte Ingenieur Lampa war viele Jahre in der Robotikindustrie tätig – hier gehe es vor allem um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, gerade bei gefährlichen Jobs. „Teil davon ist, zu analysieren, wie ergonomisch die Menschen tatsächlich arbeiten, und in der Lage zu sein, dabei zu helfen, diese Situation zu verbessern.“ Sein ganzes Leben lang habe er für die Verbesserung von Arbeitsschutz und Arbeitsbedingungen gearbeitet.
Investitionen in Europa, den USA – und Asien
Das Unternehmen leiste zudem einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung seiner Kunden, Lampa spricht von einem Puzzlestück: „Wir helfen, indem wir ein Produkt in den Produktions- oder Logistikprozess einbringen. Das hilft, auf der Grundlage eines digitalen Tools effizient zu werden.“
„Wir freuen uns sehr auf Stefan Lampa als neuen CEO“, so Ken Allen, Vorstandsvorsitzender von Proglove, in der Pressemitteilung des Unternehmens. Lampa habe eine klare Vision, fördere eine teamorientierte Arbeitskultur und setze sich für Innovationen als wichtigste Voraussetzung für den Geschäftserfolg ein. „Damit ist er die perfekte Besetzung, um die Nachfolge von Andreas König anzutreten, der Proglove zu einem schnell skalierenden Unternehmen gemacht hat“, hieß es weiter.
Ein Fokusthema für Lampa soll die interne Kommunikationsstruktur sein: „In der Anfangsphase eines Unternehmens spricht noch jeder mit jedem“, sagt er. Doch mit dem Wachsen eines Unternehmens entstünden schließlich Silos, also Systeme, die verschiedene Arten von Mitarbeitern voneinander trennen. Diese strenge Trennung in verschiedene Abteilungen führe zu Barrieren, die der teamübergreifenden Zusammenarbeit und Kommunikation im Weg stehen sowie die Effizienz mindern und den Informationsfluss behindern.
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„Wir wollen das europäische Wachstum verdoppeln – die Voraussetzungen dafür sind gut“, führt Lampa die wirtschaftlichen Ziele aus. Die bereits vorhandene Präsenz in Deutschland und Europa lasse sich mit der entsprechenden Nachfrage leicht ausbauen. Auch die Marktposition in den USA bezeichnet er als gut, zudem sei Asien ein riesiger Produktionsmarkt, „in den wir ebenfalls investieren wollen“. Wie die Investitionen genau aussehen, sei zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht bekannt.
Um Handelsbarrieren durch Instrumente wie den kürzlich von den USA verabschiedeten „Inflation Reduction Act“ (IRA) macht Lampa sich keine Sorgen. Im Allgemeinen sei die Einführung der Produkte bei großen, zentral organisierten Unternehmen in den USA jedoch wesentlich einfacher zu handhaben als in Deutschland, merkt ein Unternehmenssprecher an. Bei den hierzulande oftmals dezentral organisierten Industrieunternehmen müsse man an mehreren Stellen die Produkte detailliert einführen. Auch die Bürokratie in Deutschland mache es dem Unternehmen schwerer als in den Vereinigten Staaten.