Starter und Generatoren Bosch bestätigt Spartenverkauf nach China

Bosch will seine traditionsreiche Anlassersparte für 545 Millionen Euro an ein Konsortium aus China verkaufen. Betroffen sind knapp 7.000 Mitarbeiter. Doch das letzte Wort haben die Kartellbehörden.
Update: 02.05.2017 - 14:46 Uhr 9 Kommentare

Bosch blickt in die Zukunft – und startet Initiative für Autonomes Fahren

HildesheimDie traditionsreiche Anlasser-Sparte des Autozulieferers Bosch wird nach China verkauft. Ein entsprechender Vertrag mit einem asiatischen Konsortium sei am Dienstag unterzeichnet worden, teilte Bosch mit. Die Käufer sind der Zulieferer ZMJ (Zhengzhou Coal Mining Machinery Group) und die Investmentfirma China Renaissance Capital Investment als Kapitalgeber. Der Kaufpreis lag nach Angaben des Konsortiums bei 545 Millionen Euro.

Bosch hatte die Trennung vom Bereich Starter und Generatoren (SG) bereits 2015 eingeleitet. Zunächst war ein Kooperationsmodell mit einer anderen Firma denkbar, nun kommt es zur kompletten Trennung. Die Tochter hat knapp 7000 Mitarbeiter, davon gut 1000 in Deutschland. Nach vielen Verlustjahren schrieb sie 2015 wieder Gewinne.

Sicher ist der Deal aber noch nicht. Für die Gültigkeit fehlt noch die Zustimmung der Kartellbehörden. Wettbewerbsbedenken dürfte es aber nicht geben - zwar stellt ZMJ ebenfalls Starter und Generatoren her, gehört aber nicht zu den Branchengrößen wie Denso aus Japan und Valeo aus Frankreich. ZMJ ist vor allem in Asien tätig und Bosch mit SG vor allem in Europa. Außerdem muss jeder SG-Mitarbeiter in Deutschland seinem Wechsel unter das Dach der Neu-Eigentümer zustimmen: Er kann entscheiden, beim Mutterkonzern Bosch zu bleiben.

Sollten viele Beschäftigte den Eigentümerwechsel nicht mitmachen und somit Fachwissen verloren gehen, würde das die Attraktivität der Firma mindern - und die Chinesen könnten zurückrudern. Auch deshalb werben die möglichen Neu-Eigentümer für das Geschäft: Vertreter des Konsortiums stellten sich am Dienstag Fragen der Belegschaft in der Firmenzentrale Schwieberdingen bei Stuttgart, am Mittwoch wollen sie im Werk im niedersächsischen Hildesheim auftreten. Die Käufer wollen alle Bosch-Mitarbeiter übernehmen.

Bosch hatte den Verkauf damit begründet, man sei in der Sparte zu klein, um langfristig im Wettbewerb bestehen zu können. ZMJ-Chef Chengyao Jiao sagte, man freue sich darauf, „das Geschäft mit dem bestehenden Managementteam in den schnell wachsenden, aufstrebenden Märkten auszubauen“. Durch die bessere regionale Aufstellung, vor allem in Asien, könne das SG-Geschäft „nachhaltig und profitabel“ ausgebaut werden. Die Anlasser-Sparte hat Tradition. Bosch präsentierte im Jahr 1914 den ersten elektrischen Anlasser für Autos.

  • dpa
  • rtr
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9 Kommentare zu "Starter und Generatoren: Bosch bestätigt Spartenverkauf nach China"

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  • Nachtrag...
    Wer keine Grenzen mehr kennt, der will auch keine Grenzen mehr anerkennen...somit hat Merkel mit ihrer Grenzenlosen Globalpolitik die Grenzen für Dumping- und Billiglöhne für Deutschland und die EU geöffnet...der billige Arbeiter in Indien ist somit einen Weltkonzern wie Siemens, Adidas, BMW usw. näher als der teure Deutsche-EU Arbeiter....Globalisierung und grenzenlose Politik bedeutet nichts anderes als die Zunahme von Lohndumping, Terror, Mangel und Armut...nicht nur für Deutschland sondern für die gesamt Welt.
    Die Wirtschaft- und Finanz Eliten, die Politik, Gewerkschaften und Medien...werden damit immer Reicher und das auf Kosten der Bürger und Arbeiter.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Welche Arbeitsplätze hat Trump denn bisher in die USA zurückgeholt?

  • Welche Arbeitsplätze hat Trump denn bisher in die USA zurückgeholt?

  • schwache Gewerkschaften - ein weltweiter Generalstreik bei den Bosch Mitarbeitern aus Solidarität zu den betroffenen 6000 ist eine angemessene Reaktion. Genau wie der Vorsitzende der Geschäftsführer der Herr Denner sind auch die Gewerkschaftsbosse völlig unbeteiligt am Aufbau und dem über Jahrzehnte aufgebauten Know How und zuletzt dem wirtschaftlichen Erfolg von Bosch. Es bedarf schon einer gewissen Schizophrenie - wenn gut laufende und zukunftsträchtige Sparten verkauft werden und an anderer Stelle versucht wird mit EU Mitteln neue Arbeitsplätze zu schaffen. Genau wie der Verkauf von Kuka ist der Verkauf dieser Bosch Gruppe eine willkürliche - denn finanzielle Not ist in beiden Fällen nicht der Grund. Unverantwortliche Erben, unverantwortliche Aktionäre und bezahlte Lügner als Geschäftsführer und Vorstände.

  • >> Bosch verkauft Traditionssparte nach China >>

    In der Deutschen Politik wird auch jemand gebraucht, der die Arbeitsplätze wieder nach Deutschland zurückholt ( wie Trump in USA ).

    Die Unverfrorenheit und Verantwortungslosigkeit der Groß ( bzw. KOTZ ) - Konzerne müßte per Gesetz bestraft werden !

  • Zukünftig werden die Produkte in China gefertigt und nach Deutschland exportiert. Die Wirtschaftswissenschaftler, die Globalisierung und offene Märkte fordern, sollen doch mal den Vorteil dieser Transaktion für Deutschland erklären.

  • @ Frau ke Schludewig 02.05.2017, 08:50 Uhr

    "Vielleicht gar nicht so unüberlegt, wenn demnächst nur noch E-Autos fahren. "

    Wieso wollen die Chinesen dann die "alte" Technik kaufen? Chinesen sind nicht dumm und handeln strategisch - anders als unsere Manager.

    Daß die Patente bei Bosch bleiben, glaube ich nicht - der Grund dafür: siehe oben.

  • Vielleicht gar nicht so unüberlegt, wenn demnächst nur noch E-Autos fahren. Hierfür benötigt man andere Elektronik. Die Patente gehören nach wie vor Bosch?

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