Statistik 2011 Deutsche trinken mehr Billig-Biere

Die deutschen Brauereien haben 2011 etwa genau so viel Bier abgesetzt wie im Vorjahr. Am meisten Bier wurde in Nordrhein-Westfalen und Bayern getrunken. Dabei gibt es Trend, der dem Klischee so gar nicht entspricht.
Update: 30.01.2012 - 12:43 Uhr 6 Kommentare
Ein Mann zapft in Düsseldorf ein Glas Bier. Quelle: dapd

Ein Mann zapft in Düsseldorf ein Glas Bier.

(Foto: dapd)

WiesbadenImmer mehr Biertrinker sind Schnäppchenjäger. Woche für Woche servieren große Lebensmittelhändler Pils im Angebot. Der Kasten mit 20 Halbliter-Flaschen wird für 10,49 oder 9,99 Euro offeriert, manchmal sogar für 8,88 Euro. Dabei winken satte Rabatte in zweistelliger Prozenthöhe. Der seit fast zwei Jahren tobende Preiskampf mit Bier erreichte 2011 einen neuen Höhepunkt.

Noch nie waren die Aktionspreise so tief. Noch nie griffen die Verbraucher so häufig bei Preisaktionen zu. Dieses Bild ergibt sich aus Analysen der Marktforscher von GfK und Nielsen. Trotzdem versuchen einige Brauer, Preiserhöhungen im hartumkämpften deutschen Biermarkt durchzusetzen.

„Es gibt so viele Aktionen. Die Promotions rücken immer stärker in den Fokus“, sagt GfK-Biermarktexperte Horst Zocher. Der Preiskampf tobe insbesondere im Premiumbereich, bei den gehobenen Pils-Marken, die häufig mit TV-Spots beworben werden. In diesem Segment hätten die Verbraucher 2011 im Schnitt zwei Drittel der Bierkästen während einer Preisaktion gekauft.

Nur ein Drittel ging dieser Analyse zufolge ohne Rabatt oder Zugabe über die Kassen. 2004 war dieses Verhältnis noch umgekehrt. Der durchschnittliche Kastenpreis der Aktionen sank laut GfK auf 10,01 Euro - ein neuer Tiefststand. Die Preisreduzierung zum normalen Kastenpreis betrug dabei im Schnitt 2,14 Euro - ein Rekord.

„Die Entwicklung ist dramatisch“, meint Getränkeexperte Stefan Röse von Nielsen. Die besonders aggressiven Reduzierungen in der oberen Preislage auf Kastenpreise unter zehn Euro hätten Sogwirkung. Zu solchen Kampfpreisen gingen 2008/2009 weniger als vier Prozent der Premium-Pils-Kästen über die Ladentische. „Dieser Wert hat sich fast versechsfacht.“ Jeder vierte Haushalt kaufe die zehn untersuchten Pilsmarken der oberen Preisklasse, die bundesweit vertrieben werden, nur noch in Aktionen. „Jeder zehnte Haushalt kauft sie nur unter zehn Euro je Kasten.“ Viele Schnäppchenjäger kämen nicht mehr, wenn ein Händler davon abrücke. So heißt Röse's Studie „Der Nächste bitte!“

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6 Kommentare zu "Statistik 2011: Deutsche trinken mehr Billig-Biere"

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  • Bei der Politik und dem Gequatsche, kann man es eh nur noch zugedröhnt aushalten...wer will da schon viel für das Gesöff ausgeben...:-))...abgesehen davon, wer kann das noch bei soviel EU Hilfe!!


  • Warum sollte man für einen Liter gefärbtes Wasser mit etwas Geschmack auch mehr als 60 oder 80 Cent ausgeben? Solange die Brauereien zu besten Werbezeiten erhebliche Werdeblöcke finanzieren, sollte der Preis ruhig noch weiter in den Keller gehen.

  • Hallo, Frau und Herr Cramer, Euer Bier trinke ich nicht!
    Für das Sponsoring von Sportveranstaltungen, Marketingabteilungen und sonstige Werbebuden zahle ich nicht. Und die Tricks mit den Zusatzmarken (Alt, Weizen) naja, man klammert sich halt an alles!
    Eure B(e)rater schicken Euch schon in die falsche Richtung. Eure Globalisierung ist bald abgeschlossen, und dann gibts wieder mehr lokale Biere!

  • Oettinger, meine liebste Biermarke, gibt ja auch kaum Geld für Werbung aus. Es fühlt sich einfach gut an beim Biergenuss nicht das Gefühl zu haben für Segelschiffe in der Werbung oder dergleichen mitzahlen zu müssen.

  • Austauschbare Produkte verkaufen sich natürlich überwiegend über den Preis. Man kann das Geld aber auch ins Produkt stecken und sich dafür die Werbung sparen.

    Beispiel München: Löwenbräu, Paulaner, Spaten usw. nehmen viel Geld für Werbung in die Hand. Die wohl erfolgreichste Münchner Brauerei, Augustiner, hat das nicht nötig. Aber die stellen ihr Malz noch nach alt hergebrachter Methode her. Obwohl man den Platz der "altmodischen" Mälzerei gut anderweitig hätte brauchen können.

    Ich gehe das Thema noch eine Klasse individueller an: Mit Freuden zahle ich für einen Kasten handwerklich hergestelltes, fränkisches Landbier 15 EUR. Geschmacksurteil einer 88jährigen ehemaligen Wirtin aus Oberbayern: "Mei, is' des guat!"

  • mir fehlen noch die anderen Seiten zur Beurteilung : Preise , Qualität, Investitionen,Auslands-Aktivitäten; mit den Anmerkungen zu den bedauerlich mangelhaften Statistiken ( Import-Export ) haben Sie natürlich recht,

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