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Stelios Haji-Ioannou Der Easyjet-Gründer meldet sich mitten in der Coronakrise zurück

Der Firmengründer von Easyjet streitet sich mit dem Verwaltungsrat der Fluglinie. Er will eine Milliardenorder für Airbus streichen.
31.03.2020 - 16:49 Uhr Kommentieren
Der Gründer der Airline will sparen. Quelle: Bloomberg
Stelios Haji-Ioannou

Der Gründer der Airline will sparen.

(Foto: Bloomberg)

London Stelios Haji-Ioannou stellt der Airline Easyjet ein Ultimatum: Wenn sie nicht bis Mittwochmittag auf seine gestellten Forderungen eingeht, will der 53-jährige Milliardär eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Das Ziel: Mitglieder des Verwaltungsrats abwählen.

Es gibt großen Ärger bei der Billigfluglinie unter Führung von Johan Lundgren. Der muss nun nicht nur eine existenzbedrohliche Krise abwenden, sondern auch seinen größten Einzelinvestor besänftigen. Denn ignorieren kann Easyjet den Unternehmer griechisch-zypriotischer Abstammung nicht: Seine Familie hält 34 Prozent der Firmenanteile an der Airline.

Easyjet hatte gerade erst drastische Maßnahmen im Zuge der Coronakrise angekündigt. Seit Anfang der Woche bleiben alle der über 330 Flugzeuge der Gesellschaft am Boden. Eine vollkommen neue Situation, sagen Experten wie Airline-Analyst Andrew Lobbenberg von HSBC. „Wie schnell der Tag der Abrechnung kommt, hängt davon ab, wie viel Mittel man hat. Aber Easyjet hat eine recht gute Cashposition.“

Haji-Ioannou reicht das nicht. Seine Forderung: Easyjet soll die Bestellungen von 107 neuen Flugzeugen rückgängig machen. Die dafür zugesagten Zahlungen an den Flugzeugbauer Airbus in Höhe von 4,5 Milliarden Euro seien „das größte Risiko für das Überleben der Gesellschaft“, schreibt Haji-Ioannou in seinem Brief an den Easyjet-Verwaltungsratsvorsitzenden John Barton.

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    Die dafür fälligen Zahlungen zwischen 2020 und 2023 seien die größte Bedrohung für die Solvenz des Unternehmens. Der Auftrag würde die aktuelle Marktkapitalisierung von Easyjet in Höhe von 2,4 Milliarden Euro in den Schatten stellen.

    Spitznamen „Vulkan“

    Es ist nicht das erste Mal, dass der in Monaco lebende Firmengründer harsche Kritik an Easyjet übt. Viele Jahre hatte der Milliardär, der 1995 im Alter von 28 Jahren dank eines Kredits von seinem Vater das Unternehmen aufbaute, öffentlich bei den Hauptversammlungen gegen den Expansionskurs des Managements gewettert und stattdessen auf höhere Dividenden gedrungen.

    Wegen seiner Auftritte verpassten ihm britische Medien den Spitznamen „Vulkan“. Doch seit er 2016 seinen Willen bekam und die Ausschüttungsquote auf – in der Branche ungewöhnlich hohe – 50 Prozent der Nettogewinne angehoben wurde, war er ruhig geworden.

    Für das abgelaufene Geschäftsjahr schüttete die Airline gerade erst 174 Millionen Pfund aus. Dass er auf seinen Anteil an dieser Summe in Höhe von 60 Millionen Pfund verzichte, sei keine Option. Er könne schließlich nicht einfach einen Scheck „an Johan“ schreiben, sagte Haji-Ioannou.

    Er spende jedes Jahr hohe Summen, aber nicht an Airbus, erklärte der Milliardär, dessen Vermögen von der britischen „Times“ zuletzt auf fast 2,6 Milliarden Euro geschätzt wurde. „Easyjet ist keine eingetragene Wohltätigkeitsorganisation, die Spenden erhält, und Airbus auch nicht.“

    Auf „allen Ebenen“ werde gespart

    Da aber Easyjet Kapital benötige, schlägt der Firmengründer eine Kapitalerhöhung vor, an der er sich beteiligten könnte – wenn denn die Vereinbarungen mit Airbus rückgängig gemacht würden. Bei Easyjet will man den öffentlichen Schlagabtausch nicht fortsetzen.

    „Der Vorstand von Easyjet konzentriert sich voll und ganz darauf, jetzt die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Zukunft der Fluggesellschaft langfristig zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten“, erklärte die Airline auf Anfrage.

    Auf „allen Ebenen“ werde gespart, auch bei Vereinbarungen mit allen Lieferanten, „um Zahlungen hinauszuzögern und zu reduzieren, wo immer möglich, einschließlich der Ausgaben für Flugzeuge“. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, „über eine starke Bilanz“ zu verfügen.

    Bis 2022 seien keine Umschuldungen fällig, und man spreche zudem mit „Liquiditätsanbietern“, sodass man bestens gerüstet sei, um den Flugbetrieb nach der Pandemie wieder aufzunehmen.

    Ob der streitbare Unternehmer mit seinen Forderungen durchkommt, ist keineswegs sicher. Schon in der Vergangenheit hatte er sich auf Aktionärsversammlungen nicht durchsetzen können – weswegen er auch seit zehn Jahren nicht mehr Mitglied des Verwaltungsrats ist.

    Mehr: Der britische Billigflieger leidet unter dem Coronavirus. Europa brauche dringend eine gemeinsame Linie, damit alle überleben, warnt Easyjet.

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