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Stellenabbau bei Siemens Eine ganze Region kämpft gegen die Sparpläne

Die geplante Schließung des Siemens-Turbinenwerks in Görlitz trifft die strukturschwache Region besonders hart. In der Stadt formiert sich daher ein breiter Widerstand gegen die Sparpläne von Konzernchef Kaeser.
10.12.2017 Update: 10.12.2017 - 13:52 Uhr Kommentieren
Der Siemens-Ingenieur hofft weiter auf den Erhalt des Standorts Görlitz. Quelle: dpa
Matthias Schöneich

Der Siemens-Ingenieur hofft weiter auf den Erhalt des Standorts Görlitz.

(Foto: dpa)

Görlitz Kurz vor halb fünf verlässt Matthias Schöneich das Siemenswerk in Görlitz. Dem Pförtner nickt er im Vorbeigehen zu. In der Endfertigungshalle brennt noch Licht. Die Parkverbotsschilder vor dem Betrieb kündigen einen Schwerlasttransport am kommenden Tag an. „Dann verlässt die nächste Industriedampfturbine die Stadt. Jetzt erst recht. Zeigen wir, was wir können“, sagt der Maschinenbauingenieur.

Schöneich ist einer von rund 720 Görlitzer Turbinenwerkern, die vom geplanten Aus des Siemens-Standorts aus den Medien erfuhren. Die Streichung von weltweit 6900 Arbeitsplätzen erklärte der Energiekonzern mit Defiziten im Kraftwerksgeschäft. „Inzwischen hat das Unternehmen erkannt, dass es noch einen Markt gibt, bei den Preisen aber nicht mithalten kann“, sagt der Görlitzer. Er arbeitet im Angebotsmanagement und weiß: die Auftragsbücher sind gut gefüllt und die Kunden mit der Arbeit von der Neiße zufrieden. Denn jede Industriedampfturbine ist ein Unikat und wird nach Wünschen des Auftraggebers gefertigt.

Nach der Arbeit zieht es Schöneich in die Innenstadt. „Der Christkindelmarkt ist gerade wunderschön“, sagt er und blickt  auf die Fassade eines leerstehenden Hauses. Ein Banner fordert „Macht Dampf für Turbinen aus Görlitz, damit hier nicht die Lichter ausgehen“. 

An der Neiße wackelt nicht nur Siemens. Im Bombardier-Werk fehlt auch die Weihnachtsstimmung. Bei den Waggonbauern laufen Umstrukturierungen. Betriebsbedingte Kündigungen hat der kanadische Schienenfahrzeughersteller nur bis Ende 2019 ausgeschlossen. Zusätzlich beunruhigt die Lausitz der Strukturwandel durch das Zurückfahren der Braunkohleverstromung.

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    Herrnhuter Sterne tauchen die Berliner Straße im Zentrum von Görlitz in warmes Licht. Schöneich grüßt einen Bekannten. Görlitz mit 57 000 Einwohnern ist klein genug, um sich zu kennen und groß genug, um sich aus dem Weg zu gehen. In den vergangenen Jahren hat sich die Bevölkerungsentwicklung der Stadt erholt.

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